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Fortbildung im Detail

 

Die maximale Teilnehmerzahl ist noch nicht erreicht.Z03384: Opfer - Täter - Apparate: Franz Kafkas "In der Strafkolonie"
am 14.12.2017Anmeldeschluss: 02.11.2017  

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Ansprechpartner inhaltlich: Pietzsch, Ingrid; +49 375 4444-311
Ansprechpartner organisatorisch: Schneider, Julia; +49 375 4444-138

Beschreibung

Jede Sozietät muss, will sie ihre Existenz sichern, eine Rechtsordnung durchsetzen. Sie entscheidet, wer Opfer und wer Täter ist. Gerechtigkeit und humane Zuwendung sind insbesondere in autokratisch regierten Gesellschaften eher die Ausnahme, können jedoch auch in demokratisch verfassten ausgehebelt werden (Dürrenmatt "Der Besuch der alten Dame"). Zudem erfährt der Einzelne in der modernen Welt das Rechtssystem nur mehr noch als ein abstraktes, nicht mehr zu durchschauendes Funktionsgebilde (Kafka "Der Prozeß"). In der Strafkolonie trifft ein autokratisches (Hinrichtungs-)Verfahren auf liberale Rechtsvorstellungen. Auch wenn der Text den Juristen Kafka erkennbar macht, so wird doch der Ideengehalt der Schrift gleichermaßen auch von biographischen, politischen und literarisch-ästhetischen Aspekten mitbestimmt. Eine interpretative Annäherung kann nur gelingen, wenn all diese Zugänge eine Würdigung erfahren.


Ziele

Die Teilnehmer haben sich interpretative Zugänge erarbeitet, die einen gehaltlichen Aufschluss des Textes in der Strafkolonie ermöglichen.

Sie sind mit den Quellen, die in den Text eingeflossen sind, vertraut und können ihn in literarische und geschichtliche Zusammenhänge einordnen.

Sie erkennen anhand von Autorenzeugnissen den Widerspruch, der zwischen individueller Schuld und abstrakten Rechtssystem besteht.

Die Teilnehmer beschäftigen sich anhand von geschichtlichen Literaturbeispielen mit dem mittelalterlichen und dem modernen Rechtsverständnis.


Inhalte

  • Einordnung des Textes in biographische, gesellschaftliche und literaturgeschichtliche Zusammenhänge
  • Eingehende Paraphrasierung und Interpretation des Textes
  • Vertiefende Beschäftigung mit der Widerspiegelung autokratischer und liberaler Rechtsordnungen in der Literatur
  • Wirkungsgeschichte des Textes (u.a. Lektüre von F. Fühmanns „Pavlos Papierbuch
  • )

Zielgruppe

Die Fortbildung richtet sich an Lehrkräfte im Fach Deutsch am Gymnasium.


Hinweise

Die Kenntnis des Textes wird vorausgesetzt.


Veranstaltungstermine

am von bis
14.12.2017 09:30 16:00

Anmeldeschluss

02.11.2017

Dozenten

Name von
Hentschel Prof. Dr. habil, Uwe Technische Universität Chemnitz, Chemnitz

Veranstaltungsort

  • J.-Heinrich-Pestalozzi-Gymnasium, Straße des Friedens 5, 08228 Rodewisch Route zum Veranstaltungsort planen
     

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