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Fortbildung im Detail

 

Die maximale Teilnehmerzahl ist noch nicht erreicht.SBI07723: Fachbezogene Fortbildung Deutsch
Grenzen und Grenzgänge
vom 12.02.2018 bis 14.02.2018Anmeldeschluss: 15.01.2018  

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Ansprechpartner inhaltlich: Greulich, Gabriela; (03 51) 83 24 377
Ansprechpartner organisatorisch: Handrack, Ute; (0 35 21) 41 27 22

Beschreibung

Heinrich von Kleist (1777-1811) gilt als Grenzgänger seiner Zeit. Geboren im letzten Drittel des 18.Jahrhunderts ist sein Werk zunächst von den Auffassungen der Aufklärung, die ihn jedoch mehr und mehr in Konflikte treiben, bestimmt. Literaturhistorisch ist er weder der klassischen noch der romantischen Literatur zuzuordnen. Als Autor der Vormoderne, der sich ständig an den ihm vorgegebenen Grenzen seiner Zeit gerieben hat, gilt er bis heute für viele Dichter-Generationen als der große Außenseiter und Anreger.

Nach der Ausbürgerung des Poeten und Liedermachers Wolf Biermann (1976) und der sich anschließenden Protestwelle entwickelten Günter de Bryun und Gerhard Wolf das Projekt, sich den „Verschollenen und nicht mehr Beachteten der Mark Brandenburg zuzuwenden. Das Projekt der „Märkische Dichtergarten war somit geboren. Dieser Grenzgang ab Mitte der 1970er Jahre war beachtlich. Nicht mehr das Große und Allgemeine, nicht mehr die Methode des Sozialistischen Realismus, sondern das Regionale, das scheinbar Kleine, das aber in der Zusammenführung ein Ganzes ergibt, eröffneten andere literaturgeschichtliche Betrachtungsweisen.

Mitte des 19.Jahrhunderts verließen viele ostjüdische Familien aus dem vor allem preußisch besetzten Polen ihre Heimat und kamen nach Berlin. Zu diesen zählte auch die Familie Chodziesner. Ludwig Chodziesner war ein anerkannter Strafverteidiger im Wilhelminischen Kaiserreich. Seine Tochter Gertrud (1894-1943) wählte das Pseudonym Kolmar in der Erinnerung an ihre Herkunft; Chodziesn ist der ursprüngliche Heimatort der Familie, der im Jahr 1878 in Kolmar umbenannt wurde. Im bewussten Ausharren in Nazideutschland ist Gertrud Kolmar in der Grenzsituation zwischen Gehen und Bleiben zu verorten. Ihr Werk ist heute im Zusammenhang mit den Texten von Nelly Sachs und Else Lasker-Schüler zu lesen.

Das Flussgebiet der Oder ist seit Jahrhunderten ein mythischer Ort, den Götter, Nixen und Geister in Märchen, Sagen und Legenden bevölkern. Der 2012 herausgegebene Kultur-Reiseführer „Wie die Oder rauscht ist ein Lesebuch und Fundus zugleich für das Leben der Menschen in diesem Grenzgebiet und bietet über die Vielzahl weitestgehend unbekannter Texte Einblicke in eine literarische Welt, die von Grenzmarkierungen bestimmt ist.

Die Grenzstädte Frankfurt/Oder und S³ubice sowie das Kleist-Museum sind Orte und der Ausgangspunkt für vielfältige Reflexionen über Grenzen und Grenzerfahrungen. Im Seminar werden vier Zugänge zu Grenzgängen, -überschreitungen, -situationen und -markierungen erschlossen.


Ziele

Die Teilnehmer/innen haben Einblicke in die Stoff- und Motivgeschichte ausgewählter Texte sowie in historische und kulturelle Zusammenhänge zum Thema Grenzen und Grenzgänge gewonnen.


Inhalte

  • Grenzen und Grenzgänge - real und fiktiv
  • Heinrich von Kleist - als Grenzgänger zwischen den Epochen
  • Rätsel. Kämpfe. Brüche.Die Kleist-Ausstellung
  • Der Märkische Dichtergarten
  • Zwischen Fluch und Erwähltsein - Das Leben auf der Grenze. Gertrud Kolmar
  • Mythen, Sagen und Geschichten entlang des Grenzflusses Oder

Zielgruppe

Lehrkräfte im Fach Deutsch an Oberschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen


Hinweise

Der Kurs findet in Frankfurt/Oder und S³ubice statt.

Buchung und Kosten für die Übernachtung (für sächsische Teilnehmer/innen an öffentlichen Schulen) in Frankfurt/Oder vom 11. bis 14.02.2018 im Einzelzimmer übernimmt das Sächsische Bildungsinstitut.

Kosten für Museumsbesuche, Stadtrundgang, kulturelle Veranstaltungen etc. tragen die Teilnehmer/innen selbst.

Für den Kurs wird ein Eigenbeitrag von ca.140 € erhoben.

Die Teilnehmer/innen werden gebeten, folgende Texte zu lesen und mitzubringen:

(wird bis Oktober ergänzt)

  • Heinrich von Kleist: Penthesilea
  • Christa Wolf: Kein Ort. Nirgends
  • Gertrud Kolmar: Die jüdische Mutter

Veranstaltungstermine

am von bis
12.02.2018 10:00 17:30
13.02.2018 09:00 17:30
14.02.2018 09:00 13:00

Anmeldeschluss

15.01.2018

Direktlink auf diese Veranstaltungsdetailansicht: https://www.schulportal.sachsen.de/fortbildungen/detail/SBI07723