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Arbeitsmaterial

Berufsschule - duale Berufsausbildung

Umwelttechnologe für Abwasserbewirtschaftung / Umwelttechnologin für Abwasserbewirtschaftung

Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft / Umwelttechnologin für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Umwelttechnologe für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen / Umwelttechnologin für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen

Umwelttechnologe für Wasserversorgung / Umwelttechnologin für Wasserversorgung

2024

 

Impressum

Das Arbeitsmaterial ist ab 1. August 2024 freigegeben.

Das Arbeitsmaterial basiert auf dem Rahmenlehrplan für die Ausbildungsberufe Umwelt­tech­­­nologe für Abwasserbewirtschaftung / Umwelttechnologin für Abwasserbewirtschaftung, Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft / Umwelttechnologin für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Umwelttechnologe für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen / Umwelttechnologin für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen sowie Umwelttechnologe für Wasserversorgung / Umwelttechnologin für Wasserversorgung (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 29. September 2023) und der Verordnung zur Neuordnung der Ausbildung in den umwelttechnischen Berufen vom 20. Dezember 2023 (BGBl. Teil I, Nr. 395 vom 22. Dezember 2023).

 

Das Arbeitsmaterial wurde am

Landesamt für Schule und Bildung
Standort Radebeul
Dresdner Straße 78 c
01445 Radebeul

https://www.lasub.smk.sachsen.de


unter Mitwirkung von

Tobias Beck Pirna
Jana Böhm Pirna
Daniel Rühlemann Pirna

2024 erarbeitet.

 

HERAUSGEBER

Sächsisches Staatsministerium für Kultus 
Carolaplatz 1
01097 Dresden

https://www.smk.sachsen.de

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkungen

Die Verfassung des Freistaates Sachsen fordert in Artikel 101 für das gesamte Bildungswesen:

„(1) Die Jugend ist zur Ehrfurcht vor allem Lebendigen, zur Nächstenliebe, zum Frieden und zur Erhaltung der Umwelt, zur Heimatliebe, zu sittlichem und politischem Verantwortungsbewusstsein, zu Gerechtigkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen, zu beruflichem Können, zu sozialem Handeln und zu freiheitlicher demokratischer Haltung zu erziehen.“

Das Sächsische Schulgesetz legt in § 1 fest:

„(2) Der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule wird bestimmt durch das Recht eines jeden jungen Menschen auf eine seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Erziehung und Bildung ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage.

(3) Die schulische Bildung soll zur Entfaltung der Persönlichkeit der Schüler in der Gemeinschaft beitragen. …“

Für die Berufsschule gilt gemäß § 8 Abs. 1 des Sächsischen Schulgesetzes:

„Die Berufsschule hat die Aufgabe, im Rahmen der Berufsvorbereitung, der Berufsausbildung oder Berufsausübung vor allem berufsbezogene Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln und die allgemeine Bildung zu vertiefen und zu erweitern. Sie führt als gleichberechtigter Partner gemeinsam mit den Ausbildungsbetrieben und anderen an der Berufsausbildung Beteiligten zu berufsqualifizierenden Abschlüssen.“

Neben diesen landesspezifischen gesetzlichen Grundlagen sind die in der „Rahmenvereinbarung über die Berufsschule“ (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12. März 2015 in der jeweils geltenden Fassung) festgeschriebenen Ziele umzusetzen.

Kurzcharakteristik des Bildungsganges

Digitalisierung, Klimawandel sowie veränderte technische und rechtliche Anforderungen erforderten die Neuordnung der vormaligen Ausbildungsberufe Fachkraft für Abwassertechnik, Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Fachkraft für Wasserversorgungstechnik und Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice. Die Berufsbilder erfuhren eine Wandlung vor allem durch die Digitalisierung von Produktionsabläufen und den Anspruch zur verstärkten Berücksichtigung von Nachhaltigkeit. Die neugeordneten Berufsausbildungen zum Umwelttechnologen/zur Umwelttechnologin beziehen digitale Technologien der Branche ein und berücksichtigen die erhöhten Anforderungen an IT-Anwenderkenntnisse, den Umgang mit Daten und das IT-Sicher­heits­bewusst­sein.

Wie vor der Neuordnung erfolgt die Berufsausbildung in vier umwelttechnischen Berufen:

  • Umwelttechnologe für Abwasserbewirtschaftung und Umwelttechnologin für Abwasserbewirtschaftung
  • Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft und Umwelttechnologin für Kreis­lauf- und Abfallwirtschaft
  • Umwelttechnologe für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen und Umwelttechnologin für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen mit den Schwerpunkten Rohrleitungs­netze und Industrieanlagen
  • Umwelttechnologe für Wasserversorgung und Umwelttechnologin für Wasserversorgung

 Umwelttechnologinnen und Umwelttechnologen sind als Teil der kritischen Infrastruktur

  • in kommunalen oder wirtschaftlichen Ver- bzw. Entsorgungsunternehmen,
  • in der öffentlichen Verwaltung,
  • für Ingenieurbüros in der Privatwirtschaft

tätig. Sie betreiben umwelttechnische Anlagen unter Berücksichtigung des Umweltschutzes, insbesondere eines möglichst geringfügigen Schadstoffausstoßes, sowie von Energieeffizienz.

Die berufliche Tätigkeit von Umwelttechnologen und Umwelttechnologinnen erfordert neben technischem Verständnis, handwerklichem Geschick und logischem Denken vor allem Sorgfalt, Genauigkeit und Aufmerksamkeit. Daneben sind Eigenschaften wie Selbstständigkeit, Eigeninitiative, Flexibilität, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit, Interesse am Thema Nachhaltigkeit und Engagement für die Umwelt sowie die Fähigkeit, das eigene Entscheiden und Handeln reflektieren und weiterentwickeln zu können, Voraussetzung für die berufliche Tätigkeit von Umwelttechnologen und Umwelttechnologinnen.

Im Rahmen der Ausbildung zu Umwelttechnologen und Umwelttechnologinnen werden insbesondere folgende berufliche Qualifikationen erworben:

  • Prozesse planen, steuern und begleiten, Arbeitsergebnisse kontrollieren und beurteilen, Auftragsdurchführung dokumentieren
  • Aufträge bearbeiten und dokumentieren, Unterlagen erstellen, anwenden und präsentieren
  • Projekt- und Qualitätsmanagementsysteme anwenden
  • Stoffgemische herstellen und trennen
  • ökologische Kreisläufe beurteilen und Hygienemaßnahmen anwenden
  • berufsübliche Werkzeuge und Maschinen auswählen, gezielt einsetzen und handhaben
  • technische Systeme betreiben
  • Automatisierungstechniken nutzen und prüfen
  • elektrische Gefahren erkennen und Maßnahmen einleiten, Fehler systematisch analysieren und beheben
  • Werk-, Hilfs- und Gefahrstoffe unterscheiden, lagern, bearbeiten und nachhaltig anwenden
  • Materialeinsatz und Energienutzung hinsichtlich der Aspekte von Umweltschutz und Nachhaltigkeit prüfen
  • grundlegende Berechnungen unter Beachtung technischer und betriebswirtschaft­licher Größen durchführen
  • bei der Organisation und Durchführung der Arbeit ergonomische, ökonomische, ökologische sowie rechtliche, betriebsinterne und gesellschaftliche Aspekte beachten
  • allgemeine und berufsspezifische Vorschriften von Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Sicherheitsregeln, Unfallverhütungsvorschriften und Betriebsanweisungen einhalten und umsetzen
  • mit Kundinnen und Kunden sowie im Team adressatengerecht kommunizieren, analoge und digitale Medien zur Information und Kommunikation nutzen, prüfen und bewerten
  • Vorschriften zu Datenschutz, Datensicherheit und Urheberrecht beachten und die erhöhten Anforderungen an die IT-Sicherheit im Bereich der kritischen Infrastruktur einhalten
  • technische Unterlagen in deutscher und englischer Sprache auswerten

Umwelttechnologen für Abwasserbewirtschaftung und Umwelttechnologinnen für Abwasserbewirtschaftung erlangen die nachfolgend aufgeführten berufsprofilgebenden Qualifikationen:

  • Entwässerungssysteme, Regenwasserbewirtschaftungssysteme sowie Abwasseranlagen nachhaltig betreiben und unterhalten
  • Netzinformationssysteme und Simulationen zur Bewirtschaftung von Regenwasser in Zusammenhang mit dem Klimawandel nutzen
  • Klärschlamm, Wertstoffe und Abfälle aus Abwasseranlagen behandeln und verwerten, weitergehende Reinigungsverfahren anwenden
  • Energie nachhaltig gewinnen und den Einsatz von Energie effizient steuern
  • Probenahmen durchführen, Abwasser, Schlamm und Gase untersuchen und beurteilen sowie Maßnahmen einleiten
  • Mess-, Steuer- und Regelprozesse analysieren und beurteilen
  • elektrische Anlagen bedienen und instand halten

Umwelttechnologen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft und Umwelttechnologinnen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft eignen sich diese berufsspezifischen Qualifikationen an:

  • Abfälle und Wertstoffe zu Kreislaufsystemen unter Aspekten der Nachhaltigkeit zuführen
  • mit gefährlichen Gütern, Stoffen und Abfällen umgehen und deren Gefährlichkeit beurteilen
  • Anlagen bedienen sowie Mess-, Steuer- und Regelprozesse überwachen und Fehlerquellen identifizieren
  • Instandhaltungsmaßnahmen planen und realisieren
  • logistische Prozesse abwickeln
  • Kundinnen und Kunden beraten und Angebote erstellen

Berufsprofilgebende Qualifikationen von Umwelttechnologen für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen und Umwelttechnologinnen für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen sind:

  • Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld einrichten, sichern und räumen
  • Maschinen und Geräte bedienen und warten
  • kommunale und industrielle Abwässer sicher der Wiederaufbereitung zuführen
  • effiziente und umweltschonende Produktionsabläufe in Industrieunternehmen sichern
  • Rohrleitungen und Anlagen reinigen, Stoffe und Abfälle aufnehmen
  • Rohrleitungen und Anlagen prüfen und inspizieren sowie Instandsetzungsmaßnahmen daran vornehmen
  • Maßnahmen zur Arbeitssicherheit beachten und einhalten

Umwelttechnologen für Wasserversorgung und Umwelttechnologinnen für Wasserversorgung erwerben folgende berufsprofilgebende Qualifikationen:

  • Wasserressourcen nachhaltig bewirtschaften, Prozesse zum Verhindern von Wasserverlusten optimieren und Maßnahmen zur Absicherung von Wasserschutzgebieten realisieren
  • Wasserbeschaffenheit prüfen, Wasseraufbereitung durchführen und Trinkwasserqualität gewährleisten
  • Wasserförderung, -speicherung und -verteilung sicherstellen
  • Mess-, Steuer- und Regelprozesse analysieren und beurteilen
  • elektrische Anlagen bedienen und instand halten
  • Kundenanlagen beurteilen/prüfen und einschätzen, Trinkwasserschutz sicherstellen

Die Realisierung der Bildungs- und Erziehungsziele der Berufsschule ist auf den Erwerb beruflicher Handlungskompetenz gerichtet. Diese entfaltet sich in den Dimensionen von Fach-, Selbst- und Sozialkompetenz sowie in Methoden- und Lernkompetenz. Den Ausgangspunkt des Unterrichts und des Lernens der Schülerinnen und Schüler bilden berufliche Handlungen. Diese Handlungen sollen im Unterricht didaktisch reflektiert als Lernhandlungen gedanklich nachvollzogen oder exemplarisch ausgeführt, selbstständig geplant, durchgeführt, überprüft, ggf. korrigiert und schließlich bewertet werden. Damit fördern sie ein ganzheitliches Erfassen der beruflichen Wirklichkeit und integrieren technische, sicherheitstechnische, ökonomische, ökologische und rechtliche Aspekte, nutzen die berufspraktischen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler und berücksichtigen soziale Prozesse, z. B. der Interessenklärung oder der Konfliktbewältigung.

Die KMK-Rahmenlehrpläne der Ausbildungsberufe sind vor diesem Hintergrund nach Lernfeldern gegliedert. Die Stundentafeln der Bildungsgänge gliedern sich in den Pflichtbereich mit dem berufsübergreifenden Bereich und dem berufsbezogenen Bereich sowie den Wahlbereich.

Die Lernfelder der sächsischen Stundentafeln sind mit den Lernfeldern der KMK-Rahmenlehrpläne weitestgehend identisch, die Lernfelder 2 „Arbeitsstoffe handhaben“ und 4 „Umwelttechnische Anlagen und Leitungsnetze betreiben“ wurden um jeweils 20 Unterrichtsstunden erhöht.

Für die vom wöchentlichen Teilzeitunterricht abweichenden Organisationsformen Blockunterricht und 2-2-1-Modell ist die Stundentafel für den berufsbezogenen Bereich basierend auf der VwV Stundentafeln bbS in der jeweils geltenden Fassung von den Schulen in eigener Verantwortung anzupassen.

Die Struktur der Lernfelder orientiert sich in Aufbau und Zielsetzung an Arbeits- und Geschäftsprozessen der Umwelttechnik. Die Zielformulierungen innerhalb der Lernfelder des KMK-Rahmenlehrplanes beschreiben den Qualifikationsstand und die Kompetenzen am Ende des Lernprozesses. Ergänzt durch die Inhalte umfassen sie den Mindestumfang zu vermittelnder Kompetenzen.

Auf Grund der sich schnell entwickelnden beruflichen Anforderungen sind die Inhalte weitgehend offen formuliert. Diese Struktur fördert und fordert die Einbeziehung neuer Entwicklungen und Tendenzen in den Unterricht.

Die Lernfelder sind logisch angeordnet und bauen spiralcurricular aufeinander auf. Die Umsetzung sowie die zeitliche Abfolge der Lernfelder sind unter Beachtung des spiralcurricularen Aufbaus im Lehrerteam abzustimmen.

Darüber hinaus sind weitere Verknüpfungen zwischen den Lernfeldern möglich. Kommunikative und fremdsprachliche Kompetenzen werden integrativ in den Lernfeldern entwickelt.

Die Ausbildung wird durch die gestreckte Abschlussprüfung in zwei Ausbildungsphasen gegliedert. Die Lernfelder 1 bis 4 sind als gemeinsame Kernqualifikationen Grundlage für den Teil 1 der Abschlussprüfung für alle umwelttechnischen Berufe. Die Inhalte der darauf aufbauenden berufsspezifischen zweiten Phase sind auf die fachlichen Unterschiede der beruflichen Handlungskompetenzen der umwelttechnischen Berufe ausgerichtet. Die Abgrenzung zwischen den Ausbildungsjahren ist hinsichtlich der zeitlichen Planung in der Ausbildungsordnung und in Bezug auf die Prüfungen einzuhalten.

Die Lernfelder 1 bis 4 des 1. Ausbildungsjahres sind für alle vier Ausbildungsberufe einheitlich. Eine gemeinsame Beschulung kann deshalb im 1. Ausbildungsjahr unter Berücksichtigung der jeweiligen berufstypischen Anforderungen erfolgen.

Für Umwelttechnologen für Abwasserbewirtschaftung und Umwelttechnologinnen für Abwasserbewirtschaftung sowie Umwelttechnologen für Wasserversorgung und Umwelttechnologinnen für Wasserversorgung sind die Lernfelder 7 „Anlagen elektrisch betreiben“ und 10 „Elektrische Geräte anschließen“ identisch, da sie die elektrotechnischen Handlungskompetenzen abbilden, die in beiden Berufen gefördert werden sollen.

Die Ausgestaltung und Umsetzung der Lernfelder des KMK-Rahmenlehrplanes ist in den Schulen vor Ort zu leisten. Die Lernfelder sind für den Unterricht durch Lernsituationen, die exemplarisch für berufliche Handlungssituationen stehen, zu untersetzen. Die Branchenvielfalt sollte dabei Berücksichtigung finden. Lernsituationen konkretisieren die Vorgaben des Lernfeldes und werden mittels curricularer Analyse aus diesen abgeleitet.

Der berufsbezogene Unterricht knüpft an das Alltagswissen und an die Erfahrungen des Lebensumfeldes an und bezieht die Aspekte der Medienbildung, der Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie der politischen Bildung ein. Die Lernfelder bieten umfassende Möglichkeiten, den sicheren, sachgerechten, kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit traditionellen und digitalen Medien zu thematisieren. Sie beinhalten vielfältige, unmittelbare Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit globalen, gesellschaftlichen und politischen Themen, deren sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekten sowie Bezüge zur eigenen Lebens- und Arbeitswelt. Die Umsetzung der Lernsituationen unter Einbeziehung dieser Perspektiven trägt aktiv zur weiteren Lebensorientierung, zur Entwicklung der Mündigkeit der Schülerinnen und Schüler, zum selbstbestimmten Handeln und damit zur Stärkung der Zivilgesellschaft bei.

Inhalte mit politischem Gehalt werden mit den damit in Verbindung stehenden fachspezifischen Arbeitsmethoden der politischen Bildung umgesetzt. Dafür eignen sich u. a. Rollen- und Planspiele, Streitgespräche, Pro- und Kontra-Debatten, Podiumsdiskussionen oder kriterienorientierte Fall-, Konflikt- und Problemanalysen.

Für Inhalte mit Anknüpfungspunkten zur Bildung für nachhaltige Entwicklung eignen sich insbesondere die didaktischen Prinzipien der Visionsorientierung, des Vernetzenden Lernens sowie der Partizipation. Vernetztes Denken bedeutet hier die Verbindung von Gegenwart und Zukunft einerseits und ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen des eigenen Handelns andererseits.

Die Digitalisierung und der mit ihr verbundene gesellschaftliche Wandel erfordern eine Vertiefung der informatischen Bildung. Ausgehend von den Besonderheiten des Bildungsganges begründet der Charakter der beruflichen Qualifikationen einen permanenten Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnik sowie berufsbezogener Software, die zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz erforderlich sind.

Unter Beachtung digitaler Arbeits- und Geschäftsprozesse ergibt sich die Notwendigkeit einer angemessenen Hard- und Softwareausstattung und entsprechender schulorganisatorischer Regelungen. Bis zu 25 % der Unterrichtsstunden des berufsbezogenen Unterrichtes in jedem Ausbildungsjahr können für den anwendungsbezogenen gerätegestützten Unterricht genutzt werden, wobei eine Klassenteilung möglich ist. Die konkrete Planung obliegt der Schule.

Die Ausprägung beruflicher Handlungskompetenz wird durch handlungsorientierten Unterricht gefördert. Dabei werden beispielhafte Aufgabenstellungen aus der beruflichen Praxis im Unterricht aufgegriffen. Das Lernen erfolgt in vollständigen Handlungen, bei denen die Schülerinnen und Schüler das Vorgehen selbstständig planen, durchführen, überprüfen, gegebenenfalls korrigieren und schließlich bewerten.

Dieses Unterrichten erfordert vielfältige Sozialformen und Methoden, insbesondere den Einsatz komplexer Lehr-/Lernarrangements wie Projektarbeit oder kooperatives Lernen. Des Weiteren ist eine kontinuierliche Abstimmung zwischen den beteiligten Lehrkräften des berufsübergreifenden und berufsbezogenen Bereiches sowie der in einem Lernfeld unterrichtenden Lehrkräfte notwendig.

Die Schülerinnen und Schüler werden befähigt, Lern- und Arbeitstechniken anzuwenden und selbstständig weiterzuentwickeln sowie Informationen zu beschaffen, zu verarbeiten und zu bewerten. Darüber hinaus ist bei den Schülerinnen und Schülern das Bewusstsein zu entwickeln, dass Bereitschaft und Fähigkeit zum selbstständigen und lebenslangen Lernen wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Berufsleben sind.

Stundentafeln

Umwelttechnologe für Abwasserbewirtschaftung/Umwelttechnologin für Abwasserbewirtschaftung

Unterrichtsfächer und Lernfelder Wochenstunden in der Klassenstufe
1 2 3
Pflichtbereich 12 12 12
Berufsübergreifender Bereich 41 5 5
Deutsch/Kommunikation 1 1 1
Englisch 1 - -
Gemeinschaftskunde 1 1 1
Wirtschaftskunde 1 1 1
Evangelische Religion, Katholische Religion oder Ethik 1 1 1
Sport - 1 1
Berufsbezogener Bereich 8 7 7
1 Am Arbeitsplatz sicher arbeiten 1,5 - -
2 Arbeitsstoffe handhaben 2,52 - -
3 Ökologische Kreisläufe schützen und Belastungen minimieren 1,5 - -
4 Umwelttechnische Anlagen und Leitungsnetze betreiben 2,52 - -
5 Abwasser beproben und untersuchen - 1,5 -
6 Stoffe fördern - 1,5 -
7 Anlagen elektrisch betreiben - 1 -
8 Kanäle und Bauwerke inspizieren und reinigen - 2 -
9 Abwasser mechanisch reinigen - 1 -
10 Elektrische Geräte anschließen - - 1
11 Abwasser biologisch und chemisch reinigen - - 1
12 Schlämme behandeln - - 1
13 Regenwasser bewirtschaften - - 1
14 Abwasserinhaltsstoffe bestimmen und Schlämme untersuchen - - 1,5
15 Abwassertechnische Anlagen steuern und regeln - - 1,5
Wahlbereich3 2 2 2
 
  • 1
    Es obliegt den Schulen im Rahmen ihrer Eigenverantwortung, in welchem Fach des berufsübergreifenden Bereiches in der Klassenstufe 1 unter Beachtung der personellen und sächlichen Ressourcen der Unterricht um eine Wochenstunde gekürzt wird. In Abhängigkeit von der vorgenommenen Kürzung verringert sich die Anzahl der Gesamtausbildungsstunden nach Dauer der Ausbildung in dem jeweiligen Fach. In der Summe der Ausbildungsstunden aller Fächer im berufsübergreifenden Bereich ist dies bereits berücksichtigt. Eine Reduzierung in den Fächern Englisch und Gemeinschaftskunde soll nicht erfolgen. Des Weiteren ist sicherzustellen, dass die zum Bestehen der Abschlussprüfung im Fach Wirtschafts- und Sozialkunde notwendigen Inhalte im Unterricht vermittelt werden.
  • 2
    Ergänzend zu den Vorgaben des KMK-Rahmenlehrplanes wurde die Anzahl der Unterrichtsstunden erhöht.
  • 3
    Der Wahlbereich steht den Schulen im Rahmen ihrer Eigenverantwortung zur Vertiefung der berufsbezogenen Inhalte sowie weiteren Spezialisierung und Förderung zur Verfügung. Die Möglichkeit, das Fach Sport im Wahlbereich der Klassenstufe 1 anzubieten, ist ebenso gegeben.

Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft/Umwelttechnologin für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Unterrichtsfächer und Lernfelder Wochenstunden in den Klassenstufen
1 2 3
Pflichtbereich 12 12 12
Berufsübergreifender Bereich 44 5 5
Deutsch/Kommunikation 1 1 1
Englisch 1 - -
Gemeinschaftskunde 1 1 1
Wirtschaftskunde 1 1 1
Evangelische Religion, Katholische Religion oder Ethik 1 1 1
Sport - 1 1
Berufsbezogener Bereich 8 7 7
1 Am Arbeitsplatz sicher arbeiten 1,5 - -
2 Arbeitsstoffe handhaben 2,55 - -
3 Ökologische Kreisläufe schützen und Belastungen minimieren 1,5 - -
4 Umwelttechnische Anlagen und Leitungsnetze betreiben 2,55 - -
5 Abfälle einstufen, sammeln und transportieren - 3 -
6 Abfälle chemisch-physikalisch und mechanisch behandeln - 2,5 -
7 Abfälle biologisch behandeln - 1,5 -
8 Abfälle untersuchen und abfallwirtschaftliche Anlagen überwachen - - 2,5
9 Abfälle disponieren - - 2
10 Abfälle verwerten und deponieren - - 2,5
Wahlbereich6 2 2 2
 
  • 4
    Es obliegt den Schulen im Rahmen ihrer Eigenverantwortung, in welchem Fach des berufsübergreifenden Bereiches in der Klassenstufe 1 unter Beachtung der personellen und sächlichen Ressourcen Unterricht um eine Wochenstunde gekürzt wird. In Abhängigkeit von der vorgenommenen Kürzung verringert sich die Anzahl der Gesamtausbildungsstunden nach Dauer der Ausbildung in dem jeweiligen Fach. In der Summe der Ausbildungsstunden aller Fächer im berufsübergreifenden Bereich ist dies bereits berücksichtigt. Eine Reduzierung in den Fächern Englisch und Gemeinschaftskunde soll nicht erfolgen. Des Weiteren ist sicherzustellen, dass die zum Bestehen der Abschlussprüfung Wirtschafts- und Sozialkunde notwendigen Inhalte im Unterricht vermittelt werden.
  • 5
    Ergänzend zu den Vorgaben des KMK-Rahmenlehrplanes wurde die Anzahl der Unterrichtsstunden erhöht.
  • 6
    Der Wahlbereich steht den Schulen im Rahmen ihrer Eigenverantwortung zur Vertiefung der berufsbezogenen Inhalte sowie zur weiteren Spezialisierung und Förderung zur Verfügung. Die Möglichkeit, das Fach Sport im Wahlbereich der Klassenstufe 1 anzubieten, ist ebenso gegeben.

Umwelttechnologe für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen/Umwelttechnologin für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen

Unterrichtsfächer und Lernfelder Wochenstunden in den Klassenstufen
1 2 3
Pflichtbereich 12 12 12
Berufsübergreifender Bereich 47 5 5
Deutsch/Kommunikation 1 1 1
Englisch 1 - -
Gemeinschaftskunde 1 1 1
Wirtschaftskunde 1 1 1
Evangelische Religion, Katholische Religion oder Ethik 1 1 1
Sport - 1 1
Berufsbezogener Bereich 8 7 7
1 Am Arbeitsplatz sicher arbeiten 1,5 - -
2 Arbeitsstoffe handhaben 2,58 - -
3 Ökologische Kreisläufe schützen und Belastungen minimieren 1,5 - -
4 Umwelttechnische Anlagen und Leitungsnetze betreiben 2,58 - -
5 In enge Räume und Behälter einsteigen - 1 -
6 Anlagen, Maschinen und Werkzeuge bedienen, warten und instand setzen - 2,5 -
7 Mit eingesetzten Stoffen und anfallenden Reststoffen umgehen - 1,5 -
8 Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen reinigen - 1 -
9 Rohrleitungsnetze und Anlagen inspizieren - 1 -
10 Rohrleitungsnetze sanieren - - 1,5
11 Rohrleitungsnetze auf Dichtheit prüfen - - 1
12 Entwässerungsanlagen von Gebäuden reinigen - - 1
13 Industrieanlagen instand halten - - 2,5
14 Industrieanlagen für eine Prüfung vorbereiten - - 1
Wahlbereich9 2 2 2
 
  • 7
    Es obliegt den Schulen im Rahmen ihrer Eigenverantwortung, in welchem Fach des berufsübergreifenden Bereiches in der Klassenstufe 1 unter Beachtung der personellen und sächlichen Ressourcen Unterricht um eine Wochenstunde gekürzt wird. In Abhängigkeit von der vorgenommenen Kürzung verringert sich die Anzahl der Gesamtausbildungsstunden nach Dauer der Ausbildung in dem jeweiligen Fach. In der Summe der Ausbildungsstunden aller Fächer im berufsübergreifenden Bereich ist dies bereits berücksichtigt. Eine Reduzierung in den Fächern Englisch und Gemeinschaftskunde soll nicht erfolgen. Des Weiteren ist sicherzustellen, dass die zum Bestehen der Abschlussprüfung Wirtschafts- und Sozialkunde notwendigen Inhalte im Unterricht vermittelt werden.
  • 8
    Ergänzend zu den Vorgaben des KMK-Rahmenlehrplanes wurde die Anzahl der Unterrichtsstunden erhöht.
  • 9
    Der Wahlbereich steht den Schulen im Rahmen ihrer Eigenverantwortung zur Vertiefung der berufsbezogenen Inhalte sowie zur weiteren Spezialisierung und Förderung zur Verfügung. Die Möglichkeit, das Fach Sport im Wahlbereich der Klassenstufe 1 anzubieten, ist ebenso gegeben.

Umwelttechnologe für Wasserversorgung/Umwelttechnologin für Wasserversorgung

Unterrichtsfächer und Lernfelder Wochenstunden in den Klassenstufen
1 2 3
Pflichtbereich 12 12 12
Berufsübergreifender Bereich 410 5 5
Deutsch/Kommunikation 1 1 1
Englisch 1 - -
Gemeinschaftskunde 1 1 1
Wirtschaftskunde 1 1 1
Evangelische Religion, Katholische Religion oder Ethik 1 1 1
Sport - 1 1
Berufsbezogener Bereich 8 7 7
1 Am Arbeitsplatz sicher arbeiten 1,5 - -
2 Arbeitsstoffe handhaben 2,511 - -
3 Ökologische Kreisläufe schützen und Belastungen minimieren 1,5 - -
4 Umwelttechnische Anlagen und Leitungsnetze betreiben 2,511 - -
5 Wasser fördern - 2 -
6 Rohwasser nachhaltig gewinnen und analysieren - 2,5 -
7 Anlagen elektrisch betreiben - 1 -
8 Wasserhausanschluss erstellen und instand halten - 1,5 -
9 Wasser aufbereiten und analysieren - - 2,5
10 Elektrische Geräte anschließen - - 1
11 Wasser speichern und verteilen - - 2
12 Wasserversorgungsanlagen steuern und regeln - - 1,5
Wahlbereich12 2 2 2
 
  • 10
    Es obliegt den Schulen im Rahmen ihrer Eigenverantwortung, in welchem Fach des berufsübergreifenden Bereiches in der Klassenstufe 1 unter Beachtung der personellen und sächlichen Ressourcen Unterricht um eine Wochenstunde gekürzt wird. In Abhängigkeit von der vorgenommenen Kürzung verringert sich die Anzahl der Gesamtausbildungsstunden nach Dauer der Ausbildung in dem jeweiligen Fach. In der Summe der Ausbildungsstunden aller Fächer im berufsübergreifenden Bereich ist dies bereits berücksichtigt. Eine Reduzierung in den Fächern Englisch und Gemeinschaftskunde soll nicht erfolgen. Des Weiteren ist sicherzustellen, dass die zum Bestehen der Abschlussprüfung Wirtschafts- und Sozialkunde notwendigen Inhalte im Unterricht vermittelt werden.
  • 11
    Ergänzend zu den Vorgaben des KMK-Rahmenlehrplanes wurde die Anzahl der Unterrichtsstunden erhöht.
  • 12
    Der Wahlbereich steht den Schulen im Rahmen ihrer Eigenverantwortung zur Vertiefung der berufsbezogenen Inhalte sowie zur weiteren Spezialisierung und Förderung zur Verfügung. Die Möglichkeit, das Fach Sport im Wahlbereich der Klassenstufe 1 anzubieten, ist ebenso gegeben.

Hinweise zur Umsetzung

In diesem Kontext wird auf die Handreichung „Umsetzung lernfeldstrukturierter Lehr­pläne“ (LaSuB 2022) verwiesen.

Diese Handreichung bezieht sich auf die Umsetzung des Lernfeldkonzeptes in den Schul­arten Berufsschule, Berufsfachschule und Fachschule und enthält u. a. Ausführungen

  1. zum Lernfeldkonzept,
  2. zu Aufgaben der Schulleitung bei der Umsetzung des Lernfeldkonzeptes, wie
    • Information der Lehrkräfte über das Lernfeldkonzept und über die Ausbildungsdokumente,
    • Bildung von Lehrerteams,
    • Gestaltung der schulorganisatorischen Rahmenbedingungen,
  3. zu Anforderungen an die Gestaltung des Unterrichts, insbesondere zur
    • kompetenzorientierten Planung des Unterrichts,
    • Auswahl der Unterrichtsmethoden und Sozialformen

sowie das Glossar.

Darüber hinaus wird die Verwendung der Handreichung „Operatoren in der beruflichen Bildung“ (LaSuB 2021) empfohlen. Das Material unterstützt die Standardisierung von Operatoren in Aufträgen und Aufgaben sowie die Transparenz in den Anforderungen bei der Umsetzung von beruflichen Handlungssituationen im Unterricht und bei der Leistungsbewertung.

Sächsische Lehrkräfte können in der dynamischen Lehrplandatenbank ergänzend zu den Lehrplänen und Arbeitsmaterialien auf eine vielfältige Auswahl von Dokumenten und Web-Links sowohl für die Unterrichtsgestaltung als auch für das Selbstlernen der Schülerinnen und Schüler zurückgreifen. 

Ansicht der Dynamischen Lehrplandatenbank

Die Verfügbarkeit dieser Materialien in den Lehrplänen, Arbeitsmaterialien und Stundentafeln ist durch ein Symbol gekennzeichnet, welches sich rechts neben den Lehrplanzielen und -inhalten oder Lernfeldern befindet. Das Materialangebot ist ausschließlich nach der Anmeldung im Schulportal für sächsische Lehrkräfte abrufbar. Es wird sukzessive erweitert.

Ein wichtiges Unterstützungsmaterial stellen die verknüpften curricularen Analysen und exemplarischen Lernsituationen dar. Die Mitglieder der sächsischen Lehrplankommissionen leiten aus dem Rahmenlehrplan detaillierte curriculare Analysen ab, die die im Rahmenlehrplan festgelegten Kompetenzen konkretisieren. Die zu entwickelnden Teilkompetenzen sowie die zu unterrichtenden Inhalte der Lernfelder sind präzisiert und mit Zeitrichtwerten versehen.

Auf der Grundlage der curricularen Analysen werden didaktisch aufbereitete exemplarische Lernsituationen entwickelt. Ausgangspunkte dieser Lernsituationen sind geeignete Aufträge und Handlungsergebnisse unter Beachtung der Abläufe von Arbeits- bzw. Geschäftsprozessen. 

Für die Lernfelder, die Kompetenzbeschreibungen zum berufsbezogenen Fremdsprachenerwerb enthalten, haben die Lehrplankommissionen Hinweise zur Umsetzung entwickelt, die ebenfalls in der Lehrplandatenbank zur Verfügung gestellt werden.

Hinweise zum berufsbezogenen Englisch

Berufsbezogenes Englisch bildet die Integration der Fremdsprache in die Lernfelder ab. 

Der Englischunterricht im berufsübergreifenden Bereich gemäß den Vorgaben der Stundentafel und der Unterricht im berufsbezogenen Englisch stellen eine Einheit dar. Es werden gezielt Kompetenzen entwickelt, die die berufliche Mobilität der Schülerinnen und Schüler in Europa und in einer globalisierten Lebens- und Arbeitswelt unterstützen.

Der Englischunterricht orientiert auf eine weitgehend selbstständige Sprachverwendung mindestens auf dem Niveau B1 des KMK-Fremdsprachenzertifikats13, das sich an den Referenzniveaus des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen (GeR) orientiert. Dabei werden die vorhandenen fremdsprachlichen Kompetenzen in den Bereichen Rezeption, Produktion, Mediation und Interaktion um berufliche Handlungssituationen erweitert. Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler sollten motiviert werden, sich den Anforderungen des Niveaus B2 zu stellen.

Grundlage für den berufsbezogenen Englischunterricht bilden die in den Lernfeldern des KMK-Rahmenlehrplans formulierten fremdsprachlichen Aspekte. Der in den Lernfeldern integrativ erworbene Fachwortschatz wird in vielfältigen Kommunikationssituationen angewandt sowie orthografisch und phonetisch gesichert. Relevante grammatische Strukturen werden aktiviert. Der Unterricht strebt den Erwerb grundlegender interkultureller Handlungsfähigkeit mit dem Ziel an, mehr Sicherheit im Umgang mit fremdsprachigen Kommunikationspartnern zu entwickeln. Damit werden die Schülerinnen und Schüler befähigt, im beruflichen Kontext erfolgreich zu kommunizieren.

Der Unterricht im berufsbezogenen Englisch ist weitgehend in der Fremdsprache zu führen und handlungsorientiert auszurichten. Dies kann u. a. durch Projektarbeit, Gruppenarbeit und Rollenspiele geschehen. Dazu sind die Simulation wirklichkeitsnaher Situationen im Unterricht, die Nutzung von Medien und moderner Informations- und Kommunikationstechnik sowie das Einüben und Anwenden von Lern- und Arbeitstechniken eine wesentliche Voraussetzung. 

Vertiefend kann berufsbezogenes Englisch im Wahlbereich angeboten werden. Empfehlungen dazu werden in den berufsgruppenbezogenen Modulen des Lehrplans Englisch für die Berufsschule/Berufsfachschule gegeben.

Die Teilnahme an den Prüfungen zur Zertifizierung von Fremdsprachenkenntnissen Niveau B1 oder Niveau B2 in der beruflichen Bildung in einem berufsrelevanten Bereich kann von den Schülerinnen und Schülern in Abstimmung mit der Lehrkraft für Fremdsprachen individuell entschieden werden.

Die Niveaubeschreibung des KMK-Fremdsprachenzertifikats weist folgende Anforderungen in den einzelnen Kompetenzbereichen aus:

Rezeption:  Gesprochenen und geschriebenen fremdsprachigen Texten Informationen entnehmen

Hör- und Hörsehverstehen

Niveau B1

Die Schülerinnen und Schüler können geläufigen Texten in berufstypischen Situationen Einzelinformationen und Hauptaussagen entnehmen, wenn deutlich und in Standard­sprache gesprochen wird. 

Niveau B2

Die Schülerinnen und Schüler können komplexere berufstypische Texte global, selektiv und detailliert verstehen, wenn in natürlichem Tempo und in Standardsprache gesprochen wird, auch wenn diese leichte Akzentfärbungen aufweist. 

Leseverstehen

Niveau B1

Die Schülerinnen und Schüler können geläufigen berufstypischen Texten zu teilweise weniger vertrauten Themen aus bekannten Themenbereichen Einzelinformationen und Hauptaussagen entnehmen. 

Niveau B2

Die Schülerinnen und Schüler können komplexe berufstypische Texte, auch zu wenig vertrauten und abstrakten Themen aus bekannten Themenbereichen, global, selektiv und detailliert verstehen. 

Produktion:  Fremdsprachige Texte erstellen

Niveau B1

Die Schülerinnen und Schüler können unter Verwendung elementarer und auch komplexer sprachlicher Mittel geläufige berufstypische Texte zu vertrauten Themen verfassen. 

Niveau B2

Die Schülerinnen und Schüler können unter Verwendung vielfältiger, auch komplexer sprachlicher Mittel berufstypische Texte aus bekannten Themenbereichen verfassen. 

Mediation:  Textinhalte in die jeweilige Sprache übertragen und in zweisprachigen Situationen vermitteln

Niveau B1

Die Schülerinnen und Schüler können fremdsprachlich dargestellte berufliche Sachverhalte aus bekannten Themenbereichen sinngemäß und adressatengerecht auf Deutsch wiedergeben. Sie können unter Verwendung elementarer und auch komplexer sprachlicher Mittel in deutscher Sprache dargestellte Sachverhalte aus bekannten Themenbereichen sinngemäß und adressatengerecht in die Fremdsprache übertragen. 

Niveau B2

Die Schülerinnen und Schüler können den Inhalt komplexer fremdsprachlicher berufsrelevanter Texte aus bekannten Themenbereichen sinngemäß und adressatengerecht auf Deutsch sowohl wiedergeben als auch zusammenfassen. Sie können unter Verwendung vielfältiger, auch komplexer sprachlicher Mittel den Inhalt komplexer berufsrelevanter Texte aus bekannten Themenbereichen in deutscher Sprache sinngemäß und adressatengerecht in die Fremdsprache sowohl übertragen als auch zusammenfassen. 

Interaktion:  Gespräche in der Fremdsprache führen

Niveau B1

Die Schülerinnen und Schüler können unter Verwendung elementarer und auch komplexer sprachlicher Mittel geläufige berufsrelevante Gesprächssituationen, in denen es um vertraute Themen geht, in der Fremdsprache weitgehend sicher bewältigen, sofern die am Gespräch Beteiligten kooperieren, dabei auch eigene Meinungen sowie Pläne erklären und begründen. 

Niveau B2

Die Schülerinnen und Schüler können unter Verwendung vielfältiger, auch komplexer sprachlicher Mittel berufsrelevante Gesprächssituationen, in denen es um komplexe Themen aus bekannten Themenbereichen geht, in der Fremdsprache sicher bewältigen, dabei das Gespräch aufrechterhalten, Sachverhalte ausführlich erläutern und Standpunkte verteidigen. 

______________________________
13   Rahmenvereinbarung über die Zertifizierung von Fremdsprachenkenntnissen in der beruflichen Bildung unter https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/1998/1998_11_20-Fremdsprachen-berufliche-Bildung.pdf 

Unterstützungsmaterialien

1. Ausbildungsjahr

Lernfeld 1 Am Arbeitsplatz sicher arbeiten 60 Ustd.
Lernfeld 2 Arbeitsstoffe handhaben 100 Ustd.
Lernfeld 3 Ökologische Kreisläufe schützen und Belastungen minimieren 60 Ustd.
Lernfeld 4 Umwelttechnische Anlagen und Leitungsnetze betreiben 100 Ustd.

2. und 3. Ausbildungsjahr

Umwelttechnologe für Abwasserbewirtschaftung/Umwelttechnologin für Abwasserbewirtschaftung

Lernfeld 5 Abwasser beproben und untersuchen 60 Ustd.
Lernfeld 6 Stoffe fördern 60 Ustd.
Lernfeld 7 Anlagen elektrisch betreiben 40 Ustd.
Lernfeld 8 Kanäle und Bauwerke inspizieren und reinigen 80 Ustd.
Lernfeld 9 Abwasser mechanisch reinigen 40 Ustd.
Lernfeld 10 Elektrische Geräte anschließen 40 Ustd.
Lernfeld 11 Abwasser biologisch und chemisch reinigen 40 Ustd.
Lernfeld 12 Schlämme behandeln 40 Ustd.
Lernfeld 13 Regenwasser bewirtschaften 40 Ustd.
Lernfeld 14 Abwasserinhaltsstoffe bestimmen und Schlämme untersuchen 60 Ustd.
Lernfeld 15 Abwassertechnische Anlagen steuern und regeln 60 Ustd.

Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft/Umwelttechnologin für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Lernfeld 5 Abfälle einstufen, sammeln und transportieren 120 Ustd.
Lernfeld 6 Abfälle chemisch-physikalisch und mechanisch behandeln 100 Ustd.
Lernfeld 7 Abfälle biologisch behandeln 60 Ustd.
Lernfeld 8 Abfälle untersuchen und abfallwirtschaftliche Anlagen überwachen 100 Ustd.
Lernfeld 9 Abfälle disponieren 80 Ustd.
Lernfeld 10 Abfälle verwerten und deponieren 100 Ustd.

Umwelttechnologe für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen/Umwelttechnologin für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen

Lernfeld 5 In enge Räume und Behälter einsteigen 40 Ustd.
Lernfeld 6 Anlagen, Maschinen und Werkzeuge bedienen, warten und instand setzen 100 Ustd.
Lernfeld 7 Mit eingesetzten Stoffen und anfallenden Reststoffen umgehen 60 Ustd.
Lernfeld 8 Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen reinigen 40 Ustd.
Lernfeld 9 Rohrleitungsnetze und Anlagen inspizieren 40 Ustd.
Lernfeld 10 Rohrleitungsnetze sanieren 60 Ustd.
Lernfeld 11 Rohrleitungsnetze auf Dichtheit prüfen 40 Ustd.
Lernfeld 12 Entwässerungsanlagen von Gebäuden reinigen 40 Ustd.
Lernfeld 13 Industrieanlagen instand halten 100 Ustd.
Lernfeld 14 Industrieanlagen für eine Prüfung vorbereiten 40 Ustd.

Umwelttechnologe für Wasserversorgung/Umwelttechnologin für Wasserversorgung

Lernfeld 5 Wasser fördern 80 Ustd.
Lernfeld 6 Rohwasser nachhaltig gewinnen und analysieren 100 Ustd.
Lernfeld 7 Anlagen elektrisch betreiben 40 Ustd.
Lernfeld 8 Wasserhausanschluss erstellen und instand halten 60 Ustd.
Lernfeld 9 Wasser aufbereiten und analysieren 100 Ustd.
Lernfeld 10 Elektrische Geräte anschließen 40 Ustd.
Lernfeld 11 Wasser speichern und verteilen 80 Ustd.
Lernfeld 12 Wasserversorgungsanlagen steuern und regeln 60 Ustd.

Lernfeld 1: Am Arbeitsplatz sicher arbeiten

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, an ihrem Arbeitsplatz sicher zu arbeiten.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit ihrem Arbeitsplatz vertraut. Sie machen sich über potenzielle chemische, biologische und physikalische Gefahren für sich und andere kundig. Sie nehmen sowohl ihre eigenen als auch frem­de Interessen der Sicherheit am Arbeitsplatz wahr und tauschen sich über ihre Erfahrungen aus.

Die Schülerinnen und Schüler analysieren ihren Arbeitsauftrag und leiten chemische, biologische und physikalische Gefahren ab.

10 Ustd.

Vergiftungs-, Erstickungs-, Verätzungs- und Umweltgefahr

Infektionsgefahr

Absturzgefahr

Explosionsgefahr

Gefahren durch elektrischen Strom

Die Schülerinnen und Schüler schätzen das Gefahrenpotenzial und die Risiken ab.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich zu erforderlichen Maßnahmen zum Schutz vor Gefahren für sich und andere.

Sie nutzen

rechtliche Grundlagen

Regelwerke

Vorschriften

Merkblätter

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich durch Gefähr­dungsbeurteilungen und Betriebs­anweisungen über die notwendigen Schutz- und Hygienemaßnahmen, Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz (Persönliche Schutz­ausrüstung, arbeitsmedizinische Vorsorge) sowie die Gefahren des elektrischen Stroms. Dafür nutzen sie auch digitale Medien sowie fremdsprachige Informationsange­bote und gestalten ihre Lern­umgebung mit.

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren zu Schutz-, Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen in Gefährdungsbeurteilungen, Sicherheits­datenblättern und Betriebsanweisungen.

8 Ustd.

Sie nutzen 

Materialsammlungen

digitale Medien und Datenbanken

deutsch- und englischsprachige Dokumente 

Sie bestimmen geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA) als Sicherheitsvorkehrung:

Schutzausrüstung bei Verätzungs-, Erstickungs- und Vergif­tungsgefahr

Schutzausrüstung bei Infektionsgefahr

Schutzausrüstung bei Absturz- und mechanischer Gefahr

Die Schülerinnen und Schüler erfragen Maßnahmen der arbeits­medizinischen Vorsorge:

Hautschutz

Impfstatus

Die Schülerinnen und Schüler stellen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor elektrischen Strom zusammen.

Sie ermitteln Schutzmaßnahmen und berücksichtigen dabei die rechtlichen Grundlagen sowie die Regeln der Technik. Sie nutzen Sicherheitsdatenblätter (Gefahren­piktogramme, Gefahren- und Sicherheitshinweise, Sicherheits­zeichen).

Die Schülerinnen und Schüler prüfen die Schutzmaßnahmen auf deren Richtigkeit gemäß den Regeln der Technik.

6 Ustd.

Die Schülerinnen und Schüler beschaffen sich mithilfe von Sicher­heits­datenblättern Informationen zu erforderlichen Schutz- und Sicherheits­maßnahmen:

Gefahrenpiktogramme nach dem global harmonisierten System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS)

Gefährdungs- und Sicherheitshinweise (H- und P-Sätze)

Gebots- und Warnzeichen

Verbotszeichen

Rettungs- und Brandschutzzeichen

Die Schülerinnen und Schüler planen ihre Schutz- und Hygiene­maßnahmen am Arbeitsplatz im Team. Sie beachten die Unfall­verhütungsvorschriften und die Sicherheitsregeln. Sie entscheiden sich für eine Vorgehensweise zur Umsetzung der Maßnahmen (Maßnahmenhierarchie), treffen Absprachen und übernehmen Verantwortung für sich und den Teamprozess.

Die Schülerinnen und Schüler legen notwendige Schutz- und Hygiene­maßnahmen fest.

5 Ustd.

Sie richten ihren Arbeitsplatz ein und achten auf die Einhaltung der Schutz- und Hygienemaßnahmen.

Sie stellen

Gesichts- und Augenschutz

Hand- und Körperschutz

Fußschutz bereit

Die Schülerinnen und Schüler bestimmen die Vorgehensweise bei der Umsetzung der Maßnahmen:

Arbeitsaufgaben

Arbeitsorganisation und -ablauf

Team- oder Einzelarbeit, Kooperation

Die Schülerinnen und Schüler diskutieren und dokumentieren ihre Planungen. Sie kommunizieren ihre Entscheidungen wertschätzend miteinander.

Sie erstellen Checklisten zu geplanten Schutz- und Hygiene­maßnahmen für die spätere Kontrolle.

Sie achten auf ihre eigene Sicherheit und die ihres Teams.

Die Schülerinnen und Schüler wählen auf der Basis von Messun­gen und Beobachtungen selbst­ständig Hilfsmittel, Persönliche Schutzausrüstung und gesund­heitsschützen­de Maßnahmen aus.

Die Schülerinnen und Schüler legen unter Berücksichtigung von Messungen und Beobachtungen selbstständig geeignete Hilfsmittel und Ausrüstungsgegenstände situationsbezogen fest.

5 Ustd.

Sie setzen die Ausrüstungsgegenstände und Hilfsmittel gemäß der Arbeitsaufgabe ein:

Schutzbrille, Gesichtsvisier

Gehörschutz 

Schutzhandschuhe: Einmal-, Säureschutz-, Hitze-, Montage-, Schnittschutz-, Isolierhandschuhe

Arbeitsschutzkleidung

Sicherheits-, Arbeitsschuhe

Atemschutz

Abzug

Zum Heben, Transportieren und zur Ladungssicherung nutzen sie Anschlagmittel und Hebezeuge.

Die Schülerinnen und Schüler stellen für die Arbeitsaufgabe erforderliche Anschlagmittel und Hebezeuge bereit:

6 Ustd.

Gurte, Ketten, Seile

Winde, mobile und Deckenkrane

Flurförderzeuge

Sie führen vor der Verwendung eine Sicht- und Funktionskontrolle der Anschlagmittel und Hebezeuge durch.

Sie dokumentieren ihre Vorgehens­weise unter Einhaltung der Vor­schriften zum Datenschutz und zur Datensicherheit. Die gewonnenen Informationen und Entscheidungen werden auch in digitaler Form auf­bereitet und präsentiert.

Die Schülerinnen und Schüler nutzen die erstellten Checklisten zur Sicherstellung und dokumentieren die Einhaltung der geplanten Schutz- und Hygienemaßnahmen. Dabei beachten sie den Daten­schutz.

4 Ustd.

DSGVO

Sie verwenden Standardsoftware zur Text- und Datenverarbeitung für die Zusammenstellung und Präsentation der Informationen. Sie sorgen für eine sichere Speicherung der Daten.

Die Schülerinnen und Schüler kontrollieren und beurteilen die dokumentierten Maßnahmen. Hier­zu äußern sie konstruktive Kritik, begründen diese und nehmen sie auch an. Sie bauen Vertrauen auf und verhalten sich umsichtig und rücksichtsvoll den anderen gegenüber.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den dokumentierten Maßnahmen auseinander.

8 Ustd.

Sie beurteilen die Einhaltung von Schutzmaßnahmen.

Sie diskutieren ihre Entscheidungen vertrauensvoll, konstruktiv und kritisch. Sie benennen Fehlverhalten, positionieren sich zu Kritik und halten Kritik von anderen aus. 

Sie formulieren Verbesserungsvorschläge und entwickeln Toleranz anderen gegenüber.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Arbeitsprozess und die Auswirkungen ihrer Ent­scheidungen auf ihr Umfeld. Sie überprüfen die Einhaltung von Absprachen und das Vorgehen im Team.

Die Schülerinnen und Schüler werten ihre Vorgehensweise im Arbeits­prozess aus und beurteilen die Auswirkungen ihrer Entscheidungen auf ihr Team und die Umwelt.

8 Ustd.

Sie setzen sich mit der Einhaltung von Absprachen auseinander.

Sie ziehen Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln und das Handeln im Team in ähnlichen Arbeitsprozessen.

Lernfeld 2: Arbeitsstoffe handhaben

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, Arbeitsstoffe aufgabenbezogen auszuwählen, einzusetzen, zu lagern, zu transportieren und zu entsorgen.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler ana­lysieren den betrieblichen Arbeits­auftrag und informieren sich unter Berücksichtigung stoffspezifischer Eigenschaften (physikalische, phy­siologische und chemische Stoff­eigenschaften, Reaktionsverhalten) über den Einsatz der Arbeitsstoffe.

Die Schülerinnen und Schüler analysieren betriebliche Arbeits­aufträge. 

22 Ustd.

Sie ermitteln die typischen stoffspezifischen Eigenschaften von Arbeitsstoffen.

Stoffaufbau 

physikalische, chemische und physiologische Stoffeigen­schaften

Reaktionsverhalten der Stoffe 

Sie tragen die stoffspezifischen Eigenschaften

Löseverhalten

Dichte

Leitfähigkeit

und das typische Reaktionsverhalten

Säure-Base-Reaktion

Redoxreaktion zusammen.

Sie machen sich mit dem Einsatz der Arbeitsstoffe vertraut.

Die Schülerinnen und Schüler notieren ihre Arbeitsergebnisse.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über das Gefah­renpotential der Arbeitsstoffe und präventive Sicherheitsmaßnahmen für ihre Tätigkeiten (Global harmo­nisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien).

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren das Gefahren­potenzial der einzusetzenden Arbeitsstoffe.  

6 Ustd.

Gefahrenpiktogramme nach Global harmonisierten System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS)

Gefahren- und Sicherheitshinweise nach GHS

Kennzeichnung nach GHS 

Sie machen sich mit den Sicherheitsmaßnahmen für den Umgang mit diesen Arbeitsstoffen vertraut.

Die Schülerinnen und Schüler pla­nen die Umsetzung des Arbeits­auftrags unter Beachtung der gülti­gen Vorschriften des Gesundheits- und Arbeitsschutzes.

Die Schülerinnen und Schüler wählen für die Umsetzung der Arbeits­aufträge benötigte Arbeits- und Schutzmittel aus:

8 Ustd.

persönliche Arbeitsschutzkleidung

Schutzbrille, Gesichtsvisier

Einmal-, Säureschutzhandschuhe

Sie halten diese für die Verwendung bereit und nutzen bei Bedarf technische Einrichtungen.

Sie legen die Abfolge der durchzuführenden Tätigkeiten fest.

Sie wählen Geräte und Materialien aufgabengerecht aus, berechnen die benötigten Quantitäten (stöchio­metrische Berechnungen) und richten ihren Arbeitsplatz ein.

Die Schülerinnen und Schüler beschaffen die benötigten Materialien.

30 Ustd.

Sie richten entsprechend der Arbeitsaufgabe den Arbeitsplatz 

  • zur Bestimmung physikalisch-chemischer Parameter
  • für die volumetrische Analyse

mit den erforderlichen Geräten 

  • Analysen- und Präzisionswaage
  • Aräometer, pH-Messgerät
  • Konduktometer
  • Büretten, Vollpipetten ein.

Die Schülerinnen und Schüler berechnen die gemäß Arbeitsauftrag geforderten Massen, Volumina und Konzentrationen für die Herstel­lung von benötigten Lösungen 

stöchiometrische Berechnungen

Massenanteil, Massenkonzentration

Mischungsrechnen

Stoffmengenkonzentration 

Die Schülerinnen und Schüler wählen für die Arbeitsaufgabe benötigte Gerätschaften aus und stellen erforderliche Materialien und Hilfsmittel zusammen.  

Sie ermitteln die Gefährlichkeit von Arbeitsstoffen und leiten Maßnah­men zu Lagerung, Verpackung, Kenn­zeichnung, Transport und Ent­sorgung (Gefahrstoffverordnung) ab. Sie wägen Gefahren für Men­schen und Umwelt ab.

Die Schülerinnen und Schüler schätzen die Gefährlichkeit der Arbeits­stoffe ein und legen Maßnahmen für die Lagerung, Verpackung, Kennzeichnung und Entsorgung fest.

8 Ustd.

Sie nutzen für ihre Entscheidungen

Gefahrstoffverordnung

Betriebsanweisungen

Sicherheitsdatenblätter

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Gefährdungen für Mensch und Umwelt auseinander. Dabei berücksichtigen sie den ressourcenschonenden Einsatz von Stoffen und die fachgerechte Ent­sorgung von Stoffen.

Die Schülerinnen und Schüler füh­ren unter Berücksichtigung von Betriebsanweisungen die Probe­nahme und die Bestimmung von ausgewählten Parametern durch. Sie gehen mit Arbeits- und Gefahr­stoffen bei berufsspezifischen Tätigkeiten ressourcenschonend um. Sie dokumentieren und werten die Ergebnisse mit digitalen Medien aus.

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen verschiedene Proben:

16 Ustd.

Probenahme von festen und flüssigen Stoffen

Bestimmung physikalischer Parameter

Bestimmung gelöster Inhaltsstoffe

Sie setzen Arbeits- und Gefahrstoffe ressourcenschonend ein. 

Die Schülerinnen und Schüler fertigen Protokolle zur Dokumentation der Arbeitsabläufe sowie der Mess- und Analysenergebnisse an. Sie nutzen Standardsoftware zur Text- und Datenverarbeitung.

Die Schülerinnen und Schüler beur­teilen die Plausibilität der Messung.

Die Schülerinnen und Schüler überprüfen die Mess- und Analysen­ergebnisse auf ihre Plausibilität und ziehen Schlussfolgerungen. 

4 Ustd.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Arbeitsprozess und leiten Maßnahmen zur Optimie­rung ab.

Die Schülerinnen und Schüler schätzen die Planungen sowie ihre Handlungen kritisch ein.

6 Ustd.

Selbst- und Fremdkritik

Sie benennen Probleme und subjektive Fehler des Arbeitsprozesses.

Sie diskutieren geeignete Maßnahmen zur Optimierung des Arbeits­prozesses:

Kalibrierung, Justierung von Geräten

Auswahl von Geräten

Reinigung und Pflege von Geräten

Abfolge der durchzuführenden Tätigkeiten 

sparsamer Umgang mit Materialien

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Schutz von Mensch und Umwelt

Lernfeld 2 Arbeitsstoffe handhaben
1. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 100 Ustd.
Lernsituationen
2.1
Stoffspezifische Eigenschaften und Reaktionen von Arbeitsstoffen zusammenstellen
42 Ustd.
2.2
Gefahrenpotenzial von Arbeitsstoffen beurteilen
10 Ustd.
2.3
Materialien sowie Geräte auswählen und für den Einsatz vorbereiten
15 Ustd.
2.4
Reaktionsverhalten von Arbeitsstoffen untersuchen
33 Ustd.
Lernsituation
2.1
Stoffspezifische Eigenschaften und Reaktionen von Arbeitsstoffen zusammenstellen
42 Ustd.
Auftrag

Ihr Unternehmen betreibt ein Betriebslabor für die Untersuchung interner und exter­ner Proben, in dem Sie eingesetzt sind. Sie erhalten den Auftrag, für die Ausbildung nachfolgender Auszubildender eine Handreichung zu typischen Arbeitsstoffen zu­sam­menzustellen. Diese soll Informationen zum Stoffaufbau, zu typischen Stoff­eigenschaften und dem Reaktionsverhalten der Arbeitsstoffe enthalten und mit Anlei­tungen zur Bestimmung typischer Stoffeigenschaften und dem Reaktionsverhalten untersetzt werden.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
2.1.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

12

Sich zu typischen Stoffeigenschaf­ten und Reaktionsverhalten infor­mieren

Stoffaufbau

physikalische Eigenschaften

Löseverhalten

chemische Eigenschaften

Reaktionsverhalten

physiologische Eigenschaften

Physikalisch-chemische Parameter recherchieren

Dichte

pH-Wert

Leitfähigkeit

Reaktionsverhalten von Arbeits­stoffen unterscheiden

Säure-Base-Reaktionen

Redoxreaktionen

Sich mit den Möglichkeiten der Bestimmung von Stoffeigenschaf­ten und Reaktionsverhalten ver­traut machen

Aräometer

pH-Messgerät

Konduktometer

Maßanalyse

2.1.2 Entscheiden/
Durchführen

Informationen zu typischen Stoff­eigenschaften und Reaktions­verhalten zusammentragen

28

Bestimmungsmethoden ableiten und deren Durchführung skizzieren

Probenahme

Vorbereitung

Geräte, Hilfsmittel

Untersuchung von Proben

Physikalisch-chemische Parameter bestimmen

gerätegestützter Unterricht

Untersuchungsergebnisse ermitteln

Umgang mit Analysen- und Präzisionswaagen

Masse

Massenanteil

stöchiometrische Berech­nungen

Massenkonzentration

Stoffmengenkonzentration

Handreichung zusammenstellen

berufsbezogene Informationsverarbeitung
Sorgfalt

2.1.3 Bewerten/
Reflektieren

Handreichungen gegenseitig ein­schätzen

2

Kritikfähigkeit

Vollständigkeit

Übersichtlichkeit

Fachlichkeit

Eignung der Handreichungen dis­ku­tieren und Optimierungsmöglich­kei­ten ableiten

Lernsituation
2.2
Gefahrenpotenzial von Arbeitsstoffen beurteilen
10 Ustd.
Auftrag

Sie sind Mitarbeiter in einem Betriebslabor und handhaben arbeitstäglich gefährliche Arbeitsstoffe. Die Laborleitung beauftragt Sie, dafür die aktuelle Einstufung der Gefahrenpotenziale zu kontrollieren, geeignete Schutzmittel zu recherchieren und anschließend die Labormitarbeiter zu Änderungen hinsichtlich der Gefähr­lichkeit von Arbeitsstoffen informieren.

Nutzen Sie rechtliche Grundlagen und Betriebsanweisungen, um die Sicherheits­datenblätter der Arbeitsstoffe zu aktualisieren. Legen Sie Maßnahmen zu Kennzeich­nung, Lagerung und Transport fest. Leiten Sie einzuhaltende Schutzmaßnahmen beim Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen ab und stellen Sie die Neuerungen digital zusammen. 

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
2.2.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

6

Sich zu den verwendeten Arbeits­stoffen informieren

berufsbezogene Informationsverarbeitung

Aktuelle Informationen zur Einstu­fung von Arbeitsstoffen als Gefahr­stoffe beschaffen 

Gefahrstoffverordnung

Gefahrstoffkataster

Betriebsanweisungen

Kennzeichnung von gefährlichen Arbeitsstoffen recherchieren

Gefahrstoffpiktogramme nach GHS 

Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS)

Gefahren- und Sicherheits­hinweise

Sich mit Struktur und Mindestinhal­ten von Sicherheitsdatenblättern vertraut machen

Form der Arbeitsergebnisse abstimmen

digitale Werkzeuge
berufsbezogene Informationsverarbeitung

2.2.2 Entscheiden/
Durchführen

Übersicht gefährlicher Arbeitsstoffe zusammenstellen

3

Gefahren für Mensch und Umwelt ermitteln

Gesundheitsgefahren

Umweltgefahr

Schutzmaßnahmen für die Arbeit mit gefährlichen Stoffen bestimmen und dokumentieren

Verantwortungsbewusstsein

Schutzkleidung

Augen- und Gesichtsschutz

Handschutz

Fußschutz

technische Schutzmaßnahmen

Maßnahmen für Lagerung und Entsorgung festlegen

Sicherheitsdatenblätter erstellen

Informationsmaterial konzipieren, zusammenstellen und präsentieren

2.2.3 Bewerten/
Reflektieren

Sicherheitsdatenblätter und Infor­ma­tionsmaterial vergleichen 

1

Fachlichkeit

Vollständigkeit

Einhaltung von Schutzmaßnahmen selbstkritisch einschätzen 

Schlussfolgerungen ableiten und diskutieren

Lernsituation
2.3
Materialien sowie Geräte auswählen und für den Einsatz vorbereiten
15 Ustd.
Auftrag

An einem „Schnuppertag“ für Schülerinnen und Schüler sollen die Ausbildungs­möglichkeiten in Ihrem Unternehmen im Rahmen der Berufsorientierung vorgestellt werden. Das Betriebs­labor bietet dafür die Durchführung einfacher Analysen von mitgebrachten Wasser­proben an. Sie werden beauftragt, diese Untersuchungen vorzubereiten.

Wählen Sie geeignete Versuchsanordnungen und -methoden und dafür erforderliche Mess­geräte, Hilfsmittel und Arbeitsstoffe aus. Reinigen Sie die Geräte, bereiten Sie die Messgeräte für den Einsatz vor und stellen Sie erforderliche Arbeitsstoffe her.

Überprüfen Sie Ihre Vorbereitungen durch Untersuchung von Wasserproben mit laborbestätigten Werten.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
2.3.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

5

Sich zu einfachen physikalisch-chemischen Untersuchungen bei Wasserproben informieren

Einfache Untersuchungen aus­wählen und deren Machbarkeit abschätzen

Temperatur

pH-Wert

Leitfähigkeit

Benötigte Messgeräte, Hilfsmittel und Arbeitsstoffe ermitteln und auf­einan­der abstimmen

Thermometer 

pH-Messgerät mit Elektrode und Standardpufferlösungen

Konduktometer mit Elektrode

Sich Informationen zu den Mess­geräten beschaffen

berufsbezogene Informationsverarbeitung

2.3.2 Entscheiden/
Durchführen

Messgeräte kalibrieren und deren Funk­tionsfähigkeit testen

9

Glasgeräte auswählen und reinigen

Arbeits-und Hilfsstoffe bereitstellen 

Elektrolytlösung 

Standardpufferlösungen

Quantitäten für die Herstellung fehlender Arbeits- und Hilfsstoffe berechnen

Massen

Volumina

Benötigte Arbeits- und Hilfsstoffe herstellen

gerätegestützter Unterricht

Wasserproben untersuchen, Mess­ergebnisse notieren und mit labor­bestätigten Werten vergleichen

Laborbericht

Arbeits- und Messgeräte nach der Nutzung reinigen und pflegen

Sorgfalt

2.3.3 Bewerten/
Reflektieren

Ungenauigkeiten bei den Messun­gen thematisieren und dokumen­tieren

1

Eigenen Arbeitsprozess reflektieren und Optimierungsmöglichkeiten ableiten

Lernsituation
2.4
Reaktionsverhalten von Arbeitsstoffen untersuchen
33 Ustd.
Auftrag

Ein wissenschaftliches Institut untersucht sowohl feste als auch flüssige Proben auf ausgewählte Inhaltsstoffe. Sie sind im Umweltlabor des Institutes tätig und werden im Bereich der quantitativen Analysen flüssiger Proben eingesetzt.

Stellen Sie auftragsbezogen benötigte Arbeits- und Hilfsstoffe für die Durchführung von quantitativen Analysen her und wählen Sie geeignete Mess- und Laborgeräte aus. Führen Sie für verschiedene flüssige Proben quantitative Bestimmungen durch und werten Sie die Analysenergebnisse aus.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
2.4.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

13

Quantitative Analysenmethoden für flüssige Proben recherchieren

Volumetrie

Neutralisationstitration, Komplextitration, Redox­titration

Photometrie

Geeignete Analysenmethoden für geforderte Parameter auswählen

Säure- und Basenkonzentration

gelöste Ionen

Benötigte Messgeräte, Hilfsmittel und Arbeitsstoffe ermitteln und auf­einan­der abstimmen

Büretten

Vollpipetten

Maßlösungen

Indikatoren

Pufferlösungen

2.4.2 Entscheiden/
Durchführen
  18

Volumenmessgeräte und erfor­derliche Glasgeräte auswählen, reinigen und für den Einsatz vorbereiten 

Volumenmessgeräte und erfor­derliche Glasgeräte auswählen, reinigen und für den Einsatz vorbereiten 

Vollpipetten

Büretten

Erlenmeyerkolben

Bechergläser

Arbeits- und Hilfsstoffe bereitstellen

Maßlösungen

Pufferlösungen

Indikatoren

Quantitäten für die Herstellung fehlender Arbeits- und Hilfsstoffe berech­nen

Massen

Volumina

Massenkonzentration

Stoffmengenkonzentration

Fehlende Arbeits- und Hilfsmittel in ausreichender Menge herstellen

Flüssige Proben quantitativ analy­sieren 

Analysenergebnisse berechnen,  mit Grenzwerten abgleichen und doku­mentieren

Arbeits- und Messgeräte nach der Nutzung reinigen und pflegen

Sorgfalt

2.4.3 Bewerten/
Reflektieren

Subjektive Fehler einschätzen

2

Selbstkritik

Ungenauigkeiten bei der Messung diskutieren und dokumentieren

Schlussfolgerungen ableiten und Optimierungsvorschläge unterbreiten

Lernfeld 3: Ökologische Kreisläufe schützen und Belastungen minimieren

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, ökologische Kreisläufe zu schützen und Belastungen zu minimieren.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit anthropogenen Einflüssen auf ökologische Kreis­läufe (Wasserkreislauf) und mit der Wirkung umwelttechnischer Anla­gen auf den Naturhaushalt ver­traut.

Die Schülerinnen und Schüler beschaffen sich Informationen zu ökolo­gischen Kreisläufen:

14 Ustd.

Wasserkreislauf – Sphären, Aggregatzustandsänderungen, Transport, Speicherung, Wechselwirkungen mit anderen ökologischen Kreisläufen

Kohlenstoffkreislauf

Stickstoffkreislauf 

Sie erfragen Formen und Möglichkeiten der anthropogenen Beeinflus­sung. 

Sie leiten die Notwendigkeit und die Aufgaben von technischen Anla­gen ab: 

Wasserbau – Stauanlagen, Deiche

Anlagen zur Erzeugung von Energie

Kläranlagen

Abfallbeseitigungsanlagen – Deponien, Müllverbrennungs­anlagen

Die Schülerinnen und Schüler erkundigen sich auch mit Hilfe digi­taler Medien und in einer Fremd­sprache über die Abläufe und Zusammenhänge in den ökologi­schen Kreisläufen (Wasser, Boden, Luft, Ressourcenschonung). Sie erfassen die Auswirkungen der Eingriffe in die Kreisläufe und ermit­teln Möglichkeiten zur Minimierung von Umweltbelastungen. Sie ver­schaffen sich einen Überblick über mögliche Technologien der Ener­gieerzeugung.

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren zu Abläufen und Zusam­menhängen in ökologischen Kreisläufen:

20 Ustd.

Gruppenarbeit

Wasser

Boden

Luft

Sie ermitteln deren Wechselwirkungen.

Sie nutzen digitale und Print-Medien in deutscher und englischer Sprache. 

berufsbezogenes Englisch

Die Schülerinnen und Schüler ordnen umwelttechnische Belastungen und deren Auswirkungen ein.

Sie eruieren soziale und technische Möglichkeiten zur Reduzierung von Umweltbelastungen:

Ressourcenschonung

Aufbereitung und Verwertung von Wert- und Schadstoffen

Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit Technologien zur Energieerzeugung vertraut und stellen Vor- und Nachteile gegenüber:

erneuerbare Energien 

fossile Energieträger

Sie tragen Informationen über Elektromobilität zusammen und ver­gleichen diese mit konventionellen Antriebstechniken

Energiegewinnung

Ladetechnologie

Kosten und Wartung

Emissionen

Die Schülerinnen und Schüler voll­ziehen die Wechselwirkungen der umwelttechnischen Berufe unter­einander und deren Einfluss auf den Schutz der ökologischen Kreisläufe nach. Sie tauschen sich im Team aus und dokumentieren ihre Ergeb­nisse.

Die Schülerinnen und Schüler schätzen den Einfluss ihrer beruflichen Tätigkeit auf die ökologischen Kreisläufe ein. Sie unterscheiden die Auswirkungen der verschiedenen Berufe auf die Umwelt und eruieren die Wechselwirkungen der umwelttechnischen Berufe untereinander. 

12 Ustd.

Rollenspiel

Übersicht, Handout

Sie erörtern Möglichkeiten der umwelttechnischen Berufe zum Schutz der ökologischen Kreisläufe und visualisieren diese anschaulich.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Vor- und Nachteilen bei der Nutzung unterschiedlicher Technologien zur Energieerzeugung auseinander. Sie diskutieren Alternativen zu konventionellen Antriebs­konzepten in ihrem beruflichen Umfeld.

CO2-Emmissionen
Nachhaltigkeit
Kosten
Betriebssicherheit

Die Schülerinnen und Schüler hin­terfragen und bewerten ihr eigenes Handeln. Sie beurteilen die Auswir­kungen ihrer beruflichen Tätigkeit im Ausbildungsbetrieb im Hinblick auf die ökologischen, gesellschaft­lichen und ökonomischen Anforde­rungen und handeln verantwor­tungsbewusst.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihr Verhalten im Alltag und leiten Auswirkungen auf ihre nähere und entferntere Umwelt ab. Sie positionieren sich in ihren Verhalten zur Mobilität und thematisieren die Notwendigkeit der Ressourcenschonung. 

10 Ustd.

Die Schülerinnen und Schüler diskutieren die Folgen ihrer beruflichen Tätigkeit in

  • ökologischer
  • gesellschaftlicher
  • ökonomischer

Hinsicht.

Sie setzen sich mit dem Einfluss der beruflichen Tätigkeit von Umwelttechnologen auf die ökologischen Kreisläufe auseinander und  ziehen Schlussfolgerungen für verantwortungsbewusstes Handeln im privaten und beruflichen Kontext.

Die Schülerinnen und Schüler re­flektieren ihren Arbeitsprozess, ent­wickeln ihre Kommunikations­fähig­keit und zeigen im Umgang mit­einander Kooperationsbereit­schaft, Wertschätzung und Re­spekt.

Die Schülerinnen und Schüler ziehen Rückschlüsse aus ihrem Arbeitsprozess und beurteilen die Folgen ihrer beruflichen Tätigkeit.

4 Ustd.

Die Schülerinnen und Schüler diskutieren im Team wertschätzend und respektvoll miteinander. Sie setzen sich kritisch mit anderen Meinun­gen auseinander, vertreten ihren Standpunkt, reflektieren diesen und akzeptieren andere Meinungen. Sie äußern konstruktive Kritik und halten Kritik anderer aus.

 

 

 

Selbst- und Fremdkritik

Lernfeld 3 Ökologische Kreisläufe schützen und Belastungen minimieren
1. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 60 Ustd.
Lernsituationen
3.1
Wasserressourcen beurteilen und Schutzmaßnahmen empfehlen
29 Ustd.
3.2
Energie gewinnen und Luftqualität erhalten
16 Ustd.
3.3
Stoffkreisläufe veranschaulichen und Emissionen reduzieren
15 Ustd.
Lernsituation
3.1
Wasserressourcen beurteilen und Schutzmaßnahmen empfehlen
29 Ustd.
Auftrag

In Ihrer Umgebung hat es seit mehreren Wochen nicht geregnet. Rasenflächen erscheinen braun gefärbt, Zisternen in privaten Grundstücken sind ausgetrocknet.  

Sie sind Mitarbeiter eines örtlichen Wasserversorgungsunternehmens. Ein Redakteur einer Lokalzeitung fragt bei Ihrem Unternehmen an. Er möchte in der nächsten Ausgabe einen Artikel mit Erklärungen für eine solche Trockenperiode sowie mit Ratschlägen für die Bürger zum Entgegenwirken veröffentlichen. 

Informieren Sie den Redakteur in einem Interview.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
3.1.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

8

Sich mit dem Wasserkreislauf vertraut machen

Informationen beschaffen zu

traditionelle und digitale Medien
berufsbezogene Informationsverarbeitung
berufsbezogenes Englisch

Sphären

Aggregatzustandsänderungen

Transport und Speicherung

Wechselwirkungen mit anderen ökologischen Kreisläufen

Umwelttechnische Belastungen und deren Auswirkungen eruieren

Notwendigkeit und Aufgaben von tech­nischen Einrichtungen zur Speiche­rung von Wasser unterscheiden

anthropogene Beeinflus­sung

Deiche

Stauanlagen

3.1.2 Entscheiden/
Durchführen

Erklärungen für Trockenperioden und Ratschläge für die Bürger zum Entgegenwirken zusammenstellen

8

Deutsch/Kommunikation

klimatische Veränderungen

sparsamer Umgang mit Ressource Wasser

Selbsteinschätzung

Wasserentnahmeverbote

bauliche Maßnahmen

Vor- und Nachteile

Interview mit dem Redakteur zum Thema führen

Rollenspiel
Deutsch/Kommunikation

Auf Fragen verständlich und fach­sprachlich korrekt eingehen

3.1.3 Bewerten/
Reflektieren

Rollenspiel einschätzen und Feedback geben

4

Kritikfähigkeit

Eigenes Verhalten im Alltag zum Umgang mit Wasser reflektieren und Auswirkungen auf die nähere und entferntere Umwelt diskutieren

Ressourcenschonung

Technische Einflussmöglichkeiten beurteilen

Möglichkeiten und Grenzen 

Sich mit dem Einfluss der beruf­lichen Tätigkeit von Umwelttech­nologen auf die ökologischen Kreisläufe auseinandersetzen

Wechselwirkungen der umwelttechnischen Berufe
berufsbezogene Informa­tionen

Lernsituation
3.2
Energie gewinnen und Luftqualität erhalten
16 Ustd.
Auftrag

Sie arbeiten bei einem kommunalen Entsorgungsunternehmen, welches gerade den Fuhrpark von Dieselfahrzeugen zu Elektrofahrzeugen wechselt. Dafür wird eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Umstellung auf klimaneutrale Antriebe firmenintern sowie öffentlich kommunizieren soll. Erstellen Sie Informationsbeiträge zu aus­gewählten Themen für die Veröffentlichung im Intranet und auf Social Media Kanälen des Unternehmens.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
3.2.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

5

Sich mit Technologien zur Energie­erzeugung vertraut machen

traditionelle und digitale Medien
berufsbezogene Informationsverarbeitung
berufsbezogenes Englisch

regenerative Energiequellen

Wind, Wasser, Sonnen­licht (Photovoltaik), Erdwärme (Geothermie), Biogas

nukleare Energiequellen

Fission, Fusion

fossile Energiequellen

Informationen zu Elektromobilität zusammentragen

Vor-/Nachteile, Herausforderungen

Energiegewinnung

Ladetechnologien

Kosten und Wartungsaufwand 

Herstellerinformationen zu Fahrzeugen konventioneller Antriebstechnologien beschaffen

Kosten und Wartungsaufwand

Emissionen

3.2.2 Entscheiden/
Durchführen

Vor- und Nachteile der Technologien zur Energie­erzeugung vergleichen

5

CO2-Emmissionen

Nachhaltigkeit

Kosten

Betriebssicherheit

Elektroantriebe und konventionelle Antriebe in Nutzfahrzeugen gegen­überstellen

Informationen zur Veröffentlichung adressatengerecht aufbereiten

Fachbeiträge Storylines Videoclips

3.2.3 Bewerten/
Reflektieren

Fakten hinterfragen

4

Ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Folgen der beruflichen Tätigkeit diskutieren 

Deutsch/Kommunikation
Kritikfähigkeit

Verhalten in Bezug auf Mobilität im Alltag im privaten und beruflichen Wirken reflektieren 

Schlussfolgerungen für verantwor­tungsbewusstes Handeln ziehen

Berufsbezogenes Englisch mit Bezug zu
Lernfeld 3 Ökologische Kreisläufe schützen und Belastungen minimieren

Die Schülerinnen und Schüler entnehmen aus englischsprachigen Quellen Informationen zu Abläufen und Zusammenhängen in ökologischen Kreisläufen (Funktion, Ökonomie, Umweltverträglichkeit). Sie leiten relevante englische Begriffe und Abkürzungen ab und stellen diese in einer Übersicht zusammen. Sie beschreiben die ökologischen Kreisläufe mit englischen Begriffen und nutzen übliche Abkürzungen in der Fremdsprache fachlich korrekt.

Die Schülerinnen und Schüler vergleichen Merkmale und Zusammenhänge von ökologischen Kreisläufen und deren anthropogenen Beeinflussungen (Klimawandel, Ressourcenschutz, Erneuerbare-Energien-Gesetz). Sie geben diese in kurzen Fachvorträgen fachlich korrekt wieder. 

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich in englischen Bedienungsunterlagen zum fachgerechten Umgang mit Mess- und Prüfmitteln. 

Didaktisch-methodische Hinweise:

Im Fokus steht der Aufbau eines Wortschatzes mit fachspezifischem Vokabular. Empfehlenswert ist das Erstellen eines Glossars, das über die gesamte Berufsausbildung hinweg ergänzt wird. Der Grund­wortschatz kann durch die Arbeit mit englischsprachigen Bedienungsanleitungen und schematischen Darstellungen mit englischen Bezeichnungen gefestigt werden. Neben dem Erwerb fachspezifischer Lexik empfiehlt sich die Erarbeitung und Präsentation von Fachvorträgen.

Lernfeld 4: Umwelttechnische Anlagen und Leitungsnetze betreiben

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, umwelttechnische Anlagen und Netze zu betreiben.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler ver­schaffen sich einen Überblick über die Aufgaben beim Betreiben einer umwelttechnischen Anlage.

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden umwelttechnische Anlagen hinsichtlich der Einsatzgebiete.

2 Ustd.

Sie informieren sich über Aufgaben von Umwelttechnologinnen und Umwelttechnologen beim Betreiben der Anlagen.

Sie tragen Informationen über die Bestandteile umwelttechnischer Anlagen zusammen.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich mit Hilfe von technischen Dokumenten (Rohr­leitungspläne, Fließbilder) über den Aufbau der Anlagen und Leitungs­netze sowie über die einzelnen Aggregate.

Die Schülerinnen und Schüler lesen technische Pläne:

6 Ustd.

Rohrleitungspläne

Fließbilder

Sie tragen Informationen zusammen 

zu den dargestellten Prozessen

zum Aufbau der Anlage

zu den Aggregaten

zu den Leitungsnetzen 

Sie setzen technische Pläne zur Visualisierung von Prozessen ein

allgemeines Fließschema 

Grundfließschema mit Zusatzinformationen

Verfahrensfließschema

Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema (R&I-Fließ­schema) 

Sie ordnen den Anlagenbestandteilen die konkreten Aufgaben zu

Rohrleitungen und Verbindungen

Armaturen

Apparate und Reaktoren

Fördereinrichtungen und Antriebe

Lagereinrichtungen

elektronische Mess-, Steuer- und Regeltechnik (EMSR-Technik)

Sie erfassen die verschiedenen Rohrleitungsverbindungen und Ver­bindungstechniken sowie Füge- und Trennverfahren und stellen die Vorteile der Verbindungsarten her­aus.

Die Schülerrinnen und Schüler unterscheiden Verbindungstechniken:

8 Ustd.

allgemeine und Rohrleitungsverbindungen

Verschraubungen

Schweißverbindungen

Klebverbindungen

Steckverbindungen

Pressverbindungen

Sie stellen deren Vor- und Nachteile gegenüber:

anwendungsbezogen

werkstoffbezogen

Die Schülerinnen und Schüler ordnen den Verbindungstechniken in umwelttechnischen Anlagen die geeigneten Füge- und Trenn­verfahren zu.

Sie beachten dabei unterschied­liche Kennzeichnungen von Rohr­leitungen und erkundigen sich über den sicheren Betrieb von Armaturen in den Anlagen und Leitungsnetzen.

Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit den Kennzeichnungen von Rohrleitungen und Anlagen vertraut. 

10 Ustd.

Sie ermitteln das Vorhandensein der Kennzeichnungen und ver­gleichen diese mit den Vorgaben.

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Arten von Armaturen.

Sie ordnen verschiedenen Aufgaben die geeigneten Armaturen zu. 

Die Schülerinnen und Schüler bestimmen Gefahrenpotentiale beim Betreiben umwelttechnischer Anlagen und notieren diese.

Sie lesen verfahrenstechnische Skiz­zen und technische Pläne von um­welttechnischen Anlagen und Leitungsnetzen und vollziehen Mess-, Steuerungs- und Rege­lungs­prozesse nach.

Die Schülerinnen und Schüler sichten technische Pläne und ermitteln Baugruppen der Mess-, Steuer- und Regeltechnik sowie deren Aufgaben.

8 Ustd.

R&I-Fließschema

Sie erfragen die Mess-, Steuerungs- und Regelungsprozesse in den umwelttechnischen Anlagen und Leitungsnetzen.  

Die Schülerinnen und Schüler tragen aus technischen Plänen Kenn­daten zur Dimensionierung umwelttechnischer Anlagen zusammen:

Maße und Anlagendimensionen

Informationen zur Anlagengeometrie

Materialangaben

Betriebsdaten

Sie recherchieren Formeln zur Berechnung weiterer Kenndaten, welche in den technischen Unterlagen nicht direkt angegeben sind.

Die Schülerinnen und Schüler pla­nen den nachhaltigen Einsatz von Hilfs- und Werkstoffen unter Berück­sichtigung alternativer Lösungsmög­lichkeiten im Team. Dazu nutzen sie auch digitale Kommunikationswege und Planungsinstrumente.

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Hilfs- und Werkstoffe:

  • Eisenwerkstoffe – Stähle, Guss
  • Nichteisenwerkstoffe – Aluminium, Kupfer, Messing
  • Kunststoffe: Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyvinyl­chlorid (PVC), Verbundstoffe
  • mineralische Werkstoffe – Beton, Zement, Steinzeug
  • Naturstoffe

nach deren Stoffeigenschaften

  • mechanisch
  • physikalisch
  • chemisch-technisch – Alterungsprozesse, Korrosions­beständigkeit

fertigungstechnisch

16 Ustd.

Sie stellen anwendungsbezogen Vor- und Nachteile gegenüber. 

Sie vergleichen die Hilfs- und Werkstoffe unter dem Aspekt der Nach­haltigkeit.

Sie ordnen den Stoffen notwendige Schutzmaßnahmen zu.

Die Schülerinnen und Schüler stellen benötigte Hilfs- und Werkstoffe für den Betrieb umwelttechnischer Anlagen zusammen und prüfen Alternativen. 

Sie nutzen digitale Kommunikationswege und Planungsinstrumente.

Die Schülerinnen und Schüler er­mitteln zum Betreiben der Anlage Daten, dimensionieren Anlagenteile (Rohrleitungen, Behälter) und füh­ren technische Berechnungen (Län­genberechnungen, Längenausdeh­nung, Behälter-, Massen- und Volu­menstromberechnung) durch. Sie beachten dabei naturwissenschaft­liche und mathematische Gesetze.

Die Schülerinnen und Schüler stellen Informationen zum Betreiben von umwelttechnischen Anlagen bereit. Sie visualisieren den Aufbau der Anlagen und stellen Aufgaben einzelner Aggregate zusammen:

22 Ustd.

Leitungsnetze

Fördereinrichtung

Lagereinrichtungen

Messeinrichtungen

Armaturen

Sie unterscheiden Wirkungswege von Steuerungs- und Regelungs­prozessen.

Die Schülerinnen und Schüler berechnen Rohrleitungs- und Spei­cher­kenndaten 

Materialvolumen

Materialmasse

Innenvolumen

Durchmesser

Wandstärke

Rohr- und Behälterlänge

Sie berücksichtigen materialspezifische Größen: 

Längenausdehnung

Dichte

Die Schülerinnen und Schüler dimensionieren Rohrleitungen und Speichereinrichtungen 

Massenstrom

Volumenstrom

Strömungsgeschwindigkeit

Sie verifizieren die Größenordnungen ihrer ermittelten Ergebnisse.

Überschlag, physikalische Gesetze

Sie setzen Messgeräte für Anlagen und Leitungsnetze im umwelt­technischen Bereich anwendungs­bezogen ein (Messung von Tempe­ratur, Druck, Volumenstrom, Füll­stand und Volumen).

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Messgeräte zur Über­wachung von Anlagen und Leitungen:

12 Ustd.
4.4

Temperaturmessung

Druckmessung

Füllstandsmessung

Volumenstrommessung

Sie machen sich mit deren Bedienung vertraut:

Einstellmöglichkeiten

Vermeidung von Messfehlern

Schutz der Instrumente

Sie wählen die geeigneten Instrumente aus, nehmen diese in Betrieb und gewährleisten deren fehlerfreien Betrieb.

Sie ermitteln Füllvolumina.

Sie dokumentieren die Messergebnisse.

betriebliche Dokumente

Die Schülerinnen und Schüler kon­trollieren die Auswahl von Rohr­werkstoffen und Verbindungs­techniken sowie den Einsatz von Messgeräten, Hilfs- und Werk­stoffen.

Die Schülerinnen und Schüler kontrollieren die Auswahl und den Zustand aller Bestandteile umwelttechnischer Anlagen

7 Ustd.

Rohrwerkstoffe

Hilfs- und Werkstoffe 

Verbindungstechniken

Sie beurteilen die Funktion der Anlagen und ihrer Bestandteile.

Sie prüfen gemessene Werte auf Plausibilität.

Sie dokumentieren alle Maßnahmen.

betriebliche Dokumente

Sie identifizieren Fehlerquellen der Anlagen und stellen bei Bedarf den Betriebszustand wieder her. 

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren und bewerten ihre Ent­scheidungen unter Berücksichti­gung von ökologischen, ökonomi­schen und qualitativen Gesichts­punkten und benennen mögliche Handlungsalternativen.

Die Schülerinnen und Schüler beurteilen den Einsatz der ausge­wählten

9 Ustd.

Hilfs- und Werkstoffe

Anlagenbestandteile.

Sie schätzen die 

  • ökologischen
  • ökonomischen
  • qualitativen

Aspekte ihrer Entscheidungen ein.

Sie reflektieren ihr Vorgehen bei der Erfüllung des Auftrages, leiten Schlussfolgerungen ab und diskutieren Alternativen zur Optimierung.

Lernfeld 4 Umwelttechnische Anlagen und Leitungsnetze betreiben
1. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 100 Ustd.
Lernsituationen
4.1
Umwelttechnische Prozesse visualisieren
26 Ustd.
4.2
Hilfs- und Werkstoffe nachhaltig einsetzen
30 Ustd.
4.3
Anpassung von Anlagen und Rohrleitungen prüfen
20 Ustd.
4.4
Umwelttechnische Prozesse überwachen
24 Ustd.
Lernsituation
4.1
Umwelttechnische Prozesse visualisieren
26 Ustd.
Auftrag

Ihr Unternehmen möchte neue Mitarbeiter und Auszubildende anwerben. Für eine Informationsveranstaltung am Tag der offenen Tür erhalten Sie den Auftrag, Entwürfe für Informationstafeln zu den von Ihrem Unternehmen betriebenen umwelttechni­schen Anlagen zu erstellen. Die Informationstafeln sollen später in einer Werbe­agentur nach Ihren Entwürfen gestaltet werden.

Erfassen Sie dazu Aufbau und Aufgaben der umwelttechnischen Anlagen anhand von Planungsunterlagen. Ermitteln Sie daraus relevante technische Informationen sowie Mess-, Steuerungs- und Regelungsaufgaben. Wählen Sie Prozesse aus, die auch für eine nicht fachlich vorgebildete Öffentlichkeit geeignet sind und stellen Sie diese nach Norm-Vorgaben dar.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
4.1.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

14

Umwelttechnische Anlagen hinsicht­lich der Einsatzgebiete unterscheiden

Sich über die Aufgaben von Umwelt­technologinnen und Umwelttechno­logen beim Betreiben von Anlagen informieren

Informationen über die Bestandteile umwelttechnischer Anlagen zusam­mentragen 

Rohrleitungen und Verbindungen

Armaturen

Apparate und Reaktoren

Fördereinrichtungen und Antriebe

Lagereinrichtungen

elektronische Mess-, Steuer- und Regeltechnik (EMSR-Technik)

Technische Symbole für die Darstel­lung der Bestandteile umwelttechni­scher Anlagen recherchieren 

berufsbezogene Informationsverarbeitung

Technische Planungsunterlagen lesen

Rohrleitungspläne

Fließbilder

Technische Pläne unterscheiden

allgemeines Fließschema

Grundfließschema mit Zusatz­informationen

Verfahrensfließschema

Rohrleitungs- und Instrumenten­fließschema (R&I-Fließschema)

Sich mit Kennzeichnungen in techni­schen Planungsunterlagen vertraut machen

Rohrleitungen

Anlagen

Leitungskenndaten, Werkstoffe und geförderte Medien mit Hilfe der Kenn­zeichnungen ermitteln

4.1.2 Entscheiden/
Durchführen

Geeignete Prozesse für die Darstel­lung auswählen

10

Für die ausgewählten Prozesse  technische Informationen zusam­mentragen

Aufbau der Anlagen

Aggregate

Leitungsnetze

Aufbau und Aufgaben anhand der Planungsunterlagen bestimmen und hinterfragen

Fördereinrichtungen

Lagereinrichtungen

Messeinrichtungen

Armaturen

Technische Informationen für die ausgewählten Prozesse sichten und nutzen

Rohrleitungsangaben

Messaufgaben (EMSR-Codes)

Wirkungswege von Steuerungs- und Regelungsprozessen unterscheiden und veranschaulichen

Entwürfe für die Informationstafeln erstellen

Skizzen

4.1.3 Bewerten/
Reflektieren

Entwürfe vergleichen

2

Kritik, Selbstkritik

Fachlichkeit

Übersichtlichkeit

korrekte Anwendung von Bezeich­nungen

Sauberkeit

Eignung der ausgewählten Prozesse einschätzen und Alternativen ablei­ten

Lernsituation
4.2
Hilfs- und Werkstoffe nachhaltig einsetzen
30 Ustd.
Auftrag

Sie sind Mitarbeiter eines städtischen Ver- und Entsorgungsunternehmens.

Im Zusammenhang mit einer Straßenbaumaßnahme soll eine schadhafte Rohrleitung repariert werden. Ihr Vorgesetzter erteilt Ihnen den Auftrag, an der Planung und Durchführung dieser Maßnahme mitzuwirken. Für eine nachhaltige Lösung sollen Sie mögliche Ursachen der Schädigung ermitteln und diese bei der Planung und dem Einsatz der benötig­ten Hilfs- und Werkstoffe beachten. Berücksichtigen Sie bei der Materialauswahl ökologische und ökonomische Aspekte. Führen Sie eine fach­gerechte Bearbeitung und Installation der Anlagenbauteile durch. 

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
4.2.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

18

Hilfs- und Werkstoffe chemisch-technisch unterscheiden

Vor- und Nachteile

Eisenwerkstoffe

Nichteisenwerkstoffe

mineralische Werkstoffe

Kunststoffe

Naturstoffe

Verbundstoffe

Stoffeigenschaften der Werkstoffe recherchieren

mechanisch

physikalisch

chemisch-technisch: Alterungs­prozesse, Korrosionsbeständig­keit

fertigungstechnisch

Sich zu technischen Schutzmaß­nah­men für die Werkstoffe infor­mie­ren

Sich mit Verbindungstechniken ver­traut machen und diese den geeig­neten Füge- und Trennverfahren zuordnen

Verschraubungen

Schweißverbindungen

Klebverbindungen

Steckverbindungen

Pressverbindungen

Vor- und Nachteile der Verbin­dungs­techniken zusammentragen

anwendungsbezogen

werkstoffbezogen

4.2.2 Entscheiden/
Durchführen

Schädigungen der bisher verbau­ten Materialien ermitteln

8

Korrosion

Belastungen

Materialalterung

Werkstoffe aufgabenbezogen aus­wählen

Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit

Notwendige technische Schutz­maß­nahmen bestimmen

Korrosionsschutz

konstruktive Anpassungen

Geeignete Verbindungstechniken auswählen und einsetzen

Vor- und Nachbereitung von Bauteilen

Anlagenbauteile installieren

Funktion der Anlage prüfen

4.2.3 Bewerten/
Reflektieren

Auswahl und Zustand der Bestand­teile der Rohrleitung kontrollieren

4

Rohrwerkstoffe

Hilfs- und Werkstoffe 

Verbindungstechniken

Einsatz der ausgewählten Hilfs- und Werkstoffe beurteilen

ökologisch

ökonomisch

qualitativ

Korrosionsschutzmaßnahmen ein­schätzen

Schlussfolgerungen ableiten und dokumentieren

Lernsituation
4.3
Anpassung von Anlagen und Rohrleitungen prüfen
20 Ustd.
Auftrag

Am Rande eines Ortes wird ein Gewerbepark errichtet. Ihr Unternehmen wird mit dessen Anbindung an die bestehende Wasserversorgung und an das Kanalnetz beauftragt. Vor Baubeginn muss die Dimensionierung der vorhandenen Rohrleitungs- und Entwässerungssysteme hinsichtlich zu erwartender Betriebsdaten geprüft werden. Ihnen wird die Aufgabe übertragen, einen Prüfbericht zu erstellen.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
4.3.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

4

Betriebsdaten erfassen und auf­bereiten

LS 4.4

Fehlende Größen ableiten

Formeln zur Berechnung von Anlagen- und Rohr-Geometrien recherchieren

berufsbezogene Informationsverarbeitung

4.3.2 Entscheiden/
Durchführen

Rohrleitungs- und Speicher­kenndaten berechnen

14

Formelumstellung
mathematische Gesetze
Größenordnung der Einheiten

Materialvolumen

Materialmasse

Innenvolumen

Durchmesser

Wandstärke

Rohr- und Behälterlänge

Materialspezifische Größen berück­sichtigen

Längenausdehnung

Dichte

Rohrleitungen und Speichereinrich­tungen dimensionieren

Massenstrom

Volumenstrom

Strömungsgeschwindigkeit

Prüfbericht erstellen

4.3.3 Bewerten/
Reflektieren

Plausibilität der Ergebnisse hinsichtlich Größen­ordnung und Einheiten prüfen

2

Rückrechnungen zur Über­prüfung
Überschlag
physikalische Gesetze

Vorgehen bei der Erfüllung des Arbeitsauftrages einschätzen und Schlussfolgerungen ableiten

Lernsituation
4.4
Umwelttechnische Prozesse überwachen
24 Ustd.
Auftrag

In Ihrem Unternehmen soll ein umwelttechnisches System für die Fernüberwachung und Automatisierung vorbereitet werden. In dem umwelttechnischen System sind viele Armaturen und Messgeräte verbaut, die modernisiert werden sollen.

Sie erhalten den Auftrag, sich mit der Bedienung der Armaturen und Messgeräte vertraut zu machen. Weiterhin sollen Sie Vorschläge zur Modernisierung der Armaturen und Messgeräte unterbreiten und dafür Handlungsanweisungen zum sicheren Betrieb zusammen­stellen.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
4.4.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

12

Arten von Armaturen und deren Auf­gaben recherchieren

Absperrarmaturen

Schieber, Hähne, Klappen

Stellarmaturen

Ventile, Membranarmaturen

Sonderarmaturen

Ent- und Belüfter,  Sicher­heitsarmaturen, Druck­minderventile, Rückschlag­armaturen

Besonderheiten beim Betrieb der Armaturen ermitteln und Gefahren­potenziale ableiten

Sich zu Messgeräten zur Über­wachung von Anlagen informieren

Temperaturmessung

Druckmessung

Füllstandsmessung

Volumenstrommessung

Sich mit den technischen Daten und der Bedienung der Messgeräte vertraut machen

Einstellmöglichkeiten

Vermeidung von Messfehlern

Schutz der Instrumente

Protokollierung der Messwerte

4.4.2 Entscheiden/
Durchführen

Funktion von Armaturen und Mess­geräten charakterisieren 

10

berufsbezogene Informationsverarbeitung

Zur Modernisierung geeignete Armaturen und Messgeräte auswählen 

Auswahl der Armaturen und Mess­geräte begründen

Handlungsanweisungen zum siche­ren Umgang mit den ausgewählten Armaturen und Messgeräten erstellen

Armaturen und Messgeräte ein­bauen und in Betrieb nehmen

Messgrößen bestimmen und Füll­volumina von Anlagenbestandteilen ermitteln

Temperatur, Druck,  Durch­fluss, Füllstand

4.4.3 Bewerten/
Reflektieren

Handlungsanweisungen prüfen und bei Bedarf überarbeiten

2

Gegenseitiges Feedback zu den Handlungsanweisungen geben und annehmen

Umgang mit Kritik

Den Einsatz der ausgewählten Anlagenbestandteile kritisch beurteilen

Umwelttechnologe für Abwasserbewirtschaftung/Umwelttechnologin für Abwasserbewirtschaftung

Lernfeld 6: Stoffe fördern

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, Stoffe nachhaltig zu fördern.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über die zu fördernden Stoffe (fest, flüssig und gasförmig) in abwasser­technischen Anlagen (Fließschemata), die Voraussetzungen für deren Förderung sowie die damit verbundenen Aufgaben

Die Schülerinnen und Schüler tragen Informationen zu Stoffen zusammen, die in abwasser­technischen Anlagen gefördert werden. Sie teilen die Stoffe nach deren Aggregatzustand ein:

4 Ustd.

Feststoffe: Rechengut, Siebgut, Sandfanggut, Fällungsmittel

Fest-Flüssig-Gemische: Abwasser, Schlamm

Flüssigkeiten: Grauwasser, Niederschlagswasser, vorgeklärtes Wasser, Leichtstoffe, Lösungsmittel, Chemikalien

Gase: Luft, Sauerstoff, Faulgas

Sie unterscheiden die physikalisch-chemischen Eigenschaften der zu fördernden Stoffe und erfragen Auswirkungen auf deren Förder­fähigkeit.

Die Schülerinnen und Schüler sichten Fließbilder von abwasser­technischen Anlagen. Sie erschließen sich stoffbezogen Ort und Zweck des Förderns.

Lernfeld (LF) 4

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich auch mithilfe von digitalen Medien (Bedienungsanlei­tungen) über die Förderaggregate (Stetigförderer, Pumpen, Verdich­ter) sowie deren Maschinen­elemente (Lager, Dichtungen, Kupplungen). Die erarbeiteten Infor­mationen stellen sie strukturiert dar. Sie vollziehen die Montage und Demontage sowie die In- und Außerbetriebnahme nach.

Die Schülerinnen und Schüler ermitteln Förderaggregate und teilen diese nach den Aggregatzuständen der zu fördernden Medien ein:

16 Ustd.

Feststoffe: Stetigförderer, Unstetigförderer

Fest-Flüssig-Gemische und Flüssigkeiten: Pumpen

Gase: Ventilatoren, Gebläse, Verdichter

Sie machen sich mit Aufbau und Funktion von Stetigförderern und Unstetigförderern vertraut.

Sie unterscheiden Pumpen: 

Strömungspumpen: Kreiselpumpen, Mammutpumpen

Verdrängungspumpen: Schneckenpumpen, Kolbenpumpen

Sie setzen sich mit Aufbau und Funktion von Pumpenarten ausein­ander und ermitteln darin verbaute Maschinenelemente:

Wellenlager: Gleitlager, Wälzlager

Wellendichtungen: Stopfbuchse, Gleitring, hydrodynamische Wellendichtung

Kupplungen zwischen Kraft- und Arbeitsmaschine

Sie vergleichen die Pumpenförderung mit anderen Fördermöglich­keiten:

Schwerkraftförderung

Über- und Unterdruckförderung

Sie beschaffen sich Informationen über Aufbau und Funktion von Förderaggregaten für gasförmige Stoffe.

Sie recherchieren Bedienungs­anleitungen für Förderaggregate in traditioneller und digitaler Form und strukturieren die gesammelten  Informationen. 

Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit den Begriffen Montage und Demontage sowie Inbetriebnahme und Außerbetriebnahme vertraut. Sie stellen notwendige Arbeitsschritte für diese Handlungen zusammen und vollziehen diese gedanklich nach.

Die Schülerinnen und Schüler planen die nachhaltige und gezielte Förderung von Stoffen (Wartungs- und Instandhaltungspläne) unter der Berücksichtigung vorhandener Schäden (Korrosion, Kavitation) und arbeiten Möglichkeiten zum Beheben der Schäden und deren Ursachen (Korrosionsschutz) aus.

Die Schülerinnen und Schüler beachten betriebliche Abläufe zur Förderung von Stoffen und gewährleisten eine nachhaltige Förderung:

14 Ustd.

Betriebstagebücher 

Instandhaltungspläne

Wartungsprotokolle

Die Schülerinnen und Schüler systematisieren die Phasen der Instand­haltung:

Inspektion

Wartung

Instandsetzung

Verbesserung

Sie unterscheiden Instandhaltungskonzepte:

intervallabhängige Instandhaltung

zustandsabhängige Instandhaltung

störungsbedingte Instandhaltung

Sie berücksichtigen die Beanspruchung der Aggregate sowie Schäden und deren Ursachen:

Abnutzung, Verschleiß

Kavitation

Korrosion

Zum Beheben der Schäden bestimmen sie geeignete Maßnahmen:

Einhalten der Vorgaben aus Montageanleitungen und Betriebsanweisungen

Einsatz von Hilfsstoffen und Dichtungsmaterial

LF 4

passiver und aktiver Korrosionsschutz

Sie organisieren die Zusammen­arbeit im Team und kooperieren mit anderen, auch interdisziplinären, Teams. Hierzu bedienen sie sich der Berufssprache. Sie identifi­zieren und thematisieren Konflikte bei der Zusammenarbeit, entwi­ckeln Lösungsmöglichkeiten und übernehmen Verantwortung für ihr Team.

Die Schülerinnen und Schüler gehen arbeitsteilig vor und gestalten ihre Zusammenarbeit. Sie legen Eckpunkte fest:

4 Ustd.

berufsbezogenes Englisch

Arbeitsaufgaben und Verantwortlichkeiten

Arbeitsorganisation und -ablauf

Team- oder Einzelarbeit, Kooperation

Sie diskutieren ihre Planungen und Entscheidungen respektvoll und lösungsorientiert im Team. 

Die Schülerinnen und Schüler stimmen ihre Maßnahmen und Entscheidungen mit beteiligten Gewerken ab. Sie kommunizieren fachsprachlich korrekt in deutscher und bei Bedarf in englischer Sprache.

Die Schülerinnen und Schüler erkennen Konflikte im Team frühzeitig. Sie nutzen diese als Chance für Veränderungen und gehen mit schwierigen Situationen souverän und konstruktiv um. 

Sie sorgen für einen effizienten und konfliktarmen Ablauf der Tätig­keiten und legen bei Bedarf angepasste Regeln der Zusammenarbeit fest.

Die Schülerinnen und Schüler füh­ren die Demontage und Montage sowie die In- und Außerbetrieb­nahme nach ihren Planungen aus.

Die Schülerinnen und Schüler gehen entsprechend den Angaben der Hersteller oder unternehmenseigenen Vorgaben vor.

4 Ustd.

Sie setzen Fördereinrichtungen zur Instandhaltung außer Betrieb.

Bei elektrischen Anlagen beachten sie die fünf Sicherheitsregeln.

LF 7

Sie setzen das vorgeschriebene Instandhaltungskonzept um und demontieren und montieren die Förderaggregate nach ihren Planungen. 

Sie nehmen die instandgesetzten Fördereinrichtungen wieder in Betrieb. Sie gehen entsprechend den Angaben der Hersteller oder unternehmenseigenen Vorgaben vor und nutzen Checklisten.

Sie dokumentieren die ausgeführten Arbeiten:

Außerbetriebnahme

Demontage

Inspektion

Wartung und Instandsetzung

Montage

Inbetriebnahme

Sie bestimmen zum effizienten und störungsfreien Fördern Kenndaten (Betriebspunkt, Wirkungsgrade der Aggregate) und führen technische Berechnungen durch. Sie achten auf eine ressourcen­schonende Steuerung und Rege­lung (Dros­selung, Drehzahl­regelung) der Maschinen.

Die Schülerinnen und Schüler prüfen die Wirksamkeit der Instand­setzungsmaßnahmen anhand von Leistungskenndaten. 

2 Ustd.

Sie ermitteln rechnerisch und grafisch Kenndaten der Förder­aggregate, die zum effizienten und störungsfreien Fördern von Stoffen benötigt werden:

12 Ustd.

Betriebspunkt

zugeführte und abgegebene Leistung

Wirkungsgrad

Förderstrom und Förderdruck

Sie ergreifen Maßnahmen zur Gewährleistung einer ressourcen­schonenden Steuerung und Regelung der Maschinen:

Drosselung

Drehzahlregelung

Die Schülerinnen und Schüler über­denken die sach- und fachgerechte Ausführung der Arbeiten.

Die Schülerinnen und Schüler schätzen die sach- und fachgerechte  Ausführung der Arbeiten ein:

2 Ustd.

Ermittlung der Betriebskenndaten 

Instandhaltungsmaßnahmen 

Sie setzen sich kritisch mit allen Handlungsschritten und aufgetretenen Problemen auseinander. Sie schlagen Maßnahmen zur Optimierung der Instandhaltung vor.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Teamarbeit und geben sich gegenseitig wert­schätzend Feedback.

Die Schülerinnen und Schüler diskutieren über ihre Arbeit im Team und benennen Fehler. Sie geben einander ehrlich und wertschätzend Rückmeldungen zur Zusammenarbeit und nehmen Feedback konstruktiv an.

2 Ustd.

Sie schätzen die Kommunikation im Team und mit anderen Beteiligten ein.

Lernfeld 6 Stoffe fördern
2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 60 Ustd.
Lernsituationen
6.1
Fördereinrichtungen in abwassertechnischen Anlagen erfassen und Betriebskenndaten von Pumpen bestimmen
30 Ustd.
6.2
Demontage, Instandhaltung, Montage im Team planen und durchführen
30 Ustd.
Lernsituation
6.1
Fördereinrichtungen in abwassertechnischen Anlagen erfassen und Betriebskenndaten von Pumpen bestimmen
30 Ustd.
Auftrag

In Ihrem Unternehmen sind mehrere Pumpen „in die Jahre“ gekommen. Deshalb soll deren Betriebsverhalten überprüft werden, um über mögliche Reparaturen oder Neuanschaffun­gen zu entscheiden. Bei der Gelegenheit soll die Inventarliste der vorhandenen Geräte und Maschi­nen aktualisiert werden, um den Bestand an Ersatzteilen und eventuell notwendige weitere An- und Nachbeschaffungen planen zu können. Ein Teil jener Geräte sind Einrichtungen zum Fördern von Stoffen, zu denen die o. g. Pumpen gehören. Diese befinden sich an verschiedenen Stellen der Kläranlage und des Entwässerungssystems und haben unterschiedliche Aufgaben.

Sie erhalten den Auftrag, den Bestand an Fördereinrichtungen im Unternehmen zu erfassen und mit der vorhandenen Inventarliste abzugleichen. Zusätzlich sollen Sie den Zustand der Fördereinrichtungen dokumentieren und deren konkrete Aufgaben ergänzen. Bestimmen Sie außerdem die Betriebskenndaten der Pumpen und leiten Sie daraus Maßnahmen zur Gewährleistung eines ressourcenschonenden Betriebs ab.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
6.1.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

16

Vorliegende Inventarliste sichten

Förderaggregate ermitteln

Lernfeld (LF) 4: Fließbilder
Ort und Zweck des Förderns

Stoffströme in abwassertech­nischen Anlagen erfassen und  Stoffe nach Aggregatzustand einteilen

physikalisch-chemische Eigenschaften der zu fördernden Stoffe und Auswirkungen auf deren Förderfähigkeit

Feststoffe – Rechengut, Siebgut, Sandfanggut, Fällungsmittel

Fest-Flüssig-Gemische – Abwasser, Schlamm

Flüssigkeiten – Grauwasser, Niederschlagswasser, vorgeklärtes Wasser, Leichtstoffe, Lösungsmittel, Chemikalien

Gase – Luft, Sauerstoff, Faulgas

Förderaggregate den Aggregat­zuständen der zu fördern­den Stoffe zuordnen

Feststoffe –  Stetigförderer, Unstetigförderer

Fest-Flüssig-Gemische und Flüssigkeiten – Pumpen 

Gase – Ventilatoren, Gebläse, Verdichter

Sich mit Aufbau und Funktion von Stetigförderern und Unstetig­förderern vertraut machen

Bedienungsanleitungen für Förderaggregate in traditio­neller und digitaler Form

Arten von Pumpen nach deren Funktionsprinzipien unterscheiden

Strömungspumpen –  Kreisel­pumpen, Mammut­pumpen

Verdrängungspumpen – Schneckenpumpen, Kolben­pumpen

Pumpenförderung mit anderen Fördermöglichkeiten vergleichen

Schwerkraftförderung

Über- und Unterdruck­förderung

Sich mit Aufbau und Funktion von Förderaggregaten für gasförmige Stoffe auseinandersetzen 

Sich Informationen zur rechneri­schen und grafischen Ermittlung der Kenndaten beschaffen

Betriebspunkt, zugeführte und abgegebene Leistung, Wirkungsgrad, Förderstrom und Förderdruck

Form der aktuellen Dokumentation fest­legen

erweiterte Inventarliste

Übersicht der Betriebskenndaten

6.1.2 Entscheiden/
Durchführen

Fördereinrichtungen und deren Zustand bei einem Rundgang durch das Gelände des Unterneh­mens erfassen

12

Ermittelte Fördereinrichtungen mit der bisherigen Inventarliste verglei­chen und Daten in die aktuelle Dokumentation eintragen

Konkrete Aufgabe der Förder­einrichtungen ergänzen

Betriebskenndaten von Förder­einrichtungen sichten 

Typenschilder

Betriebsanleitungen, Datenblätter

Kenndaten der Förderaggregate rechnerisch und grafisch ermitteln

Betriebspunkt

zugeführte und abgegebene Leistung

Wirkungsgrad

Förderstrom und Förderdruck

Ermittelte Daten dokumentieren

Maßnahmen zur Gewährleistung einer ressourcenschonenden Steuerung und Regelung der Maschinen ableiten

Drosselung

Drehzahlregelung

6.1.3 Bewerten/
Reflektieren

Eigene Inventarliste überprüfen und bei Bedarf vervollständigen

2

Selbstkritik

Inventarlisten vergleichen

Form, Übersichtlichkeit

Vollständigkeit, fachliche Korrektheit

Betriebskenndaten einschätzen

Vorschläge zur Gewährleistung einer ressourcen­schonenden Steuerung und Regelung der Maschinen diskutieren

Wertschätzende Kritik geben und annehmen

Lernfeld 7: Anlagen elektrisch betreiben

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, Anlagen elektrisch zu betreiben.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über die elektrischen Geräte und Betriebsmittel ihres Betriebs.

Die Schülerinnen und Schüler erfassen 

6 Ustd.

elektrische Geräte und Betriebsmittel in abwasser- oder wasserwirtschaftlichen Anlagen sowie

deren Einsatzorte

Sie recherchieren Funktionen und Einsatzgebiete elektrischer Geräte und Betriebsmittel:

Spannungsquellen

Verbindungselemente

Schaltelemente, Sicherungselemente

elektrische Antriebe

Leuchtmittel

Prozessleittechnik, Sensor- und Steuerungstechnik

Sie unterscheiden ortsfeste und ortsveränderliche Betriebsmittel.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Sicherheits­anforderungen elektrischer Geräte, Betriebsmittel und über mögliche Betriebsstörungen. Dazu lesen sie betriebsspezifische Schaltpläne und nutzen digitale Medien und Hilfsmittel auch in einer Fremd­sprache.

Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit den Anforderungen zum sicheren Umgang mit elektrischen Geräten und Betriebsmitteln vertraut und systema­tisieren diese. Sie recher­chieren technische Vorgaben:

6 Ustd.

fünf Sicherheitsregeln 

Kabelkennzeichnungen 

Schutzklassen

Schutzarten (IP-Codes)

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit möglichen Betriebs­störungen der elektrischen Geräte und Betriebsmittel auseinander und ermitteln mögliche Gefahren.

Die Schülerinnen und Schüler stellen Informationen zum richtigen Vor­gehen bei Betriebsstörungen und Unfällen mit elektrischen Betriebs­mitteln zusammen.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit betriebsspezifischen Schaltplänen ausein­ander: 

einpolige Pläne – Übersichtsschaltpläne und Installationsschaltpläne

allpolige Pläne – Stromlaufpläne in aufgelöster und zusam­menhängender Darstellung

Sie erfassen die dargestellten Informationen der verschiedenen Pläne:

Schaltzeichen

Kennbuchstaben

Bezeichnung von Leitungen

Sie machen sich mit den üblichen Messgeräten und deren Hand­habung vertraut.

Sie informieren sich über unterbrechungsfreie Stromversorgungen

berufsbezogenes Englisch

Batterieanlagen

Stromerzeugungsaggregate

Die Schülerinnen und Schüler nutzen digitale Medien und machen sich mit internationalen, vor allem europäischen Vorgaben in deutscher und in englischer Sprache vertraut.

Die Schülerinnen und Schüler planen die nachhaltige Instand­haltung elektrischer Anlagen unter der Einhaltung der Sicherheits­anforderungen und berücksichtigen die Art der Stromversorgung (Gleich-, Wechsel-, Dreiphasen­wechselstrom) und die vorhande­nen Maßnahmen gegen elektri­schen Schlag.

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Anlagen nach Art der vorliegenden Stromversorgung

10 Ustd.

Gleichstrom

einphasiger Wechselstrom

dreiphasiger Wechselstrom (Drehstrom)

Sie geben spezifische Gefahren der unterschiedlichen Strom­versorgungen an. Sie schätzen die Folgen des elektrischen Schlags anhand von Einflussgrößen ein:

Berührungsspannung

Körperwiderstand und Körperstrom

Kontaktzeit

Die Schülerinnen und Schüler tragen die vorhandenen Maßnahmen zum Schutz vor elektrischen Schlag zusammen:

Basisschutz – Isolierung, Abdeckung, Schutzabstände, Einhausung, Netz-RCD

Fehlerschutz – Schutztrennung, Potentialausgleich, automa­tische Abschaltung, Sicherungen

Zusatzschutz – Geräte-RCD, Motorschutzschalter

Netzsysteme – TN, TT, IT

Sie bestimmen die vorhandenen Schutzeinrichtungen der instand zu setzenden Anlagen und erfassen besondere Gefahren­quellen. Sie berücksichtigen die Umsetzung der fünf Sicherheitsregeln bei der Instandhaltung elektrischer Anlagen. 

Die Schülerinnen und Schüler legen Maßnahmen zur Instandhaltung von abwasser- und wasserwirtschaftlichen Anlagen fest und berück­sichtigen Anforderungen an nachhaltige Instandhaltung:

lange, störungsfreie Nutzung

hohe Zuverlässigkeit und Funktionalität

Die Schülerinnen und Schüler ermitteln Kenndaten vorhandener und defekter Betriebsmittel. Sie definieren die Anforderungen an die Betriebsmittel.

Sie erstellen Checklisten und Protokoll-Formulare für die Prüfung verschiedener Anlagen.

Die Schülerinnen und Schüler führen Sichtprüfungen von Geräten und Betriebsmitteln durch und stellen dabei Beschädigungen fest. Bei Beschädigungen beurteilen sie die Auswirkungen auf die Anlage.

Die Schülerinnen und Schüler überprüfen Geräte und Betriebsmittel auf deren Unversehrtheit und technische Eignung. 

4 Ustd.

Sie erfassen die Gültigkeit von Kennzeichnungen und Prüfplaketten.

Sie nehmen Sichtprüfungen vor und ermitteln äußere Beschädigungen an Gehäusen, Isolierungen und Kontakten.

Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren Beschädigungen und leiten mögliche Gefahren bei der Verwendung und Inbetriebnahme ab.

Sie positionieren sich zu 

Auswirkungen auf den Betrieb der Anlage

Gesundheitsgefahren für sich und andere

Brandgefahr

materiellen Folgeschäden

Sie tauschen Betriebsmittel (Leuchtmittel, Sicherungen, Lei­tungsschutzschalter, Fehlerstrom-Schutzschalter) systemgleich aus und nehmen diese anschließend in Betrieb. Sie setzen Batterieanlagen (unterbrechungsfreie Stromversor­gung, Stromerzeugungsaggregate) ein.

Die Schülerinnen und Schüler ersetzen vorhandene Betriebsmittel nach Ablauf festgelegter Fristen sowie defekte Betriebsmittel durch gleichwertige:

6 Ustd.

Leuchtmittel

Sicherungen

Leitungsschutzschalter

Fehlerstromschutzschalter

Kabel und Steckverbindungen

Sie halten die fünf Sicherheitsregeln ein.

Sie nehmen die getauschten Betriebsmittel in Betrieb und testen deren Funktion.

Die Schülerinnen und Schüler berücksichtigen bei ihren Arbeiten Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung und beachten deren Besonderheiten hinsichtlich der fünf Sicherheitsregeln.

Sie beseitigen Staub und Verunreinigungen an den Anlagen und stellen den Betriebszustand her.

Sie prüfen ortsfeste und orts­veränderliche Betriebsmittel nach rechtlichen Vorgaben und hand­haben Messgeräte und Arbeits­mittel sicher. Sie dokumentieren gemessene Betriebswerte und Prüfergebnisse.

Die Schülerinnen und Schüler führen regelmäßige Prüfungen fachgerecht an ortsfesten und ortsveränderlichen Betriebsmitteln durch.

4 Ustd.

BetrSichV,  DGUV Vorschrift 3

Sichtprüfung

Funktionsprüfung

Messung elektrischer Parameter

Sie unterscheiden und beachten rechtliche Vorgaben für ortsfeste und ortsveränderliche Betriebsmittel und halten technische Regeln ein.

Prüfintervalle

DIN VDE 0100

Die Schülerinnen und Schüler setzen geeignete Messgeräte ein und überprüfen deren Funktion vor dem Gebrauch. Sie führen nötige Kalibrierungen durch und halten sich an Messanweisungen.

Sie dokumentieren Prüf- und Messergebnisse auf Prüfprotokollen sorgfältig und vollständig.

Sie vergleichen die protokollierten Ergebnisse mit den Vorgaben und leiten daraus Schlussfolgerungen für den weiteren Betrieb der geprüften Betriebsmittel ab.

Die Schülerinnen und Schüler kontrollieren und dokumentieren die durchgeführten Arbeiten.

Die Schülerinnen und Schüler nehmen eine Endprüfung der Anlagen vor. Sie überprüfen die Einhaltung rechtlicher Vorgaben bei der Durchführung aller Arbeiten und Instandhaltungsmaßnahmen.

2 Ustd.

Sie halten die durchgeführten Tätigkeiten auf Protokollvorlagen des Unternehmens fest.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Handlungen und leiten Verbesserungen ab. Sie bewerten ihre Ergebnisse unter arbeitsorganisatorischen, techni­schen, ökonomischen und ökolo­gischen Aspekten.

Die Schülerinnen und Schüler beurteilen ihre Arbeitsweise und die Reihenfolge der von ihnen durchgeführten Arbeiten:

2 Ustd.

der Einhaltung der fünf Sicherheitsregeln

der Selbstorganisation bei der Durchführung

technische Aspekte

ökologische Aspekte

ökonomische Aspekte

Die Schülerinnen und Schüler holen sich Feedback zu ihren Hand­lungen ein.

Sie setzen sich kritisch mit den von ihnen erstellen Dokumenten auseinander.

Lernfeld 7 Anlagen elektrisch betreiben
2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 40 Ustd.
Lernsituationen
7.1
Elektrische Betriebsmittel außer Betrieb nehmen
15 Ustd.
7.2
Defekte elektrische Betriebsmittel austauschen
16 Ustd.
7.3
Ortsveränderliche Betriebsmittel prüfen
9 Ustd.
Lernsituation
7.1
Elektrische Betriebsmittel außer Betrieb nehmen
15 Ustd.
Auftrag

In einem Pumpenraum Ihres Unternehmens sind Modernisierungsarbeiten der Innen­einrichtung geplant. Der Raum enthält neben der elektrischen Installation zahlreiche elektrische Anlagen. Als Vorbereitung für die Modernisierung muss die gesamte Elektroinstallation außer Betrieb gesetzt werden.

Sie erhalten den Auftrag, die elektrische Außerbetriebnahme vorzunehmen und die durchgeführten Maßnahmen zu dokumentieren.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
7.1.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

11

Sichtbare Elektroinstallationen und elektrische Betriebsmittel in der Werkstatthalle erfassen

Anschlussdosen

Sicherungskästen

Schaltschränke

Beleuchtung

Mess- und Steuerungstechnik

ortsfeste elektrisch betriebene Geräte

Antriebe

ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel

Funktionen der Installationen und Betriebsmittel den Einsatzgebieten zuordnen

Installationsschaltpläne des Raumes beschaffen und sichten

einpolige Pläne

Schaltzeichen, Kennbuchstaben und Leitungsbezeichnungen recherchie­ren

Stromversorgungen unterscheiden

Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)

einphasiger Wechselstrom

dreiphasiger Wechselstrom

Gefahren des elektrischen Stroms und Einflussgrößen bestimmen

elektrischer Schlag

Berührungsspannung

Körperwiderstand und Körperstrom

Kontaktzeit

Vorhandene Maßnahmen zum Schutz vor elektrischen Schlag ermitteln und unterscheiden

Abhängigkeit vom Netz­system

Basisschutz

Fehlerschutz

Zusatzschutz

Sich zum richtigen Vorgehen bei Betriebsstörungen oder Unfällen mit elektrischen Betriebsmitteln informieren

Anleitungen zur Außerbetrieb­nahme von elektrotechnischen Anlagen recherchieren

Normen, technische Regeln
berufsbezogene Informationsverarbeitung

Sich mit den fünf Sicherheitsregeln auseinandersetzen

Checkliste zur Außerbetriebnahme entwerfen

7.1.2 Entscheiden/
Durchführen

Alle ortsfesten elektrischen Anlagen, Betriebsmittel und Rauminstallation außer Betrieb nehmen

3

Einhaltung der fünf Sicherheits­regeln gewährleisten

Freischalten

gegen Wiedereinschalten sichern

Spannungsfreiheit allpolig feststellen

Erden und Kurzschließen

benachbarte Teile unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken

Ausführung der Handlungen anhand der Checkliste prüfen

Durchgeführte Maßnahmen doku­mentieren

7.1.3 Bewerten/
Reflektieren

Umsetzung der fünf Sicherheits­regeln selbstkritisch reflektieren und dabei die Einhaltung der Reihenfolge berücksichtigen

1

Ergriffene Maßnahmen beurteilen

Vollständigkeit und Übersichtlich­keit der Checkliste überprüfen und bei Bedarf ergänzen

Dokumentation einschätzen

Lernsituation
7.2
Defekte elektrische Betriebsmittel austauschen
16 Ustd.
Auftrag

In Ihrem Unternehmen wurde ein Defekt in der Anlage zur Fällungsmittel-/Flockungs­mitteldosierung festgestellt. Sie erhalten den Auftrag, deren Funktion zu kontrollieren. Zusätzlich sollen Sie in dem zugehörigen Raum alle anderen Betriebsmittel, wie Messtechnik und Beleuchtungselemente, prüfen. Defekte Gerätesicherungen und Betriebsmittel sollen getauscht und deren Funktion anschließend überprüft werden. Dokumentieren Sie alle durchgeführten Maßnahmen auf betriebsinternen Protokoll­vorlagen und präsentieren Sie die instandgesetzte Anlage vor Wiederinbetriebnahme einer Elektrofachkraft.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
7.2.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

7

Unterlagen der Anlage zur Fällungs­mittel-/Flockungs­mittel­dosierung beschaffen

Elektrische Betriebsmittel in der Anlage zur Fällungsmittel-/Flockungs­mitteldosierung erfassen und mit den Unterlagen abgleichen 

Beleuchtung

Mess- und Steuerungstechnik

Gerätesicherungen

Schutzeinrichtungen einordnen 

Spannungsschutz

Gehäuseschutz

Überstromschutz

Fehlerarten unterscheiden

Kurzschluss

Leiterschluss

Erdschluss

Körperschluss

Benötigte Betriebsmittel, Werk­zeuge und Messgeräte für die Instandsetzung der Anlage zusammenstellen

Sich mit betriebsinternen Protokoll­vorlagen vertraut machen

7.2.2 Entscheiden/
Durchführen

Anlage außer Betrieb nehmen

7

Lernsituation (LS) 7.1:  fünf Sicherheitsregeln

Anlage und elektrische Betriebs­mittel im Raum mittels Sichtprüfung kontrollieren

Defekte Betriebsmittel und Geräte­sicherungen ermitteln und gegen technisch gleichwertige tauschen

Funktion der getauschten Betriebs­mittel prüfen

Vorgenommene Maßnahmen dokumentieren

Staub und Verunreinigungen an den Anlagen beseitigen und Betriebs­zustand herstellen

Instandgesetzte Anlage vor Wieder­inbetriebnahme einer Elektrofachkraft vorstellen

Anlage in Betrieb nehmen

7.2.3 Bewerten/
Reflektieren

Endprüfung der Anlage vornehmen

2

Eigene Arbeitsweise einschätzen und Feedback von der Elektro­fachkraft einholen

Einhaltung der Sicherheits­regeln, planmäßiges Handeln

Ergriffene Maßnahmen beurteilen

Lernsituation
7.3
Ortsveränderliche Betriebsmittel prüfen
9 Ustd.
Auftrag

In Ihrem Unternehmen werden verschiedene ortsveränderliche elektrische Betriebs­mittel verwendet. Deren Prüffristen laufen demnächst ab und Sie erhalten den Auf­trag, die anstehende Prüfung vorzunehmen. Defekte Elektrogeräte sind aus dem Verkehr zu ziehen und gefundene Mängel zu melden. Der Ablauf der Prüfung ist auf betriebsinternen Protokollvorlagen zu dokumentieren.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
7.3.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

4

Liste der ortsveränderlichen elektri­schen Betriebsmittel beschaffen, deren Standorte ermitteln und mit der Liste abgleichen

Sich über die Schutzklassen von Betriebsmitteln informieren

Schutzklasse I

Schutzklasse II

Schutzklasse III

Erforderliche Prüfungen bei orts­veränderlichen elektrischen Betriebs­mitteln recherchieren

Gültigkeit von Kennzeich­nungen und Prüfplaketten

Sichtprüfung

Schutzleiterprüfung

Messung des Isolationswider­stands 

Messung des Schutzleiterstroms

Messung des Berührungsstroms

Nachweis der sicheren Trennung

Funktionsprüfung

Sich mit den Messverfahren und den benötigten Messgeräten vertraut machen

Spannungsmessung

Strommessung

Widerstandsmessung

Betriebsinterne Protokollvorlagen beschaffen

7.3.2 Entscheiden/
Durchführen

Erforderliche Prüfungen festlegen

4

Betroffene Mitarbeitende über die Prüfungen informieren

Messgeräte auswählen, kalibrieren und deren Funktion überprüfen

Prüfungen vornehmen 

Messwerte einschätzen und über die Funktionsfähigkeit der orts­veränder­lichen Betriebsmittel entscheiden

Gefundene Mängel melden

Defekte Elektrogeräte aus dem Verkehr ziehen und bei Bedarf Ersatzbeschaffung initiieren

Durchgeführte Prüfungen und Ergebnisse dokumen­tieren, Prüf­plaketten anbringen

7.3.3 Bewerten/
Reflektieren

Vorgehen reflektieren

1

Protokollierungen kritisch einschät­zen

Vollständigkeit

Sorgfalt

Berufsbezogenes Englisch mit Bezug zu
Lernfeld 7 Anlagen elektrisch betreiben

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler bezeichnen elektrische Größen (Spannung, Strom, Widerstand, Gleich- und Wechselgrößen) und übliche elektrische Betriebsmittel in abwasser- oder wasserwirtschaftlichen Anlagen in der Fremdsprache fachlich korrekt. 

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren in englischsprachigen Quellen zu Sicherheitsregeln für elektrische Anlagen. Sie nutzen typische Begriffe der Energieversorgung in der Fremdsprache. 

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich in englischsprachigen Bedienungsanleitungen zur Nut­zung von Mess- und Prüfmitteln

Didaktisch-methodische Hinweise:

Zur Informationsgewinnung bietet es sich an, mit originalen Bedienungsanleitungen oder Produkt­beschreibungen zu arbeiten und den Umgang mit digitalen Übersetzungshilfen zu schulen. Das Ver­stehen von Arbeitsdokumenten in der Fremdsprache sowie ihre Durchdringung dienen der Festigung der Fachlexik und dem Textverständnis. Der Schwerpunkt sollte dabei auf den Auf- und Ausbau des fachspezifischen Wortschatzes gelegt werden. Es bietet sich an, das Glossar mit fachspezifischem Vokabular zu erweitern.

Lernfeld 13: Regenwasser bewirtschaften

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, Regenwasser nachhaltig zu bewirtschaften.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler definieren die Ziele der Regen­wasserbewirtschaftung. Sie bestim­men die Aufgaben, Regenwasser nachhaltig und ohne Schäden für die Umwelt dem Grund- und Ober­flächenwasser zuzuführen (ober­irdische und unterirdische Versicke­rung, Regenwasserspeicherung und -retention).

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Plänen des Einzugs­gebietes auseinander. Sie recherchieren Klimadaten für die Region und schätzen örtlich anfallende Niederschlagsmengen ab.

12 Ustd.

Sie erschließen daraus Herausforderungen für den Betrieb von Abwasserbehandlungsanlagen.

Die Schülerinnen und Schüler tragen Möglichkeiten für eine nach­haltige Regenwasserbewirtschaftung zusammen. Sie schätzen die Auswirkungen der Regenwasserbewirtschaftung auf den Wasser­kreislauf ein.

Lernfeld (LF 3): Wasser­kreislauf

Sie ziehen Schlussfolgerungen für die Ziele einer nachhaltigen Regen­wasserbewirtschaftung und formulieren diese.

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Möglichkeiten zum Erreichen dieser Ziele:

Reduzierung der Flächenversieglung

Regenwasserrückhalt und Retention

Regenwasserspeicherung

Regenwasserversickerung

Regenwasserbehandlung

Regenwassernutzung

Sie informieren sich zu baulichen Varianten der Regenwasser­versickerung:

Flächenversickerung

Beckenversickerung

Graben- und Muldenversickerung

Rohr- und Rigolenversickerung

Schachtversickerung

Sie stellen deren Aufgaben, Vor- und Nachteile dar und positionieren sich zu den Varianten.

Die Schülerinnen und Schüler erkunden auch unter Nutzung digitaler Medien die erforderlichen Geräte, Materialien und Verfahren zur Reinigung und Sanierung von Anlagenteilen des Regenwasser­bewirtschaftungssystems. Sie ent­wickeln ein Verständnis für das Zusammenwirken der Netzinforma­tions-, Frühwarn- und Hochwasser­warnsysteme.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich in klassischen und digi­talen Medien zum Betrieb von Anlagen der Regenwasserbewirt­schaftung.

10 Ustd.

Sie beschaffen Informationen zum Aufbau und zu den verwendeten Materialien der verschiedenen Anlagenteile:

Kanalbauwerke, Zu- und Abläufe sowie Überläufe

Speicherbauwerke und Becken

Anlagen zur Regenwasserversickerung

Anlagen zur Regenwasserbehandlung und Filtration

Anlagen zur Regenwassernutzung

Die Schülerinnen und Schüler charakterisieren und unterscheiden Aufgabengebiete zum Unterhalt und der Instandhaltung von Anlagen und Anlagenteilen.

Inspektion 

Dokumentation von Schäden

Wartung und Reinigung 

Instandsetzung und Sanierung

Sie unterscheiden Verfahren zur Reinigung und Sanierung und ordnen benötigte Geräte und Materialien zu.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den Bestandteilen einer nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftungsanlage auseinander und verinnerlichen deren Zusammenwirken.

Anlagentechnik

Netzinformationssysteme

Frühwarn- und Hochwasserwarnsysteme

Die Schülerinnen und Schüler entwerfen Arbeitspläne und treffen Vorkehrungen zur Durchführung anfallender Arbeiten.

Die Schülerinnen und Schüler konkretisieren die durchzuführenden Arbeiten an Regenwasserbewirtschaftungs­anlagen.

6 Ustd.

Sie beschaffen technische Unterlagen zu den Anlagen.

Sie informieren zuständige Stellen zu Instandhaltungsaufgaben und berücksichtigen Vorgaben. Sie beantragen im Bedarfsfall eine Außer­betriebnahme.

Sie ermitteln mögliche Gefahren bei der Durchführung der Arbeiten und stellen Schutzausrüstungen, Werkzeuge sowie Arbeitsgeräte bereit.

Sie gewährleisten eine gefahrenlose Begehung der Anlagen.

Sie bereiten alle notwendigen Arbeitsschritte zum Unterhalt der Anlagen vor und stimmen diese aufeinander ab.

Sie legen den Ablauf in Arbeitsplänen fest.

Die Schülerinnen und Schüler inspizieren, pflegen und reinigen Regenwasserbewirtschaftungs­anlagen. Sie beseitigen lokale Schäden und dokumentieren Auf­fälligkeiten auch in digitaler Form. Sie kontrol­lieren bei Auffälligkeiten die Ausle­gung des Systems.

Die Schülerinnen und Schüler begehen Anlagenteile der Regen­wasserbewirtschaftung.

6 Ustd.

Sie überprüfen die Anlagen optisch auf äußere Schäden, Verunreini­gungen sowie Auffälligkeiten und setzen dazu auch Kamerasysteme zur digitalen Inspektion schwer zugänglicher Bereiche ein. Sie lokali­sieren Besonderheiten, testen die Funktionalität aller Anlagenteile und fertigen ein Inspektionsprotokoll an.

Die Schülerinnen und Schüler entscheiden anhand der Ergebnisse der Inspektion über notwendige Maßnahmen. Sie führen Reinigungs­aufgaben durch und warten die Anlagenteile. Sie setzen kleinere Schäden in Stand und veranlassen bei Bedarf größere Reparaturen.

Die Schülerinnen und Schüler sichten frühere Wartungsprotokolle. Sie prüfen bei wiederkehrenden Auffälligkeiten die technische Auslegung. Sie berücksichtigen

Regenwasseraufkommen der Einzugsflächen

Dimensionierung der Anlagen

Sie unterbreiten Vorschläge zur Optimierung der Anlagen.

Die Schülerinnen und Schüler über­prüfen die durchgeführten Tätig­keiten und die Dokumentation auf Vollständigkeit.

Die Schülerinnen und Schüler gleichen die durchgeführten Arbeiten mit den Arbeitsanweisungen ab und begründen Abweichungen.

3 Ustd.

Sie beurteilten die Qualität der durchgeführten Arbeiten und benennen Probleme bei deren Umsetzung.

Die Schülerinnen und Schüler beurteilen die Vollständigkeit von Doku­menten und ergänzen diese bei Bedarf.

Sie akzeptieren Kritik und nehmen Verbesserungsvorschläge an.

Die Schülerinnen und Schüler nehmen Stellung zu möglichen Folgen bei Vernachlässigung der Regenwasserbewirtschaftung für das Grund- und Oberflächenwasser und stärken ihr Verantwortungs­bewusstsein.

Die Schülerinnen und Schüler diskutieren verantwortungsbewusst die Auswirkungen nicht funktionierender Anlagen der Regenwasser­bewirtschaftung.

3 Ustd.

Sie berücksichtigen Folgen für

den Betrieb von Abwasserbehandlungsanlagen

die Retention, Ableitung und Behandlung von Niederschlags­wasser

das Grundwasser und für Oberflächengewässer 

Siedlungsgebiete und die Sicherheit der Infrastruktur

Sie unterbreiten Verbesserungsvorschläge und überarbeiten Gesamt­konzepte der Regenwasserbewirtschaftung im Hinblick auf klimatische Besonderheiten und auf Nachhaltigkeit.

Lernfeld 15: Abwassertechnische Anlagen steuern und regeln

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, Entwässerungssysteme und Abwasserbehandlungsanlagen zu steuern und zu regeln.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich im Team einen Überblick über den Auftrag zur Überwachung von abwassertechni­schen Anlagen mit Hilfe von Fernwirk- und Prozessleittechnik (Rohrleitungs- und Instrumenten­fließbild, Netzinformationssysteme, Aktoren, Sensoren, Schnittstellen).          

Die Schülerinnen und Schüler analysieren Aufträge zur Überwachung von abwassertechnischen Anlagen und leiten im Team konkrete Auf­gaben ab.

9 Ustd.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Ziele der Über­wachung und Automatisierung von abwassertechnischen Anlagen. Dabei unterscheiden sie Fernwirk- und Prozessleittechnik.

Die Schülerinnen und Schüler eruieren Elemente zur Überwachung von abwassertechnischen Anlagen:

Sensortechnik und Messgeräte

Signaltechnik und Signalverarbeitung

Prozessleittechnik mit Hard- und Software

Netzinformationssysteme

Steuer- und Regeleinrichtungen

Aktoren und Stellantriebe

Signalverarbeitungspläne, Rohrleitungs- und Instrumenten­fließbilder (R&I-Schemata)

Sie tragen Informationen zu den einzelnen Elementen zusammen und benennen deren Aufgaben.

Sie inspizieren technische Unterlagen und lokalisieren verzeichnete Elemente in den Anlagen.

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Möglichkeiten zur Auto­matisierung von Prozessen und heben die verschiedenen Wirkungs­wege hervor

Steuerstrecke

Regelkreis

Sie veranschaulichen die Aufgaben der einzelnen Elemente von Steuerstrecken und Regelkreisen in abwassertechnischen Anlagen.

Sie stellen Vor- und Nachteile sowie die Aufgaben verschiedener Steuerungen und Regler gegenüber:

Ablaufsteuerungen

Verbindungsprogram­mierte Steuerungen (VPS)

speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS)

binäre Steuerungen, Logiksteuerungen

stetige und unstetige Regler

PID-Regler

proportionale Regler, integrierende Regler und Differenzierer

Sie vergegenwärtigen sich die Aus­wirkungen auf den Bereitschafts­dienst.

Die Schülerinnen und Schüler heben die Aufgaben und Notwendigkeit einer vollumfänglichen Überwachung abwassertechnischer Anlagen hervor.

3 Ustd.

rechtliche Vorgaben zur Eigenüberwachung

Betriebssicherheit technischer Anlagen

Rufbereitschaft bei Störfällen

Schichtdienst und Schichtpläne

Sie verinnerlichen das Erfordernis von Schicht- und Bereitschafts­dienst als wesentlichen Bestandteil ihres Berufsbildes zur kontinu­ierlichen Sicherstellung der Abwasserbewirtschaftung und nehmen die Auswirkungen auf ihr außerberufliches Leben an.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Bedeu­tung kritischer Infrastruktur und die sich daraus ergebenden Anforde­rungen an die IT-Sicherheit (Schutzziele) bei der Steuerung und Regelung von Entwässerungs­systemen und Abwasserbehand­lungsanlagen. Sie nutzen digitale Medien, auch in einer Fremd­sprache, zur Informationsgewin­nung.

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren in digitalen Medien in deutscher und englischer Sprache zu Ereignissen von Fernmanipu­lation und Sabotage technischer Anlagen und leiten mögliche Gefah­ren ab. Sie positionieren sich im Team zu den Vorkommnissen und formulieren Maßnahmen zum Schutz technischer Anlagen. Sie beach­ten dabei die besondere Bedeutung kritischer Infrastruktur.

4 Ustd.

berufsbezogenes Englisch

Die Schülerinnen und Schüler tragen Anforderungen an die IT-Sicher­heit und die physische Sicherheit technischer Anlagen zusammen. Sie machen sich mit den Schutzzielen der IT-Sicherheit vertraut, systema­tisieren Schutzmaßnahmen und verinnerlichen diese:

Vertraulichkeit

Integrität

Verfügbarkeit

Die Schülerinnen und Schüler heben die Auswirkungen der Schutz­maßnahmen auf die Fernsteuerung technischer Anlagen und die Automatisierung von Entwässerungssystemen und Abwasser­behandlungs-

anlagen hervor.

Die Schülerinnen und Schüler planen die Bedienung, Kontrolle und Instandhaltung von Mess-, Steuerungs- und Regelungseinrich­tungen (Wirkungskette, Regel­kreis). Sie berücksichtigen die Ver­fahren zur Messung von Füll­ständen, Volumina, Durchflüssen und weiteren Qualitätsparametern.

 

Die Schülerinnen und Schüler beschaffen Betriebsanleitungen der zu überwachenden Mess-, Steuerungs- und Regelungseinrichtungen. 

17 Ustd.

Sie legen Termine zur Kontrolle und Instandhaltung fest und berück­sichtigen dabei Eichfristen und Wartungsintervalle von Einrichtungen der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.

Sie stellen Informationen und Handlungsabläufe zum Betrieb und zur Instandhaltung zusammen und bereiten Instandhaltungsarbeiten vor.

Sie beachten die Unterschiede der Automatisierungstechnik: 

Steuerungen mit Wirkungsketten

Regelungen mit Regelkreisen

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden chemisch-physikalische Messprinzipien der Sensortechnik und gewährleisten geeignete Mess­bedingungen für

Lernfeld LF 4

Füllstand und Volumen

Durchfluss

chemische Parameter

Sie beachten die Trägheit mancher Messeinrichtungen und stimmen die Steuer- und Regeleinrichtungen darauf ab.

Die Schülerinnen und Schüler über­wachen Prozesse und Parameter von Entwässerungssystemen und Abwasserbehandlungsanlagen. Sie nutzen gängige Messverfahren (Einheitssignal), sowie Steuerungs- (Ablaufsteuerung, logische Ver­knüpfungen) und Regelungstechni­ken (stetig, unstetig). Sie prüfen die Funktionsfähigkeit der Steuerungen und Regelungen und nehmen not­wendige Einstellungen vor.

Die Schülerinnen und Schüler rufen Betriebsparameter im Prozessleit­system auf und überprüfen diese vor Ort an der abwassertechnischen Anlage.

15 Ustd.

Sie dokumentieren aktuelle Messdaten und gleichen diese mit Betriebsbedingungen, üblichen Betriebsdaten und rechtlichen Vor­gaben ab.

Die Schülerinnen und Schüler betreiben Elemente der Automati­sierungstechnik und berücksichtigen deren Besonderheiten:

Signalwandlung und -übertragung

Einheitssignale mit lebendigem und totem Nullpunkt

Ablaufsteuerungen, logische Steuerungen und speicher­programmierbare Steuerungen (SPS)

Regelkreise mit stetigem und unstetigem Regelverhalten

Die Schülerinnen und Schüler erfassen die Bedieneinstellungen von Steuerungen und Reglern und legen Grenzwerte und Messbereiche fest. 

Sie geben Grenzwerte und Daten im Prozessleitsystem ein und konfi­gurieren Elemente der Automatisierung vor Ort an der abwassertech­nischen Anlage.

Sie testen das Verhalten der Automatisierungstechnik im laufenden Betrieb durch kurzzeitige Änderung von Einstellungen.

Die Schülerinnen und Schüler simulieren das Verhalten der Automati­sierungstechnik [schi1] an Testanlagen bei kritischen Betriebssituationen.   [schi1]Bitte Zeilenumbruch prüfen und ggf. korrigieren

(in meiner Darstellung:

Die Schülerinnen und Schüler simulieren das Verhalten der Automatisierungstechnik an Testanlagen bei kritischen Betriebssituationen.

 



 

 

Sie konzipieren anhand der aufgezeichneten Messdaten die notwen­digen Einstellungen von Steuerungen und Reglungen.

Sie stimmen alle Elemente der Steuerstrecke und der Regelkreise auf­einander ab.

Sie erkennen Störungen und behe­ben diese.

Die Schülerinnen und Schüler reagieren zeitnah auf Warn- und Stör­meldungen und ermitteln deren Ursache im Prozessleitsystem oder vor Ort an der abwassertechnischen Anlage.

6 Ustd.

Sie setzen betriebsinterne Handlungsanweisungen um.

Sie kontaktieren zur Rückfrage zuständige Stellen sowie Kolleginnen und Kollegen. Sie beraten gemeinsam zum weiteren Vorgehen.

Sie ändern Einstellungen an Elementen der Automatisierungstechnik und im Prozessleitsystem zur Behebung von Störungen und warten die Reaktion der Automatisierungstechnik ab. Sie beobachten rele­vante Messwerte und schätzen diese ein. 

Sie nehmen Anlagen im Notfall außer Betrieb und ergreifen Maß­nahmen zur Herstellung eines normalen Betriebsverhaltens.

Die Schülerinnen und Schüler bewältigen Stresssituationen mit vielen Warn- und Störmeldungen mit Ruhe und behalten auch alle anderen Parameter weiterhin im Blick.

Sie dokumentieren die Störungen und ergriffenen Maßnahmen.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren und bewerten die gewonnenen Erkenntnisse zur Opti­mierung zukünftiger Vorgehens­weisen.

Die Schülerinnen und Schüler beurteilen die aktuellen Einstellungen der Automatisierungstechnik und formulieren Vorschläge, um weitere Warn- und Störfälle zu vermeiden.

2 Ustd.
LS 15.1 (1 Ustd.) LS 15.2 (1 Ustd.)

Die Schülerinnen und Schüler hinterfragen ihre Reaktionen und ihre Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen bei der Behebung von Störungen.

Sie thematisieren das Vorgehen im Team und legen Handlungs­anweisungen beim Auftreten zukünftiger Störungen gemeinsam fest.

Sie hinterfragen die Auswirkungen von Verletzungen der IT-Sicherheit kritischer Infrastrukturen (Verarbei­tung und Speicherung von Infor­mationen).

Die Schülerinnen und Schüler stellen die Vor- und Nachteile intelligen­ter und vernetzter Automatisierungssysteme gegenüber. Sie ziehen Schlussfolgerungen für den Umgang mit diesen Systemen.

3 Ustd.
LS 15.3

Datenspeicherung und Datenverarbeitung

Fernzugriffe und Fernwartung

Sie schätzen die Sicherheit von IT-Systemen im Unternehmen ein, benennen Probleme und Risiken. Sie diskutieren Alternativen und wei­tere Sicherheitsvorkehrungen:

begrenzte Zugriffsrechte von Personengruppen

begrenzte Vernetzung der Anlagensteuerung

redundante Auslegung der Automatisierungstechnik

Die Schülerinnen und Schüler bewerten ihre Vorgehensweise hinsichtlich der nachhaltigen Anla­genoptimierung.

Die Schülerinnen und Schüler schätzen ihr Verhalten im Umgang mit IT-Systemen und der Automatisierungstechnik selbst ein, holen sich Feedback und nehmen Kritik konstruktiv an.

1 Ustd.

Sie formulieren Vorschläge

zum nachhaltigen Betrieb abwassertechnischer Anlagen 

zur Optimierung der Automatisierungstechnik

zur Vermeidung von Störfällen

zum Vorgehen bei Störfällen

Lernfeld 15 Abwassertechnische Anlagen steuern und regeln
3. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 60 Ustd.
Lernsituationen
15.1
Abwassertechnische Anlagen überwachen
18 Ustd.
15.2
Mess-, Steuer- und Regeltechnik betreiben
20 Ustd.
15.3
Abwassertechnische Anlagen automatisieren
22 Ustd.
Lernsituation
15.1
Abwassertechnische Anlagen überwachen
18 Ustd.
Auftrag

Auf dem Betriebsgelände Ihres Unternehmens werden Bauarbeiten zur Installation einer modernen Glasfaseranbindung ausgeführt. Dazu ist eine zeitlich begrenzte Unterbrechung der Hauptstromversorgung zur Leitwarte nötig, welche mit Not­stromaggregaten überbrückt werden soll. Aufgrund von Problemen bei den Bau­arbeiten dauert die Unterbrechung der Stromversorgung länger als vorgesehen. Dadurch kommt es zum Komplettausfall des Prozessleitsystems und der digitalen Kommunikation auf dem Betriebsgelände. Sie erhalten den Auftrag, während der Ausfallzeit die wichtigsten Prozessparameter der abwassertechnischen Anlage vor Ort zu überwachen und die Mitarbeitenden der Leitwarte bei der Wiederinbetriebnahme des Prozessleitsystems zu unterstützen.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
15.1.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

10

Mitarbeitende der Leitwarte zum Vorgehen kontaktieren und Handlungsanweisungen beschaffen

 

Planungsunterlagen sichten

analoge oder digitale Pläne

R&I-Schemata

Signalverarbeitungspläne

Installationspläne

Informationen zu den installierten Elementen der Prozessleittechnik bereitstellen

Bedienungsanleitungen und Betriebsanweisungen

Sensortechnik und Messgeräte

Signaltechnik und Übertragungs­einrichtungen

lokale Anzeigen und Verbin­dungsmöglichkeiten

Aktoren und Stellantriebe

Chemisch-physikalische Mess­prinzipien der Sensortechnik unter­scheiden

Umstellmöglichkeiten auf manuel­len Betrieb prüfen

Von der Automatisierung über­wachte Betriebsparameter ermitteln 

Rechtliche Vorgaben zur Eigen­überwachung recherchieren und zwingend benötigte Parameter zum sicheren Betrieb der abwassertech­nischen Anlage bei den Mitarbei­tenden der Leitwarte erfragen

Füllstände und Volumina

Durchfluss und Druck

chemisch-physikalische Para­meter

Messbedingungen aus den Bedie­nungsanleitungen ableiten

Betriebsparameter für den Störfall priorisieren und benötigte Protokoll­vorlage beschaffen

Mit den diensthabenden Mitarbei­tenden der Leitwarte Absprachen zur Kommunikation während des Stör­falls vereinbaren

Diensttelefone, weitere im Unternehmen übliche Kom­munikationswege

Anforderungen an die IT-Sicherheit und physische Sicherheit zusam­mentragen

Schutzziele der IT-Sicherheit ver­innerlichen und Gefahren bei der Nutzung privater Endgeräte hervor­heben

15.1.2 Entscheiden/
Durchführen

Handlungsanweisungen befolgen 

7

Elemente der Prozessleittechnik mit den Planungsunterlagen vor Ort lokalisieren

Messdaten vor Ort bestimmen und dokumentieren

lokale Anzeigen

Auslesen der Daten über lokale Funk- und Kabelverbindungen mit zugelassenen Geräten 

Mitarbeitende der Leitwarte über Messdaten informieren und Kontakt für Rückfragen aufrechterhalten

Auf Anweisungen der Leitwarte zügig reagieren und weitere Ele­mente der Prozessleittechnik vor Ort bedienen

Bestimmen von Messdaten

Kontrolle von Verbindungen

Neustart und Konfiguration der Geräte

manuelles Betätigen von Arma­turen und Antrieben

im Notfall Außerbetriebnahmen von Anlagen 

In stressigen Situationen die Ruhe bewahren und Fehler konzentriert beheben

Mit anderen Mitarbeitenden zum weiteren Vorgehen beraten und parallel alle priorisierten Parameter überwachen

Nach Wiederinbetriebnahme vor Ort bestimmte Daten mit Werten des Prozessleitsystems abgleichen

Aufzeichnungen der Betriebspara­meter im Prozessleitsystem auf­rufen

Aufgrund der Störfallzeit fehlende Daten im Prozessleitsystem ergän­zen

Betriebsparameter während des Störfalls mit üblichen Betriebsdaten abgleichen und bei Auffälligkeiten dokumentieren

Alle Maßnahmen zur Behebung des Störfalls protokollieren

auch nicht zielführende Maßnahmen

15.1.3 Bewerten/
Reflektieren

Eigenes Handeln in stressigen Situationen selbstkritisch ein­schätzen 

1

Kommunikation mit den Mitarbei­tenden während der Störfallbehe­bung bei den Beteiligten erfragen

Zusammenarbeit im Team zur Behebung des Störfalls themati­sieren und gemeinsam Schluss­folgerungen festlegen

Überarbeitung der Handlungs­anweisungen

Kommunikationswege

Nutzung der Fachsprache

Umsetzung von Rückmeldungen aus der Leitwarte

Lernsituation
15.2
Mess-, Steuer- und Regeltechnik betreiben
20 Ustd.
Auftrag

Im Prozessleitsystem der abwassertechnischen Anlage wird der Ausfall der Regel­einrichtung zur automatisierten Rechengut-Beräumung gemeldet und auf manuellen Betrieb umgestellt, da die Regeleinrichtung keine Messwerte der Füllstandsensoren mehr empfängt. Der diensthabende Mitarbeitende der Leitwarte informiert Sie über das Problem und beauftragt Sie mit der Behebung der Störung. Darüber hinaus sollen Sie den manuellen Betrieb im Rechenhaus steuern.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
15.2.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

10

Planungsunterlagen zur Automati­sierung der Rechengut-Beräumung im betrieblichen Netzinformations­system beschaffen

Signalflussplan

Installationsschaltplan

Übersicht zum Regelkreis

Sich zu den Zielen der Automatisie­rung der Rechengut-Beräumung informieren und Aufgaben der ein­zelnen Elemente ermitteln

Informationen zu den installierten Elementen der Prozessleittechnik zusammentragen

online und im

Netzinforma­tionssystem (NIS)

Sensortechnik

Datenübertragungstechnik

Aktoren und Stellantriebe

Firmware und Software

Unterlagen der Hersteller recher­chieren und relevante Information ableiten

Geräte- und Herstellerinforma­tionen

Bedienungsanleitungen

Wartungspläne

Protokolle der vergangenen War­tung einsehen und mit den vorge­schriebenen Wartungsintervallen und Anleitungen zur Inspektion vergleichen

Manuelle Bedienung der Rechen­gut-Beräumung vorbereiten

Handlungsablauf zur Störungs­behebung erstellen 

Benötigte Prüfgeräte, Werkzeuge und Materialien auswählen und zusammentragen

Mit den diensthabenden Mitarbei­tenden der Leitwarte das Vorgehen zur Störungsbehebung besprechen und Vereinbarungen zur Erreich­barkeit treffen

15.2.2 Entscheiden/
Durchführen

Rechengut-Beräumung manuell betreiben

8

Fehlerdiagnose im Prozessleit­system starten und auswerten

Störungsmeldungen

Datenaufzeichnungen

Besonderheiten der Signalübertra­gung beachten

Einheitssignale

Signalwandlung

Übertragungstechnik

Einstellungen in der Software prüfen

Messbereich

Grenzwerte

Elemente der Automatisierung vor Ort überprüfen

elektrische Messungen

Kabelverbindungen

Funktionstests der Hardware

Mitarbeitende der Leitwarte wäh­rend der Fehlersuche zu aktuellen Meldungen im Prozessleitsystem befragen

Support des Geräteherstellers bei Bedarf kontaktieren 

Ermittelte Fehler dokumentieren

Protokollvorlage

Ersatzteile bei Bedarf beschaffen und diese nach Herstelleranleitung installieren

Hardwarefehler

Ersatzteile nach Installation in der Software registrieren und einrichten

Updates veranlassen und nach Anleitung eine Rekonfiguration durchführen

Softwarefehler

Im Kontakt mit der Leitwarte die Bedieneinstellungen der Automati­sie­rungstechnik prüfen 

Grenzwerte und Messbereiche festlegen

Funktionstüchtigkeit der Automati­sierung im laufenden Betrieb testen

Kurzzeitige Grenzwertänderungen vornehmen und Reaktion aller Ele­mente sowie Messdaten über­wachen

Nach erfolgreicher Fehlerbehebung die Automatisierung freigeben und alle Maßnahmen dokumentieren

15.2.3 Bewerten/
Reflektieren

Aktuelle Konfiguration der Automa­tisierungstechnik mit dem Ziel der Vermeidung künftiger Störungen beurteilen

2

Einbauort und -lage der Sensor­technik

Verlegung der Datenkabel

Funkanbindung von Geräten

Art der eingesetzten Aktoren und Stellantriebe

Grenzwerte in der Software

Einstellungen der Regler

Vorschläge zum nachhaltigen Betrieb der Anlagentechnik formu­lieren

Umgang mit der Hard- und Soft­ware der Automatisierungstechnik selbst einschätzen

Feedback von Mitarbeitenden einholen, Kritik entgegennehmen und Schlussfolgerungen für das eigene Verhalten ziehen

Berufsbezogenes Englisch mit Bezug zu
Lernfeld 15 Abwassertechnische Anlagen steuern und regeln

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Funktionen und Bedeutung kritischer Infra­struktur. Sie benennen Bauteile und Baugruppen in Steuerungen und Regelungen von Entwässerungs­systemen und Abwasserbehandlungsanlagen (Komponenten der Steuerungs- und Regelungstechnik, Sensoren, Aktoren, Bussysteme) fachlich korrekt. 

Sie machen sich mit Aspekten der IT-Sicherheit in Netzen (Schutzziele) vertraut. Sie ordnen gängige  Abkürzungen den fremdsprachlichen Begriffen zu.

Didaktisch-methodische Hinweise:

Für Steuerungen und Regelungen sollten das Erkennen und Einordnen üblicher Begriffe der fachspezi­fischen Steuerungs- und Regelungstechnik die Schwerpunkte bilden. 

Es wird empfohlen, englische Quellen, wie Zeitungs- und Fachartikel, Videos von Talkshows, Dokumen­tationen, Video- und Radioberichte in englischer Sprache, als Grundlage für die Informationsgewinnung zu nutzen. Fachwörterbücher sowie Internetquellen können ebenso dazu verwendet werden.

Das selbsterstellte Glossar kann ergänzt und als Hilfsmittel am Arbeitsplatz eingesetzt werden.

Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft/Umwelttechnologin für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Lernfeld 5: Abfälle einstufen, sammeln und transportieren

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, Abfälle einzustufen, zu sammeln und zu transportieren.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler analysieren den Kundenauftrag hinsichtlich der korrekten Ein­stufung der Abfallarten und der sich daraus ableitenden Vorgaben für die Sammlung und den Transport.

Die Schülerinnen und Schüler nehmen Kundenaufträge entgegen. Sie erfassen diese und erfragen Abfallherkunft, -mengen und Abfuhr­häufigkeit.

21 Ustd.

Sie beschaffen sich Informationen zu unterschiedlichen Abfallarten, die Kunden gemäß Auftrag abholen lassen oder abgeben:

Abfälle zur Verwertung

Abfälle zur Beseitigung 

Sie machen sich mit rechtlichen Grundlagen für Sammlung und Transport verschiedener Abfallarten vertraut:

Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)

Übereinkommen über die internationale Beförderung gefähr­licher Güter auf der Straße (ADR)

Verpackungsgesetz (VerpackG)

Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (AVV)

Nachweisverordnung (NachwV)

Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter (GGBefG)

Verordnung über die innerstaatliche und grenzüberschrei­tende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern (GGVSEB)

Sie recherchieren die rechtlichen Beziehungen zwischen Entsor­gungsunternehmen und Kunden:

kommunale Satzungen

Bürger – Entsorgungsunternehmen

Gewerbebetrieb – Entsorgungsunternehmen

Die Schülerinnen und Schüler ver­schaffen sich auf dieser Grundlage Informationen über die Sammlung und den Transport verschiedener Abfallarten unter logistischen und gerätetechnischen Aspekten sowie deren Einstufung (Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße). Hierzu informieren sie sich auch  mit digitalen Medien über die spe­ziellen Sicherheitsvorschriften und Betriebsanweisungen. 

Die Schülerinnen und Schüler stellen Informationen zu Abfall­sammelsystemen zusammen:

24 Ustd.

Bring- und Holsysteme

Getrenntsammlung, Duales System

Voll- und Teilservice

Sammlung von Problemabfällen

Sie informieren sich über Behälter- und Erfassungssysteme:

Müllgroßbehälter (MGB)

Absetz- und Abrollcontainer

Depotcontainer

Big-Bags

Müllsäcke, Bündelsammlung, systemlose Sammlung

Sie machen sich über den allgemeinen Aufbau von Sammel- und Transportfahrzeugen kundig:

Fahrgestell

Schüttung 

Aufbauten

Sie unterscheiden Sammel- und Transportfahrzeuge:

Heck-, Front- und Seitenlader

Trommel- und Pressfahrzeug

Saug- und Druckfahrzeuge

Fahrzeuge für das Wechselverfahren

Sattelschlepper

Sie informieren sich über die Einstufung von Abfällen in Abhängigkeit von deren Gefährlichkeit.

Sie recherchieren die benötigte Fahrzeugausrüstung zum Transport gefährlicher Güter auf der Straße.

ADR

Sie unterscheiden Transportmöglichkeiten für verschiedene Abfall­arten unter Beachtung von logistischen und gerätetechnischen Aspek­ten.

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren mithilfe digitaler Medien

Gefahrenstoffverordnung,

ADR

rechtliche Grundlagen

Sicherheitsvorschriften

Betriebsanweisungen zur Sammlung und zum Transport von Abfällen

Sie systematisieren die Regeln.

Die Schülerinnen und Schüler planen den Arbeitsprozess auf Grundlage der eigenen Betriebs­abläufe auch unter Einbeziehung externer Partner. Hierzu berück­sichtigen sie die rechtlichen und betrieblichen Vorgaben. 

Die Schülerinnen und Schüler legen Arbeitsabläufe zur Sammlung und zum Transport von Abfällen fest.

10 Ustd.

Sie diskutieren Bedingungen und Einschränkungen für die Touren­planung:

Lenk- und Ruhezeiten

Fahrzeugtypen

Fahrzeugausstattung

Straßenverlauf

Lieferzeiten, Fixtermine 

Sie wählen für den Transport die geeignete Ladungssicherung aus. 

Sie beachten dabei rechtliche und betriebliche Vorgaben und berück­sichtigen Betriebsabläufe des Unternehmens.

Sie prüfen die Einbeziehung externer Partner.

Sie unterscheiden dabei zwischen gefährlichen und nicht gefährlichen Abfallarten (Abfallverzeichnis-Ver­ordnung, Gefahrgut-Ausnahmever­ordnung, Technische Regel für Gefahrstoffe).

Die Schülerinnen und Schüler diskutieren die Einstufung von Abfällen unter Beachtung geltender Vorschriften:

11 Ustd.

gefährliche Abfälle, wie Chemikalien 

nicht gefährliche Abfälle, wie Bioabfall

Sie klassifizieren die Abfälle auf Grundlage von

Abfallverzeichnis-Verordnung

Gefahrgut-Ausnahmeverordnung

der Technischen Regel für Gefahrstoffe

Sie berücksichtigen bei gefährlichen Abfällen

Zusammenladeverbote

Erleichterungen für den Transport von begrenzten und freigestellten Mengen nach ADR

Die Schülerinnen und Schüler kom­munizieren ihre Planung adressa­tengerecht auch in einer Fremd­sprache mit den Kundinnen und Kunden.

Die Schülerinnen und Schüler stellen den Kundinnen und Kunden den Ablauf von Sammlung und Transport verschiedener Abfallarten vor und geben Auskunft zum Kostenrahmen.

7 Ustd.

berufsbezogenes Englisch

Sie kommunizieren in deutscher und englischer Sprache adressa­tengerecht und beachten Umgangsformen.

Sie sammeln die Abfälle und trans­portieren sie zur Deponie. 

Die Schülerinnen und Schüler sammeln unterschiedliche Abfallarten  mithilfe geeigneter Behälter- und Sammelsysteme: 

15 Ustd.

Müllgroßbehälter (MGB)

Absetz- und Abrollcontainer

Depotcontainer

Big-Bags

Müllsäcke, Bündelsammlung, systemlose Sammlung

Dabei beachten sie Getrennt- und Gemischtsammlung.

Sie nutzen je nach Abfallart geeignete Sammel- und Transport­fahrzeuge.

Sie befördern die Abfälle zu 

Wertstoffhöfen

Zwischenlagern und Umladestationen

Aufbereitungsanlagen

beinhaltet Deponien

Beseitigungsanlagen

Sie fertigen digital unter Beachtung der Vorschriften zum Datenschutz und zur Datensicherheit Begleit­papiere an. Sie deklarieren und dokumentieren die Abfallarten und ‑mengen.

Die Schülerinnen und Schüler füllen abfallwirtschaftliche Begleit­papiere für Abfälle unter Nutzung digitaler Medien aus.

21 Ustd.

Entsorgungsnachweis, Sammelentsorgungsnachweis

Nachweisverordnung

Beförderungspapier, Begleitschein 

Übernahmeschein

Sie beantragen die Genehmigung zum Transport.

privilegiertes Verfahren

Sie sorgen für die Einhaltung von Datensicherheit sowie für Daten­schutz beim Umgang mit personenbezogenen Daten.

Sie deklarieren Abfallarten auf der Grundlage gültiger Rechts­vorschriften.

Abfallschlüssel nach AVV 

Gefahrennummer und UN-Nummer nach ADR

Sie wählen für die Abfallarten die geeignete Verpackungsgruppe mithilfe des Verzeichnisses der gefährlichen Güter aus. 

Verpackungsart 

UN-Code 

Sie erfassen und dokumentieren Abfallmengen. 

Identifikationssysteme

Wägesysteme

Die Schülerinnen und Schüler ana­lysieren den Kundenkontakt auch im Team hinsichtlich der Wahr­nehmung der Interessen anderer und der Verbalisierung von Sach­verhalten.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Kundenkontakt und die Kommunikation mit den Kunden:

4 Ustd.

sachliche Richtigkeit der Auskünfte

korrekte Nutzung der Fachsprache

adressatengerechte Kommunikation

Auftreten gegenüber den Kunden

Sie äußern sich selbstkritisch und halten Kritik durch Andere aus.

Sie prüfen ihren Arbeitsprozess unter logistischen, gerätetechni­schen und ökonomischen Aspek­ten. Sie beziehen in ihre Reflektion auch die Begleitpapiere, Dokumen­tationen und Deklarationen ein. In diesem Zusammenhang geben sie sich gegenseitiges Feedback. Die Schülerinnen und Schüler über­tragen ihre Erfahrungen und Ergeb­nisse auf bekannte und neue Situationen.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren alle Phasen der Erfüllung des Kundenauftrages und werten gewonnene Daten digital aus. 

7 Ustd.

digitale Tourendokumente

Sie beurteilen 

die Logistik und Abfuhrintervalle

die Nutzung von Behälter- und Transportsystemen

die Wirtschaftlichkeit

Sie schätzen Begleitpapiere, Dokumentationen und Deklarationen ein:

fachliche Richtigkeit

Einhaltung rechtlicher und formaler Vorgaben

Übersichtlichkeit

Sie geben Feedback und halten Feedbackregeln ein.

Sie ziehen Schlussfolgerungen für künftige Aufträge.

Lernfeld 5 Abfälle einstufen, sammeln und transportieren
2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 120 Ustd.
Lernsituationen
5.1
Abfälle lagern und Abfallarten einstufen
18 Ustd.
5.2
Entsorgungstechnik für Abfälle auswählen
18 Ustd.
5.3
Kunden beraten und Abfälle sammeln
18 Ustd.
5.4
Logistische Prozesse planen
26 Ustd.
5.5
Gefahrgüter auf der Straße befördern
40 Ustd.
Lernsituation
5.5
Gefahrgüter auf der Straße befördern
40 Ustd.
Auftrag

Sie arbeiten im Stadtreinigungsunternehmen. Da ein Kollege der Abteilung für Gefahrgut­transport erkrankt ist, sollen Sie ihn vertreten.

In der Abteilung ist gerade der Auftrag eines neuen Kunden eingegangen. Dieser möchte Gefahrgüter versenden und hat Ihnen die zu befördernden Gefahrstoffe in einer E-Mail aufgelistet. Ihr Vorgesetzter erteilt Ihnen den Auftrag, die Planung für den Gefahrguttransport zu übernehmen.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
5.5.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

21

Liste der zu befördernden Gefahr­stoffe beschaffen

Gefährlichkeit der Gefahrstoffe bestimmen

Gefahrenklassen 

Lernfeld (LF) 2

Gefahrgutklassen 

Rechtliche Rahmenbedingungen für Gefahrguttransport recherchieren

berufsbezogene Informationsverarbeitung

Übereinkommen über die inter­nationale Beförderung gefähr­licher Güter auf der Straße (ADR)

Gefahrnummer, UN-Num­mer

Zusammenladeverbote

Verzeichnis der gefährlichen Güter – ADR

1000-Punkte-Regel

Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter (GGBefG)

Nachweisverordnung (NachwV)

Gefahrgut-Ausnahmeverordnung (GGAV)

Verordnung über die innerstaat­liche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern (GGVSEB)

Verordnung über die innerstaat­liche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern (GGVSEB)

Sich zu Vorschriften zum Versand und Verpackungsarten informieren

Verpackungsgesetz (VerpackG)

Kennzeichnung, UN-Code, Bezettelung, Placards

Verpackungen, Verpackungs­hilfsmittel

Gefahrgüter hinsichtlich Zusam­men­ladeverboten und Erleichte­rungen nach ADR prüfen

Sich mit abfallwirtschaftlichen Begleit­papieren vertraut machen

5.5.2 Entscheiden/
Durchführen

Gefahrstoffe nach ADR deklarieren

16

Bezettelung

UN-Nummer

Gefahrennummer

Verpackungsart und -gruppe nach UN-Code auswählen

LS 5.2

Kartons

Intermediate Bulk Container (IBC)

Fässer

Big-Bags

Gefahrgüter entsprechend Zusam­menladeverboten und Erleichterun­gen nach ADR für die Beladung sortieren

Entsorgungsnachweise ausfüllen und damit die Entsorgung beantragen

ADR, Teil 3: Verzeichnis der gefährlichen Güter

1000-Punkte-Regel

elektronisches Nachweisverfahren

Einzel- oder Sammel­entsorgungsnachweis

Grundverfahren oder privilegiertes Verfahren 

Beladung und Touren für den Ver­sand festlegen

Logistische, gerätetechnische und rechtliche Aspekte bei der Touren­planung beachten

Fahrzeugtyp

Ausstattung der Fahrzeuge

LS 5.2

Verfügbarkeit von Fahrern mit ADR-Schulung

LS 5.4

Lieferzeiten, Fixtermine

Lenk- und Ruhezeiten

Begleitpapiere ausfüllen

Beförderungspapiere

Begleitschein

elektronisches Nachweisverfahren

Schriftliche Weisung

Übernahmeschein

Datensicherheit

Ladungssicherung auswählen

Kosten abschätzen

Kundinnen und Kunden den Ablauf des Transport vorstellen und Auskunft zum Kostenrahmen geben

Rollenspiel Kundengespräch

Deutsch/Kommunikation 

berufsbezogenes Englisch

5.5.3 Bewerten/
Reflektieren

Begleitpapiere und Deklarationen einschätzen

3

fachliche Richtigkeit

Einhaltung rechtlicher Vorgaben

Einhaltung formaler Vorgaben

Arbeitsprozess zur Planung des Ver­sands reflektieren

Auswahl der Behälter- und Trans­portsysteme

Logistik

Wirtschaftlichkeit

Kundenkommunikation beurteilen

sachliche Richtigkeit der Auskünfte

korrekte Nutzung der Fachsprache

adressatengerechte Kommunika­tion

Auftreten gegenüber den Kunden

Schlussfolgerungen für künftige Auf­träge ziehen

Berufsbezogenes Englisch mit Bezug zu
Lernfeld 5 Abfälle einstufen, sammeln und transportieren

Die Schülerinnen und Schüler führen Kundengespräche in der Fremdsprache im persönlichen Kontakt oder per Telefon (Gesprächsannahme, Gesprächsweiterleitung, Aufnahme bzw. Aktualisierung von Kundendaten, Beratung, Terminabsprachen). Sie nehmen Kundenwünsche auf und formulieren sie sachgerecht (Auftragsdaten, Auftragsbestätigung, Gesprächsvermerk). Sie informieren Kundinnen und Kunden zur Auftragsrealisierung (Termine, Serviceleistungen, Kostenrahmen). Bei der Kommunikation achten sie auf zielführendes Agieren, aktives Zuhören, deutliche Artikulation und zielgerichteten Einsatz der Intonation sowie eindeutige Wortwahl und Satzstruktur. Sie halten übliche Regeln des Telefonierens (Grußformel, telephoning phrases) ein. 

Didaktisch-methodische Hinweise:

Es bietet sich an, für das mündliche Kommunizieren Rollenspiele unter Verwendung typischer Rede­wendungen einzusetzen. Um erfolgreich Telefonate führen zu können, sollten die Schülerinnen und Schüler sich den dafür typischen Grundwortschatz erarbeiten und diesen an vielfältigen Hörbeispielen festigen. Zur Vorbereitung können Übungen zur Wortschatzerweiterung, Aussprache, Intonation und Grammatik eingesetzt werden. Besonderes Augenmerk ist auf den sicheren Einsatz des fach­spezifischen Vokabulars zu legen.

Lernfeld 7: Abfälle biologisch behandeln

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, Abfälle biologisch zu behandeln.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler analysieren den Arbeitsauftrag zur biologischen Behandlung von Abfällen.

Die Schülerinnen und Schüler analysieren Arbeitsaufträge. Sie ermit­teln Menge und Art der zu behandelnden Ausgangsmaterialien.

2 Ustd.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über gesetzliche Vorgaben (Bioabfallverordnung) zur biologischen Abfallbehandlung (ae­robe und anaerobe Abfallbehand­lung) und diskutieren eigene Erfah­rungen der betrieblichen Abläufe. Dazu analysieren sie die Unter­schiede und Gemeinsamkeiten betrieblich relevanter Prozesse unter Einbeziehung der techni­schen Verfahren, auch mithilfe digi­taler und fremdsprachiger Medien. Sie berücksichtigen dabei die situa­tions- und handlungsbezogenen Maßnahmen zur Gewährleistung der biologischen Behandlung und deren Durchführung (Hygienisie­rung, Vergärung).

Die Schüler und Schülerinnen informieren sich über rechtliche Vor­gaben zur biologischen Behandlung von Abfällen:

22 Ustd.

Bioabfallverordnung

Düngemittelverordnung

Düngeverordnung

Sie leiten aus der Bioabfallverordnung ab:

Anwendungsbereich

Begriff „Bioabfall“

Möglichkeiten des Hygienisierens

Anforderungen an die biologisch stabilisierende Behandlung

Nachweispflichten

Sie ermitteln Anforderungen an Kompost als Düngemittel aus der Düngemittelverordnung.

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Möglichkeiten der biolo­gischen Abfallbehandlung

aerobe Abfallbehandlung - Kompostierung

anaerobe Abfallbehandlung - Vergärung

Sie stellen deren Einsatzgebiete, Vor- und Nachteile und Kosten gegenüber.

Sie machen sich mit den Prozessen der Kompostierung und Ver­gärung vertraut.  

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über mögliche Input­materialien für das Kompostieren.

Sie nutzen traditionelle und digitale Medien in deutscher und engli­scher Sprache.

berufsbezogenes Englisch

Sie eruieren optimale Bedingungen für die Mikroorganismen bei der Kompostierung:

Temperatur - mesophil, thermophil

Wassergehalt

Sauerstoffgehalt

Nährstoffgehalt (C/N – Verhältnis)

pH-Wert

Die Schüler und Schülerinnen machen sich mit den drei Phasen des Rotteverlaufs vertraut und charakterisieren diese:

Vorrotte

Hauptrotte

Nachrotte

Die Schüler und Schülerinnen beschaffen Information zu technischen Verfahren der Kompostierung: 

Flächenkompostierung

Mietenkompostierung

dynamische und statische Mieten

Vor- und Nachteile der Mieten

Reaktorkompostierung

Boxenkompostierung

Brikollarkompostierung

Presskanalkompostierung

Tunnelreaktoren 

Mietenreaktoren 

Trommelreaktoren

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden den Verfahrensablauf von

Bioabfallkompostierung

Klärschlammkompostierung

Eigenkompostierung

Sie informieren sich zum Ablauf der Vergärung und beschreiben deren vier Phasen:

Hydrolysephase

Versäuerungsphase

Acetogenephase

Methanogenephase

Die Schülerinnen und Schüler leiten die optimalen Bedingungen für die Mikroorganismen zur Vergärung ab.

Sie überwachen Messgrößen und leiten Gegenmaßnahmen bei Über­schreitungen ein.

pH-Wert

Temperatur

Gaszusammensetzung (Methan, Kohlenstoffdioxid)

organische Säuren

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren zu üblichen Verfahren und den dafür eingesetzten Anlagen:

Rührreaktor

Pfropfenreaktor

Boxenfermenter

Die Schülerinnen und Schüler stellen Verfahrensabläufe aus ihren Ausbildungsbetrieben vor. Sie visualisieren die Abläufe in digital erstellten Fließbildern.

Sie vergleichen die Verfahren und zeigen Unterschiede und Gemein­samkeiten in Ablauf und Eingangsstoffen auf.

Die Schülerinnen und Schüler leiten optimale Temperaturen und Zei­ten der Kompostierung für eine ordnungsgemäße Hygienisierung und Vergärung ab. Sie verinnerlichen die Bedeutung der Hygienisierung.

Die Schülerinnen und Schüler planen die biologische Abfall­behandlung unter Berücksichtigung der Parameter (Temperatur, Feuch­tigkeit, Stickstoffgehalt), welche die Behandlung beeinflussen.

Die Schülerinnen und Schüler bestimmen, 

7 Ustd.

welche Vorbehandlungen notwendig sind

welche Verfahren zur Kompostierung und Vergärung eingesetzt werden sollen 

welche Behandlungsanlage geeignet ist

Sie stimmen die notwendigen Verfahrensschritte für Kompostierung und Vergärung ab.

Sie legen die Bedingungen für die gemäß Arbeitsauftrag zu behan­delnden Materialien fest:

Temperatur

Feuchtigkeit

Kohlenstoff -, Stickstoffgehalt 

pH-Wert

Störstoffe

Sie beachten die Einhaltung von optimalen Bedingungen für die Mikro­organismen zur ordnungsgemäßen Hygienisierung bei der Kompos­tierung.

Sie formulieren mögliche Auswirkungen beim Nichteinhalten der Para­meter und treffen Vorkehrungen für Gegenmaßnahmen.

Sie definieren Qualitätskriterien für die Rottegrade des Endprodukt

Die Schülerinnen und Schüler führen die Abfälle der biologischen Behandlung zu und überwachen diesen Prozess. Sie ergreifen Gegenmaßnahmen bei möglichen Abweichungen von optimalen Bedingungen für die biologische Behandlung und erarbeiten Quali­tätskriterien (Rottegrad) für das Endprodukt. Sie dokumentieren ihre Vorgehensweise.

Die Schülerinnen und Schüler befüllen die Anlage mit den Materialien.

10 Ustd.

Sie stellen die Parameter entsprechend ihren Planungen ein.

Sie starten den gemäß Arbeitsauftrag ausgewählten Prozess

Vergärung

Kompostierung

Die Schüler und Schülerinnen überwachen während des Gärungs­prozesses kontinuierlich die eingestellten Parameter und dokumentie­ren diese:  

Lernfeld (LF) 4: Mess­technik, digitale Anzeigen

LF 2: pH-Wert, Stoffgehalt

pH-Wert

CO2- und CH4-Gehalt

Gehalt der organische Säuren

Temperatur

Bei Kompostierungsprozessen achten sie auf:

Sauerstoffgehalt

Wassergehalt

pH-Wert

Temperatur

Kohlenstoff-, Stickstoffgehalt

und protokollieren die entsprechenden Parameter.

Sie leiten Gegenmaßen ein, wenn Parameter im Prozess von den fest­gelegten Werten abweichen.

Die Schüler und Schülerinnen beachten die Qualitätskriterien für die unterschiedlichen Rottegrade in Abhängigkeit vom gemäß Auftrag geforderten Endprodukt.  

Die Schüler dokumentieren Abweichungen und Gegenmaßnahmen im Betriebstagebuch und unternehmensspezifischen Dokumenten und nutzen dazu die im Unternehmen vorgesehenen Softwarelösungen.  

Die Schülerinnen und Schüler beur­teilen den Einsatz der biologischen Abfallbehandlung hinsichtlich der Vermarktung und Verwendung der Endprodukte.

Die Schülerinnen und Schüler beurteilen anhand von Laboranlaysen nach dem Anspruch der Bundesgütegemeinschaft die Qualität des erzeugten Kompostes.

13 Ustd.

Sie prüfen die Einhaltung der gemäß Auftrag geforderten

physikalischen Eigenschaften

chemischen Eigenschaften

biologischen Eigenschaften

Die Schülerinnen und Schüler schätzen die Bedeutung der biologi­schen Abfallbehandlung für die Erzeugung von Kompost ein.

Sie zeigen die positiven Wirkungen des Komposts auf:

Verbesserung der Bodenstruktur

Erhöhung der Bodenaktivität 

Erhöhung des Nährstoffgehaltes 

und stellen mögliche Einsatzgebiete dar:

Forstbetrieb

Landwirtschaft

Baumschule 

private Haushalte

Sie leiten ab, welche Stoffe im Kompost nicht enthalten sein dürfen.

Die Schüler und Schülerinnen formulieren Ideen zur Vermarktung von Kompost.  

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die biologische Abfall­behandlung bezogen auf ihre Nachhaltigkeit und Bedeutung für die Gesellschaft verantwortungs­bewusst.

Die Schülerinnen und Schüler thematisieren Umweltauswirkungen der biologischen Abfallbehandlung

6 Ustd.

Geruch (Biofilter)

Lärm

Staub

Sickerwasser

Sie stellen diese den Vorteilen der erzeugten Produkte gegenüber.

Sie diskutieren nachhaltige Maßnahmen zur Minimierung der Beein­trächtigungen durch die biologischen Prozesse.

Lernfeld 7 Abfälle biologisch behandeln
2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 60 Ustd.
Lernsituationen
7.1
Kompost nach Qualitätskriterien herstellen
30 Ustd.
7.2
Vergärungsanlagen überwachen
20 Ustd.
7.3
Kompost als Nachhaltigkeitsprodukt vermarkten
10 Ustd.

Lernfeld 9: Abfälle disponieren

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, Abfälle zu disponieren.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler neh­men die Kundenanfrage zur Ent­sorgung von Abfall entgegen und erfassen alle zur Bearbeitung not­wendigen Informationen.

Die Schülerinnen und Schüler nehmen Kundenanfragen und ‑wünsche zur Entsorgung verschiedener Abfälle entgegen per:

8 Ustd.

E-Mail

3 Ustd.

Kundenhotline

9.1

Kundenportal

Sie erfragen erforderliche Informationen und Rahmenbedingungen:

2 Ustd.
9.2

Abfallart

3 Ustd.

Abfallmenge

9.4

Adresse

gewünschter Bereitstellungs- und Abholungstermin

Reklamation

Die Schüler erfassen die Daten und dokumentieren diese digital ent­sprechend den Vorgaben ihres Unternehmens.

Die Schülerinnen und Schüler machen sich vertraut mit der Disposition von Personal, Fahr­zeugen und Behältern. Sie ermitteln Entsorgungs- und Verwertungs­wege und erfassen alle mit dem Transport und der Entsorgung ver­bundenen Arbeiten und Kosten.

Die Schüler und Schülerinnen machen sich mit der Disposition von Personal, Fahrzeugen und Behältern vertraut. 

14 Ustd.

LF 5

Die Schüler und Schülerinnen informieren sich zu Entsorgungs- und Verwertungswegen verschiedener Abfälle

4 Ustd.
9.1

LF 5: Bring- und Hol­systeme

Restabfall

4 Ustd.

Bioabfall

9.2

Verpackungs- und Wertstoffabfall 

Sperrabfall

6 Ustd.

Bauschutt

9.3

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden zwischen Kostenarten 

Personalkosten

Materialkosten

Betriebskosten

und Kostenverläufen

variable Kosten

fixe Kosten

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren zu Arten von Abfall­gebühren

Festgebühr

Entleerungsgebühr

Behältergebühr

Servicegebühr

Die Schülerinnen und Schüler planen für die Kalkulation die Aus­wahl von Abfallsammelfahrzeu­gen und Abfallsammelbehältern (Stoff­ströme). Dabei berücksichti­gen sie die Kundenanforderungen und die betrieblichen Belange (Kosten für Sammelsysteme) sowie gesetzliche Vorgaben und techni­sche Regeln (Identifikations- und Wäge­systeme). Sie berücksichti­gen wei­tere Einflussfaktoren auf ihre Touren­planung (Abfallgebüh­ren, Lenk- und Ruhezeiten, Begleit­papiere, Lage­rung von Abfällen).

Die Schülerinnen und Schüler prüfen die Kundenanforderungen hinsichtlich Umsetzbarkeit. 

10 Ustd.

Sie ermitteln die aus den Anforderungen der Kundinnen und Kunden resultierenden Stoffströme.

3 Ustd.
9.1

Sie bestimmen Anzahl und Art der benötigten Abfallsammelfahrzeuge und Abfallsammelbehälter. Sie orientieren sich an 

7 Ustd.
9.2

betrieblichen Belangen: Dienstpläne des Personals, zur Verfügung stehende Fahrzeuge und Sammelbehälter

entstehenden Kosten: Abfallgebühren

rechtlichen Vorgaben: Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR), Nachweisverordnung (NachwV), Verpackungsgesetz (VerpackG), Lenk- und Ruhezeiten

LF 5

technischen Regeln: Identifikationssysteme, Wägesysteme, Lagerung von Abfällen

Sie stellen die jeweils anfallenden Kosten zusammen. Sie vergleichen mögliche Varianten und wählen die technisch und logistisch sinnvollste sowie kostengünstigste aus. 

Die Schüler füllen Begleitpapiere für die Tourenplanung aus und erfas­sen diese im Register.

Die Schülerinnen und Schüler bera­ten Kundinnen und Kunden und bieten auch über digitale Kommuni­kationswege ergänzende Service­leistungen an. Sie kommunizieren auftragsbezogen und adressaten­gerecht auch in einer Fremd­sprache.

Die Schülerinnen und Schüler stellen Kundinnen und Kunden das betriebliche Leistungsspektrum vor und beraten insbesondere zu ergänzenden Serviceleistungen. 

9 Ustd.

Sie beraten adressatengerecht zu möglichen Verwertungswegen und der Tourenplanung entsprechend dem Auftrag.

3 Ustd.
9.1

Sie informieren über 

2 Ustd.
9.2

Abfuhrintervalle 

2 Ustd.
9.3

Liefer- und Zahlungsbedingungen 

2 Ustd.
9.3

Entsorgung über mobile Sammelstellen

2 Ustd.
9.4

Sie kommunizieren im persönlichen oder telefonischen Gespräch oder auf digitalem Weg in deutscher und englischer Sprache. Sie achten auf die Einhaltung guter Umgangsformen.

berufsbezogenes Englisch

Sie ermitteln den vorteilhaftesten Verwertungsweg für den zu entsor­genden Abfall, kalkulieren die Kos­ten und erstellen im Team Ange­bote und Leistungsverzeich­nisse.

Die Schülerinnen und Schüler konkretisieren ihre Planungen und ent­scheiden sich für die vorteilhafteste Möglichkeit zur Erfüllung des Kundenauftrages.

7 Ustd.

Sie stellen die Kosten für die festgelegte Variante für die Entsorgung des Abfalles zusammen und formulieren auftragsentsprechende Angebote. 

1 Ustd.
9.1

Sie senden das Angebot an Kundinnen oder Kunden und führen bei Bedarf Nachverhandlungen durch. 

4 Ustd.
9.2

Die Schülerinnen und Schüler erstellen Entwürfe für Leistungs­verzeichnisse des Unternehmens. Sie diskutieren diese im Team, argumentieren sachkundig und lösungsorientiert und einigen sich auf ein finales Dokument. Sie nutzen Leistungsverzeichnisse zur Erstel­lung von Angeboten.

2 Ustd.
9.3

Sie setzen die für die Durchführung des Auftrages notwendigen Perso­nen, Fahrzeuge und Behälter ein, …

Die Schülerinnen und Schüler disponieren auf Basis des Kunden­auftrages entsprechend dem Angebot die Tour.

4 Ustd.

Sie wählen ausreichend qualifiziertes Personal aus und setzen geeig­nete Fahrzeuge und Behälter anhand der Abfallart ein. 

9.2

Sie achten bei der Fahrzeugauswahl auch auf den nachhaltigen Einsatz von Energie.

… erstellen Rechnungen und bear­beiten Reklamationen. Hierzu nut­zen sie elektronische Datenverar­beitungsprogramme und beachten die Vorschriften zum Datenschutz und zur Datensicherheit.

Die Schülerinnen und Schüler führen eine Nachkalkulation des Ange­botes durch. 

14 Ustd.

Sie erstellen digital Rechnungen nach unternehmensinternen Vor­gaben  sowie unter Berücksichtigung von

2 Ustd.
9.1

logistischen Prozessen

2 Ustd.
9.2

Müllgebühren nach Abfallgebührensatzung

7 Ustd.
9.3

Gewährung von Skonto und Nachlass 

3 Ustd.
9.4

Sie nutzen Standardsoftware sowie branchenbezogene oder unter­nehmensspezifische Programme.

Die Schülerinnen und Schüler nehmen Reklamationen entgegen, rea­gieren angemessen und sachorientiert und bearbeiten diese mithilfe digitaler Programme.

Sie achten auf die Einhaltung der Regeln zur Datensicherheit und befolgen beim Umgang mit personenbezogenen Daten die rechtlichen Vorgaben zum Datenschutz.

DSGVO, BDSG

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die Entscheidungen zur Abfalldisposition und den Bera­tungsvorgang und berücksichtigen die ökonomischen Anforderungen an die Disposition von Abfällen.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die Tourenplanung anhand der vorhandenen Daten und leiten Schlussfolgerungen für die Touren­planung bei ähnlichen Aufträgen ab.

5 Ustd.

Sie setzen sich vor allem aus wirtschaftlicher Sicht mit ihren Entschei­dungen zur Abfalldisposition auseinander. 

2 Ustd.
9.1

Sie prüfen ihre Entscheidungen bei der Auftragserfüllung nach Qualität und Plausibilität. Bei Abweichungen von ihren Planungen suchen sie nach Ursachen und ziehen Schlussfolgerungen. 

2 Ustd.
9.2

Die Schülerinnen und Schüler schätzen selbstkritisch ihre Gesprächs­führung mit Kundinnen und Kunden bei der Auftragsannahme und Beratung ein.

1 Ustd.
9.3

Sie nehmen das Feedback von Kundinnen und Kunden entgegen und gehen konstruktiv mit Kritik um

Die Schülerinnen und Schüler holen Feedback von Kundinnen und Kunden ein, analysieren die Rückmeldungen und leiten Handlungen zur Verbesserung ab. 

3 Ustd.

Sie werten Beschwerden aus und gehen konstruktiv mit Kritik um. 

1 Ustd.
9.3

Sie nutzen Kundenrückmeldungen, Reklamationen, Beschwerden und Lieferantenbewertungen für die Weiterentwicklung des Unterneh­mens.

2 Ustd.
9.4

Die Schülerinnen und Schüler ent­wickeln unter qualitätssichernden Aspekten Handlungsalternativen für ihr Vorgehen zur Erhöhung der betrieblichen Zielerreichungsgrade in der Abfallwirtschaft.

Die Schüler und Schülerinnen leiten aus ihren Reflexionen qualitäts­sichernde Maßnahmen ab. Sie prüfen die Konzepte zum Qualitäts­management im Unternehmen. Sie unterbreiten Vorschläge 

6 Ustd.

zu dessen Weiterentwicklung

9.4

zur Erhöhung der betrieblichen Zielerreichungsgrade in der Abfallwirtschaft

zur Entwicklung des betrieblichen Leistungsspektrums

für Maßnahmen zur Kundenbindung

Lernfeld 9 Abfälle disponieren
3. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 80 Ustd.
Lernsituationen
9.1
Kunden beraten und Angebote unterbreiten
18 Ustd.
9.2
Aufträge planen und Touren disponieren
27 Ustd.
9.3
Rechnungen und Mahnungen erstellen
19 Ustd.
9.4
Reklamationen und Beschwerden bearbeiten
16 Ustd.
Lernsituation
9.3
Rechnungen und Mahnungen erstellen
19 Ustd.
Auftrag

Wegen eines hohen Krankenstandes sollen Sie in der kaufmännischen Abteilung aushelfen und werden in das Rechnungs- und Mahnwesen des Unternehmens ein­geführt. Ihr Aufgabengebiet während der Krankheitsvertretung besteht darin, Rechnungen der Abfallgebühren des letzten Jahres für die Haushalte anhand der Abfallgebühren­satzung zu erstellen, im Anschluss den Zahlungseingang zu überprüfen und bei Zahlungsverzug Maßnahmen einzuleiten. 

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
9.3.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

6

Arten von Abfallgebühren recher­chieren

Festgebühr

Entleerungsgebühr

Behältergebühr

Servicegebühr

Informationen über Gebühren in der Abfallgebührensatzung beschaffen

kommunale Regelungen

Sich mit dem Aufbau von Rech­nungen vertraut machen

Bestandteile

Pflichtangaben 

Unternehmensinterne Vorgaben für die Rechnungslegung und -bear­beitung erfragen

eingesetzte Software

Standard- oder branchen­bezogene Software berufsbezogene Informationsverarbeitung

Formatierung, Formularvorlagen, Corporate Design

Rechnungen, Mahn­schreiben

Zahlungsbedingungen und  -wege

Fristen

Gewährung von Skonto oder Nachlass

Versandweg

E-Mail, Postweg

Maßnahmen bei Zahlungsverzug

Sich mit den aktuellen Normen zur Erstellung von Geschäftsbriefen vertraut machen

DIN 5008

Notwendige datenschutzrechtliche Regelungen zum Umgang mit Kundendaten zusammenstellen

Datenschutz-Grundverord­nung (DSGVO), Bundes­datenschutzgesetz (BDSG)

Gute Umgangsformen im schriftli­chen Kundenkontakt verinner­lichen

9.3.2 Entscheiden/
Durchführen

Daten der Identifikations- und Wägesysteme der jeweiligen Haushalte auswerten

11

Software zur Tabellen­kalkulation

berufsbezogene Informationsverarbeitung

Zahlungsbedingungen festlegen 

Zahlungsfristen 

Skonto oder Nachlass

Zahlungsweg

Rechnungen nach unternehmens­internen Vorgaben erstellen

Textverarbeitungssoftware,

unternehmensspezifische Software

Rechnungen versenden oder Versand veranlassen 

Fragen von Kunden zu Rechnun­gen in deutscher und englischer Sprache beantworten

schriftlich oder telefonisch Deutsch/Kommunikation

berufsbezogenes Englisch

Gute Umgangsformen einhalten

Zahlungseingänge auf dem Konto prüfen und mit den Rechnungen abgleichen

Erinnerungsschreiben bei Zahlungs­verzug anfertigen

Mahnverfahren

Datenschutz beim Umgang mit

per­sonenbezogenen Daten beachten

BDSG

9.3.3 Bewerten/
Reflektieren

Rechnungen auf Plausibilität prüfen und Ursachen für Fehler ermitteln

2

Äußere Form der Rechnungen beurteilen 

Feedback von Kundinnen und Kunden einholen und auswerten

Schriftliche und mündliche

Kommu­nikation mit Kunden kritisch ein­schätzen

Schlussfolgerungen für das Verfah­ren bei Rechnungen für logistische Dienstleistungen ziehen

Berufsbezogenes Englisch mit Bezug zu
Lernfeld 9 Abfälle disponieren

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren mit Kundinnen und Kunden mündlich (Telefongespräch, persönliches Gespräch, Smalltalk, Business-Talk) oder schriftlich. Sie informieren über Möglichkeiten und Dienstleistungen zur Entsorgung verschiedenartiger Abfälle und weisen kompetent auf ergänzende Serviceleistungen hin. 

Bei Kundenaufträgen zur Entsorgung von Abfall erfragen sie alle notwendigen Informationen und Rahmenbedingungen (Liefer- und Zahlungstermine, räumliche und technische Vorgaben, Kostenrahmen). Sie agieren auftragsbezogen und adressatengerecht und reagieren in Konfliktsituationen (Beschwerden, Reklamationen) angemessen, empathisch und kundenfreundlich (Konfliktlösungsstrategien).

Situationsadäquate E-Mails formulieren sie kundenorientiert und nutzen die Lexik der Geschäftssprache. Sie verwenden anlassbezogene Formulierungen in der Fremdsprache und achten auf normgerechte Gestaltung im Schriftverkehr.

Didaktisch-methodische Hinweise:

Im Vordergrund sollte die Befähigung zum situations- und adressatengerechten Führen von Kundengesprächen stehen. Grundlage dafür ist die Festigung relevanter Fachbegriffe. Anknüpfend an Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler können typische Gesprächssituationen diskutiert und Konfliktsituationen nachgestellt werden. Die Beratungsgespräche können in Form von Rollenspielen umgesetzt werden, um das dialogische Sprechen zu fördern. Für ausgewählte, wiederkehrende Konfliktsituationen bietet sich die Erarbeitung bzw. Anwendung eines Gesprächsleitfadens mit Formulierungshilfen an.

Neben dem Erwerb eines flexibel einsetzbaren Wortschatzes mit typischen Idioms sind die Aussprache und Interaktion besonders zu beachten. Dabei empfiehlt es, die Fragebildung zu wiederholen. Außerdem sollte auf Körpersprache und angemessenes Verhalten geachtet werden. 

Umwelttechnologe für Wasserversorgung/Umwelttechnologin für Wasserversorgung

Lernfeld 7 Anlagen elektrisch betreiben
2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 40 Ustd.
Berufsbezogenes Englisch mit Bezug zu
Lernfeld 7 Anlagen elektrisch betreiben

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler bezeichnen elektrische Größen (Spannung, Strom, Widerstand, Gleich- und Wechselgrößen) und übliche elektrische Betriebsmittel in abwasser- oder wasserwirtschaftlichen Anlagen in der Fremdsprache fachlich korrekt. 

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren in englischsprachigen Quellen zu Sicherheitsregeln für elektrische Anlagen. Sie nutzen typische Begriffe der Energieversorgung in der Fremdsprache. 

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich in englischsprachigen Bedienungsanleitungen zur Nut­zung von Mess- und Prüfmitteln. 

Didaktisch-methodische Hinweise:

Zur Informationsgewinnung bietet es sich an, mit originalen Bedienungsanleitungen oder Produkt­beschreibungen zu arbeiten und den Umgang mit digitalen Übersetzungshilfen zu schulen. Das Ver­stehen von Arbeitsdokumenten in der Fremdsprache sowie ihre Durchdringung dienen der Festigung der Fachlexik und dem Textverständnis. Der Schwerpunkt sollte dabei auf den Auf- und Ausbau des fach­spezifischen Wortschatzes gelegt werden. Es bietet sich an, das Glossar mit fachspezifischem Vokabular zu erweitern.

Lernfeld 8: Wasserhausanschluss erstellen und instand halten

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, einen Wasserhausanschluss zu erstellen und instand zu halten.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler werten den Kundenauftrag zur Erstellung und Erneuerung eines Wasserhausanschlusses aus (Antrag auf Trinkwasserversor­gung).

Die Schülerinnen und Schüler nehmen Kundenaufträge zur Erstellung oder Erneuerung von Wasserhausanschlüssen entgegen. 

2 Ustd.

Sie machen sich mit dem Aufbau eines Antragsformulars für Trink­wasserversorgung vertraut. Sie ermitteln, welche Kunden­angaben zur Erledigung von Aufträgen für die Installation von Wasserhaus­anschlüssen erforderlich sind.

Sie entnehmen dem Antrag die Kundenangaben, prüfen deren Voll­ständigkeit und erfragen bei Bedarf fehlende Kundenangaben.

Sie dokumentieren alle Angaben nach firmeninternen Vorgaben.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Spitzen­volumenströme und deren Zusam­mensetzung.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich in Trinkwasser­satzungen zu rechtlichen Vorgaben für die Erstellung oder Erneuerung von Wasserhausanschlüssen. 

10 Ustd.

kommunale Satzungen

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren technische Regeln zur Dimensionierung von Wasserhausanschlüssen.

DIN 1988

Sie erschließen Durchflusskenndaten gebräuchlicher Entnahme­armaturen aus technischen Regelwerken. 

Sie setzen sich mit Regeln zur Bestimmung von Bemessungs­durchflüssen auseinander und nutzen technische Anleitungen zur Bestimmung von Spitzenvolumenströmen.

Die Schülerinnen und Schüler beschaffen Informationen zum Aufbau von Zählergarnituren und zu Hausanschlussmöglichkeiten. Sie ver­gleichen 

 

DIN EN 14154

Wasserzählerarten und -kenndaten

Armaturen

DIN EN 14154

Materialien

Anschlussmöglichkeiten.

Sie setzen sich mit 

Vorgaben zu Eichung und Eichfristen 

dem ordnungsgemäßen Einbau von Wasserzählern

auseinander.

Die Schülerinnen und Schüler tragen Informationen zu den Verant­wortlichkeiten eines Hausanschlusses zusammen.

Trinkwassersatzung

Erstfinanzierung

Finanzierung der Unterhaltung

Besitzrechte des installierten Wasserhausanschlusses

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren aktuelle Vorgaben zum Umgang mit Trinkwasser und zur Trinkwassergüte.

TrinkwV; berufsbezogene Informationsverarbeitung

Die Schülerinnen und Schüler erfragen Arbeitssicherheits- und Hygienevorschriften 

Arbeiten im öffentlichen Verkehrsraum

StVO, RSA 21

Arbeiten im Rohrgraben

Verlegen der Hausanschlussleitung

Sie setzen sich mit rechtlichen Vorschriften zur Beantragung und Sicherung von Baustellen im öffentlichen Verkehrsraum auseinander.

Sie machen sich mit dem Aufbau eines Rohrgrabens entsprechend den technischen Regeln vertraut. 

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren Vorgaben zur Verlegung von Leitungen und Medien im öffentlichen Raum. Sie diskutieren Alternativen zur Verlegung von Rohrleitungen im Erdreich.

grabenloser Erdvortrieb

Sie fordern Bestandspläne an und machen sich mit den örtlichen Gegebenheiten auch im Hinblick  auf Lage und Materialien und beste­hende Leitungen vertraut.

Die Schülerinnen und Schüler erfragen vom Kunden technische Unter­lagen und Pläne vorhandener Anlagen.

3 Ustd.

Sie sichten die Hausinstallation und die örtlichen Gegebenheiten oder Pläne zur geplanten Hausinstallation.

DIN 1988, DIN EN 806

Sie inspizieren die technischen Unterlagen, entnehmen diesen Kenndaten von vorhandenen Leitungen und Anschlüssen: 

Nenndurchmesser und Material der Versorgungsleitung

Art und Anzahl der Entnahmestellen in der Hausinstallation

Hausanschlusseinrichtungen

Lage anderer Medien im Gebäude und Erdreich

Die Schülerinnen und Schüler pla­nen den Trinkwasseranschluss und unterscheiden hierzu den Einsatz unterschiedlicher Materialien, Arma­turen und Wasserzählerarten.

Die Schülerinnen und Schüler berechnen den Spitzenvolumenstrom der zu installierenden Hausanschlussleitung und legen einen geeig­neten Nenndurchmesser für die Hausanschlussleitung fest.

8 Ustd.

Regeln zur Bestimmung von Bemessungs­durchflüssen und

Spitzenvolumenströmen

Sie wählen einen für den Auftrag geeigneten Wasserzähler anhand der Zählerkenndaten und der Spitzenvolumenströme aus.

DIN EN 14154

Die Schülerinnen und Schüler erstellen eine Materialliste zur Installation eines Wasserhausanschlusses im Gebäude oder auf dem Grundstück des Kunden.

Sie beraten die Kundinnen und Kunden in Bezug auf den Erhalt der Trinkwassergüte, der Eichfristen sowie den ressourcenschonenden Umgang mit Trinkwasser, auch in einer Fremdsprache und mit digitalen Medien. Sie argumentie­ren auftragsbezogen und adressa­tengerecht unter Verwendung von Berufssprache und sind sich der Wirkung ihrer nonverbalen Kommu­nikation bewusst. Dabei beachten sie die Vorschriften zum Daten­schutz und zur Datensicherheit und berücksichtigen mögliche Risiken beim Einsatz digitaler Messgeräte.

Die Schülerinnen und Schüler beraten Kunden in deutscher und eng­lischer Sprache zum Umgang mit Trinkwasser und geben Hinweise, wie die Trinkwassergüte erhalten werden kann. 

3 Ustd.

i. V. m. Deutsch/ Kommunikation

berufsbezogenes Englisch

Sie unterbreiten Vorschläge zum ressourcenschonenden Umgang mit Trinkwasser. Sie informieren über Eichung und Eichfristen. Sie nutzen dazu auch digitale Kommunikationswege.

berufsbezogene Informationsverarbeitung

Sie agieren höflich, verständlich und fachsprachlich korrekt. Sie rea­gieren angemessen auf Kundenwünsche und Kritik.

Sie diskutieren mit dem Kunden wertschätzend mögliche Alternativen und argumentieren sachlich. Dabei verwenden sie eine adressaten­gerechte Sprache und berücksichtigen verschiedene Ebenen der Kommunikation.

Sie heben die Vorteile und Risiken beim Einsatz digitaler Messgeräte hervor und gewährleisten Vorschriften zur Datensicherheit und zum Datenschutz.

DSGVO

Sie wählen Bauteile und Armaturen zur Fertigstellung eines Trinkwas­serhausanschlusses aus (Wasser­zähler, Kombiniertes Freistrom­ventil mit Rückflussverhinderer, Anbohrarmatur). Sie entscheiden sich für eine Methode des Einbaus.

Die Schülerinnen und Schüler beschaffen sich Herstellerinformationen zu geplanten Materialien:

6 Ustd.

berufsbezogene Informationsverarbeitung

Anschlussgarnitur

Wasserzähler

Freistromventile mit Rückflussverhinderer (KFR-Ventil)

Anbohrarmaturen

Hausdurchführungen

Leitungsmaterialien

Fittinge und Dichtmaterialien

Die Schülerinnen und Schüler ermitteln geeignete Installationstechni­ken für die ausgewählten Materialien und Baugruppen. Sie nutzen dazu digitale Medien.

Installationsanleitungen

Erklärvideos von Installationsunternehmen

Produktinformationsvideos von Herstellern

Sie entscheiden sich jeweils für das konkrete Vorgehen zur Installation der Materialien und Baugruppen und beachten dabei Materialüber­gänge.

Sie stellen eine Auflistung zu benötigten Werkzeugen und Hilfsmitteln zusammen.

Die Schülerinnen und Schüler füh­ren die Arbeiten unter Berücksich­tigung der Verlegekriterien sowie der Arbeitssicherheits- und Hygie­nevorschriften aus (Sicherheit im Verkehrsraum und im Rohrgraben).

Die Schülerinnen und Schüler beantragen die Einrichtung der Bau­stelle.

12 Ustd.

Sie führen die vorbereitenden Arbeiten zur Errichtung eines Rohr­grabens aus und gewährleisten eine geeignete Grabensicherung.

Sie beachten

Arbeitssicherheits- und Hygienevorschriften

DIN 1988

rechtliche Vorschriften zur Sicherung von Baustellen im öffent­lichen Verkehrsraum und Vorgaben aus der verkehrsrecht­lichen Anordnung

StVO, RSA 21

Vorgaben zur Verlegung von Leitungen und Medien im öffent­lichen Raum

Sie gewährleisten eine vorschriftsgemäße Sicherung von Baustellen­bereichen.

Sie stellen einen Rohrgraben entsprechend den technischen Regeln her.

Die Schülerinnen und Schüler erstellen einen Hausanschluss von der Versorgungsleitung zum Kunden und führen alle dazu nötigen Arbei­ten durch:

Anbindung an die Versorgungsleitung

Verlegung der Rohrleitung

Hausdurchführung

Installation der Zählergarnitur

Sie führen die Endkontrolle neu installierter Anlagen und die Inbe­triebnahme der Wasserzählanlage durch.

Die Schülerinnen und Schüler führen nach Installation des Haus­anschlusses nachbereitende Arbeiten zur Endkontrolle durch:

3 Ustd.

Dichtheitsprüfung aller Leitungen, Armaturen und Einbauten

Leitungsspülung

Druckprüfung bei Bedarf

Probenahme und bei Bedarf Leitungsdesinfektion

Sie prüfen eine ordnungsgemäße Verplombung des Wasserzählers und dokumentieren die Zählerdaten.

Sie beräumen die Baustelle und stellen die Verkehrssicherheit her:

Verfüllung des Rohrgrabens

Beräumung der Baustelle und der Baustellensicherung

Sie übergeben die Anlagen an die Kundinnen und Kunden und weisen diese in die Bedienung ein. Sie neh­men Kritik entgegen und reagieren darauf angemessen und lösungs­orientiert.

Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren alle durchgeführten Arbeiten und erstellen ein Protokoll für den Kunden.

2 Ustd.

Sie übergeben dem Kunden den Wasserhausanschluss und stellen Bedienungshinweise bereit.

Die Schülerinnen und Schüler gehen wertschätzend auf Kritik des Kunden ein und beraten lösungsorientiert.

Sie führen im Zuge von Abrech­nungsvorgängen Ablesungen von Wasserzählern auch digital und unter Einhaltung des Datenschut­zes durch und interpretieren die Werte.

Die Schülerinnen und Schüler halten die Zählergarnitur instand. Dazu überprüfen sie diese auf Beschädigungen und Manipulationen und dokumentieren Auffällig­keiten. 

2 Ustd.

Bei Bedarf tauschen sie Teile der Wasserhausinstallation aus.

Sie führen als Grundlage für Abrechnungen eine Vor-Ort-Ablesung oder eine Online-Ablesung durch und protokollieren alle Kenndaten. Sie beachten den Schutz von Kundendaten.

Sie werten die abgelesenen Zählerstände aus und ziehen Schluss­folgerungen, wenn die Werte stark vom zu erwartenden Verbrauch abweichen.

Sie dokumentieren auch digital die Veränderungen in den Bestands­plänen (Aufmaßskizze, Wasser­zähler) und weisen entsprechende Hinweisschilder aus (Schieber, Hydranten).

Die Schülerinnen und Schüler überprüfen für alle Leitungen die genaue Lage direkt nach der Installation und nehmen das Aufmaß.

5 Ustd.

Sie ergänzen und aktualisieren technische Unterlagen in digitalen Dokumenten und beachten Vorgaben zu technischen Leitungsplänen. 

LF 4: technische Pläne und Leitungskataster

Sie lokalisieren Stellen und Armaturen, die mit Hinweisschildern aus­gewiesen werden müssen, und installieren diese. Sie berücksichtigen die Vorgaben zur Kennzeichnung von Armaturen im öffentlichen Raum.

DIN 4067

Die Schülerinnen und Schüler bewerten die Funktionsfähigkeit der Anlage sowie die Gefährdung der Trinkwassergüte.

Die Schülerinnen und Schüler sichten und beurteilen 

2 Ustd.

den erstellten Wasserhausanschluss

die vorhandene oder geplante Hausinstallation

hinsichtlich der Funktionstüchtigkeit der gesamten Anlage.

Sie diskutieren mögliche Auswirkungen auf die Trinkwassergüte und begründen ihre Meinung sachlich.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihr Kommunikations­verhalten mit Kundinnen und Kun­den. Dazu holen sie sich ein Kundenfeedback ein.

Die Schülerinnen und Schüler schätzen ihre Kommunikation mit den Kunden selbstkritisch ein.

2 Ustd.

Sie erfragen die Kundenmeinung zur Kommunikation während der gesamten Beratungs- und Bauphase. Dazu nutzen sie auch digitale Werkzeuge.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Kritik auseinander und ziehen Konsequenzen für ihre Kommunikation.

Lernfeld 8 Wasserhausanschluss erstellen und instand halten
2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 60 Ustd.
Lernsituationen
8.1
Hausanschluss beantragen und dimensionieren
15 Ustd.
8.2
Zählergarnitur austauschen und in Betrieb nehmen
18 Ustd.
8.3
Hausanschlussleitung an das Versorgungsnetz anbinden
27 Ustd.
Lernsituation
8.2
Zählergarnitur austauschen und in Betrieb nehmen
18 Ustd.
Auftrag

Sie werden von Ihrem Vorgesetzten beauftragt, einen Hauswasserzähler routine­mäßig auszutauschen. Bei der Überprüfung vor Ort stellen Sie fest, dass die Haupt­absperreinrichtung vor dem Wasserzähler nicht mehr abdichtet und die Haus­installation des Kunden nicht Ihren Planungsunterlagen entspricht.

Tauschen Sie zusätzlich zum Wasserzähler auch die Hauptabsperreinrichtung aus und stellen Sie vor der Inbetriebnahme sicher, dass ein Rückfluss trotz neuer Haus­installation ausgeschlossen ist. Dokumentieren Sie alle benötigten Daten vor und nach den Wartungsmaßnahmen. Übergeben Sie den Hausanschluss und beraten Sie den Kunden zu den durchgeführten Maßnahmen und zur Aufrechterhaltung der Trink­wassergüte.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
8.2.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

4

Informationen zum Aufbau von Hausanschlusseinrichtungen beschaffen

DIN 1988, DIN EN 806

Hausanschlussraum, -wand,  -nische

Anbindung an die Versorgungs­leitung

Hausanschlussleitung

Mauerdurchführung

Hausanschlussgarnitur

Arten, Funktion und Kenndaten von Wasserzählern recherchieren

DIN EN 14154

Vorgaben zum Einbau und zur Eichung von Wasserzählern beschaffen

Materialliste zum Austausch des Wasserzählers erstellen

Vorgaben zur Trinkwassergüte mittels aktuell gültiger Trinkwasser­verordnung ermitteln und Regeln zum Umgang mit Trinkwasser ver­innerlichen

Angaben des Kunden prüfen, tech­nische Unterlagen zur Hausinstalla­tion sichten und mit der Situation vor Ort abgleichen

Besonderheiten protokollieren und Planungen anpassen

8.2.2 Entscheiden/
Durchführen

Den Kunden zur vorhandenen Hausinstallation und zu den Vor­gaben zum Erhalt der Trinkwasser­güte beraten

12

Deutsch/Kommunikation

berufsbezogenes Englisch

Maßnahmen bei Problemen ablei­ten und dem Kunden vorstellen

Vorteile digitaler Wasserzähler und Risiken benennen

Bauteile und Armaturen zum Aus­tausch des Wasserzählers und der defekten Hauptabsperreinrichtung auswählen

Herstellerinformationen zur Installation beschaffen und sichten

digitaler Kontakt zu Herstellern, digitale Medien

berufsbezogene Informationsverarbeitung

Mauerdurchführung

Anschlussgarnitur

Hauptabsperreinrichtung

Freistromventile

Rückschlagsicherungen

Fittinge und Dichtmaterialien

Benötigte Werkzeuge und Hilfs­mittel auswählen und bereitlegen

Installationsvorgaben der Hersteller für die verschiedenen Teile beach­ten

Einhaltung technischer Regeln zum Verbinden von Baugruppen und unterschiedlichen Materialien gewährleisten

Zählerdaten des Kunden protokol­lieren, Verplombung prüfen, Auffälligkeiten dokumentieren

Daten des vorhandenen Zählers bei Auffälligkeiten mit Bestands­daten und vergleichbaren Haus­anschlüssen abgleichen

Hausanschluss des Kunden außer Betrieb nehmen, Wasser an der Straßenkappe abstellen und Lei­tung entleeren

Austausch der Hauptabsperr­einrichtung und des Wasserzählers ausführen, bei Bedarf weitere defekte Teile tauschen

Arbeitsschutzvorgaben einhalten

Auf korrekten Einbau prüfen

Leitung anfüllen, entlüften und spülen sowie auf Dichtigkeit prüfen

Wasserzähler nach der Spülung verplomben, digital auslesen und Daten in Software des Unterneh­mens übertragen

Datensicherheit und -schutz

Wasserhausanschluss in Betrieb nehmen und Rückschlagsicherung der Kundenanlage testen, nach erfolgreicher Prüfung den Haus­anschluss freigeben

Alle Maßnahmen dokumentieren und für den Kunden Bedienungs­hinweise bereitstellen

Maßnahmen zur Einhaltung von Datenschutzvorgaben dem Kunden erläutern

DSGVO 

Den Kunden zu Eich­fristen und zur Aufrechterhaltung der Trinkwasser­güte informieren

Dem Kunden Möglichkeiten zur digitalen Kommunikation einräu­men

8.2.3 Bewerten/
Reflektieren

Funktionstüchtigkeit der gesamten Anlage von der Anbindung an die Versorgungsleitung bis zur Haus­installation des Kunden kritisch beurteilen

2

Ausführung der Wartungsaufgabe auf fachliche Richtigkeit prüfen

Auffälligkeiten und Probleme bei der Ausführung benennen und erörtern

Mögliche Auswirkungen auf die Trinkwassergüte sachlich diskutie­ren

verschiedene Betriebsfälle

Kundenkommunikation einschätzen und auf Kritik angemessen reagie­ren

Feedback vom Kunden zu allen Phasen des Arbeitsauftrags ein­holen

digitale Fragebögen

Schlussfolgerungen für künftige Aufträge ableiten

Lernsituation
8.3
Hausanschlussleitung an das Versorgungsnetz anbinden
27 Ustd.
Auftrag

Die Anwohner einer Nebenstraße melden beim Wasserversorger seit einiger Zeit Trü­bungen, Verfärbungen und Feststoffpartikel im Trinkwasser. Bei der Über­prüfung der Versorgungsleitung wurde festgestellt, dass die Leitung stellenweise stark korrodiert ist und ausgetauscht werden muss. Im Zuge der Modernisierung werden Sie beauftragt, die Baumaßnahmen zu planen und die Anwohner darüber sowie über Einschränkungen im Bauzeitraum zu informie­ren. Während der Bauphase muss die Versorgung der Anwohner mit Trinkwasser weiterhin sichergestellt werden. Die bestehenden Hausanschlussleitungen sollen Sie mit weiteren Mitarbeitern Ihres Unternehmens an die neu verlegte Versorgungsleitung anbinden und die Trinkwas­serversorgung in Betrieb nehmen. Die Maßnahmen sind abschließend zu dokumen­tieren und die Beräumung der Baustellen zu organisieren.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
8.3.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

7

Informationen zur Herstellung von Hausanschlüssen beschaffen

Anbindung an die Versorgungs­leitung

Leitungsmaterialien

Leitungsbau in offener Bauweise

Grabenprofile

Schutz der Hausanschluss­leitung

Leitungsbau im Erdvortrieb

Hausdurchführung

Vorschriften zur Arbeitssicherheit bei Arbeiten im öffentlichen Ver­kehrsraum recherchieren

StVO, aktuelle Richtlinien zur verkehrsrechtlichen Sicherung von Arbeits­stellen an Straßen (RSA 21)

Baustellenbeantragung

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Warnkleidung

Baustellenabsicherung

Regelplan

Sicherungsmaßnahmen für Bau­gruben und Rohrgräben erfragen und verinnerlichen

Gruben- und Grabenprofile

Bindigkeit des Bodens

Abböschung und Varianten zum Verbau

Standfestigkeit, Verfestigung

Technische Unterlagen beschaffen und sichten

Leitungskataster

Sanitärschema

Kenndaten aus den technischen Unterlagen entnehmen

Lage aller Medien im Erdreich

Leitungsverlauf sowie Anschluss­punkte und Armaturen vorhan­dener Wasserleitungen

Nenndurchmesser und Mate­rialien

Vorgaben zur Einmessung von Leitungen und zur Kennzeichnung von Armaturen im öffentlichen Raum zusammentragen

Lernfeld (LF) 4

Benötigte Sicherungsmittel und Materialien auswählen und Mengen ermitteln

Baustellengröße

Grabenmaße

Erdaushub und Sand

Leitungslänge

Stückmaterialien

Wasserwagen oder Ersatz­wasserleitung

Trinkwasserversorgung während der Baumaßnah­men

8.3.2 Entscheiden/
Durchführen

Materialien und Bauteile zur Durch­führung des Arbeitsauftrags bereit­stellen

19

Herstellerinformationen zur Installa­tion beschaffen und sichten

digitaler Kontakt zu Her­stellern, digitale Medien

Anbohrarmaturen

Hausdurchführungen

Leitungsmaterialien

Fittinge und Dichtmaterialien

Benötigte Werkzeuge und Hilfs­mittel auswählen und bereitlegen

Baustelle fristgerecht beantragen und Regelplan vorlegen

Regelplan von geschultem Personal 

Anwohner über die geplante Dauer der Baumaßnahmen und über Aus­wirkungen informieren

Einschränkungen bei Grund­stückszufahrten und bei Park­flächen

Unterbrechungen der Trink­wasserversorgung und Beson­derheiten der Ersatzversorgung

Baulärm und Verschmutzungen

Baustelle einrichten und nach Regelplan absichern

Leitungskataster sichten und Lage aller Medien im Erdreich bestim­men

Straßenbelag öffnen, Mutterboden entfernen und Hauptgrabenaushub ausführen

Nach geplanter Aushubtiefe oder Erreichen von Warnband bzw. Sandschichten eine Suchschach­tung vornehmen, Leitungen vor­sichtig freilegen

Gruben und Gräben sichern, Arbeitsflächen freilegen

Abböschung

Verbau

Bodenverfestigung

Sicherung der Gruben- und Grabenkanten 

Ersatzwasserversorgung bereit­stellen und freigeben

Trinkwasserwagen oder Wasser­entnahmestelle über öffentlichen Hydranten in Nähe

Anbindung, Verlegung und Inbetriebnahme einer Ersatz­wasserleitung

Vorhandene Trinkwasserleitungen außer Betrieb nehmen

Leitungen entleeren, heraustren­nen und demontieren

Anbindungspunkte schützen und reinigen

Trinkwasserversorgungsleitung  einbauen

Installationsvorgaben der Hersteller für die verschiedenen Teile beach­ten

Technische Regeln zum Verbinden von Baugruppen und unterschied­lichen Materialien einhalten

Hausanschlussleitungen verlegen und anbinden

Leitung befüllen, entlüften und auf Dichtigkeit prüfen

Leitungen spülen, Probe nehmen und Leitung bei Bedarf desinfizie­ren[

Leitungen und Armaturen einmes­sen und kartieren, digitale Doku­mente aktualisieren

Hinweisschilder anbringen

Leitungen einsanden, Baugruben verfüllen und Straßenbelag bzw. Mutterboden wiederherstellen

Trinkwasserversorgung in Betrieb nehmen und freigeben

Ersatzwasserversorgung zurück­bauen, Baustelle beräumen, Straßensperrungen aufheben

Alle Baumaßnahmen dokumentie­ren

8.3.3 Bewerten/
Reflektieren

Kommunikation mit betroffenen Anwohnern reflektieren

1

Kritik bezogen auf die Ankündigung und Durchführung der Baumaßnah­men annehmen und im Team besprechen

Planung und Ablauf der Baumaß­nahmen einschätzen

Maßnahmen zur Verbesserung ableiten und bei künftigen Planun­gen und Baumaßnahmen umset­zen

Lernfeld 11: Wasser speichern und verteilen

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, Anlagen zur Speicherung und Verteilung von Trinkwasser zu planen, zu betreiben und instand zu halten.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über den Wasserbedarf im Versor­gungsgebiet zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Plänen des Versorgungsgebietes auseinander. Sie recherchieren Einwohner- und Verbrauchsdaten und schätzen den mittleren täglichen Wasserbedarf im Versorgungsgebiet ab. 

12 Ustd.

Leitungskataster der Trinkwasserversorgung (Fernleitungen, Speicher, Ortsleitungen)

Sie tragen Informationen zur genaueren Ermittlung des stündlichen und täglichen Maximalbedarfs zusammen

DVGW W 410 (Regelwerk des Deut­schen Vereins des Gas- und Wasserfaches e. V.)

Einwohnerkennwerte

Anzahl und Art verschiedener Gewerbe

spezifischer Wasserbedarf der Gewerbe 

stündliche und tägliche Spitzenfaktoren (fh, fd)

Berechnungsvorgaben

Sie machen sich mit den drei Wasserbedarfswerten vertraut und schätzen deren Bedeutung zur Gewährleistung der Versorgungs­sicherheit ein:

mittlerer täglicher Wasserbedarf (Qdm) für die Dimensionie­rung der Wasseraufbereitung im Wasserwerk

maximaler täglicher Wasserbedarf (Qdmax) für die Dimensio­nierung der Wasserspeicher

maximaler stündlicher Wasserbedarf (Qhmax) für die Dimensio­nierung der Rohrleitungen

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Möglichkei­ten der Speicherung und Verteilung (Rohrnetzarten) von Trinkwasser unter den Gesichtspunkten des Erhalts der Wasserqualität sowie des Wasserdruckes. Dazu unter­scheiden sie Wasserspeicher hin­sichtlich ihrer Bauart (Rund-, Rechteckbehälter), Aufgabe und Lage im Versorgungsgebiet (Hoch-, Tief-, Gegen-, Durchlaufbehälter).

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Rohrnetzarten anhand von Leitungskatastern:

16 Ustd.

Lernfeld (LF) 4, LF 8

  

Verästelungsnetz

Ringnetz

vermaschtes Ringnetz

Sie stellen deren Vor- und Nachteile hinsichtlich versorgungs­wirtschaftlich relevanter Kriterien gegenüber:

Dimensionierbarkeit

Bau- und Unterhaltskosten

Wartungsaufwand

Leitungsreserven

Versorgungssicherheit

Die Schülerinnen und Schüler ermitteln aus Leitungskatastern vorhan­dene Wasserspeicher und bestimmen deren Betriebsart:

Hoch- oder Tiefbehälter

Durchlauf- oder Gegenbehälter

Sie vergleichen die Betriebsarten hinsichtlich deren Einfluss auf eine sichere und störungsfreie Trinkwasserversorgung:

Fließrichtungen im Ortsnetz

Versorgungsdruck und Druckverluste

Wasseraustausch und Verkeimungsgefahr, Erhalt der Wasserqualität

LF 9: Wasserqualität, TrinkwV

Versorgungssicherheit bei Störfällen

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit verschiedenen bau­lichen Ausführungen von Wasserspeichern auseinander: 

Erdbehälter und Wasserturm

Rechteckbehälter

Brillenbehälter

Rundbehälter und konzentrischer Rundbehälter

Röhrenbehälter

Sie positionieren sich zu versorgungswirtschaftlich relevanten Krite­rien:

Bau- und Unterhaltskosten

Strömungsverhältnisse und Wassererneuerung

Reinigungs- und Wartungsaufwand

Versorgungssicherheit

Die Schülerinnen und Schüler planen den Einsatz von Bauteilen und Maschinen zur Speicherung und Verteilung von Trinkwasser.

Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick zu den installierten Bauteilen und verwendeten Materialien sowie zu den eingebauten Apparaten im Rohrnetz:

12 Ustd.

LF 4: Leitungsmaterialien und Armaturen

LF 5: Pumpentechnik

in Fernleitungen und Versorgungsleitungen

in Wasserspeichern

in Druckerhöhungsanlagen

in sonstigen Versorgungsanlagen (Filteranlagen, Druckunterbrechungsanlagen)

Sie berücksichtigen alle installierten Leitungen, Anschlüsse und Armaturen im Rohrnetz und in Wasserspeichern.

Sie ordnen den Bauteilen und Apparaten konkrete Aufgaben für die Versorgungssicherheit zu und definieren deren Funktion.

Sie ermitteln, wie mit den vorhandenen Bauteilen und Apparaten auch im Störfall oder bei einer Löschwasserentnahme die Speicherung und Verteilung von Trinkwasser gewährleistet werden kann.

Die Schülerinnen und Schüler planen notwendige Instandhaltungs­arbeiten. Sie bereiten im Falle einer möglichen Beeinträchtigung der Wasserversorgung die Anwohnerinformation vor. 

Sie wählen benötigte Materialien, Ersatzteile und Maschinen zur Durchführung von Instandhaltungsarbeiten aus.

Sie stimmen alle Arbeitsschritte im Vorfeld so aufeinander ab, dass die Beeinträchtigungen für die Verbraucher minimal sind.

Sie beachten betriebliche Anweisungen zur Außerbetriebnahme einzelner Speicherkammern oder Druckerhöhungsanlagen.

Sie veranlassen die Beantragung der betrieblichen und behördlichen Genehmigungen zur Durchführung der Arbeiten.

Die Schülerinnen und Schüler betreiben und halten die Anlagen und Anlagenteile zur Wasserspei­cherung und             -verteilung unter Beachtung der Grundlagen der Hygiene sowie der Arbeitssicherheit instand (Behälterreinigung, Rohr­netzspülung, Desinfektion).

Die Schülerinnen und Schüler führen Arbeiten zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit an allen Anlagen im Rohrnetz aus:

16 Ustd.

Wartung von Armaturen und Messeinrichtungen

Leitungsspülung und Desinfektion

Leitungsinspektion und Leckageortung

Behälterreinigung und -wartung

Wartung von Druckerhöhungsanlagen

Die Schülerinnen und Schüler nehmen bei Bedarf Leitungsabschnitte im Rohrnetz für Instandhaltungsarbeiten außer Betrieb. Sie gewähr­leisten bei längerer Unterbrechung eine Ersatzversorgung für die Verbraucher.

Sie stellen im Vorfeld von Instandhaltungsarbeiten an einzelnen Speicherkammern oder Druckerhöhungsanlagen die Versorgungs­sicherheit durch maximale Befüllung von Wasserspeichern im betroffenen Versorgungsgebiet sicher.

Sie setzen betriebliche Anweisungen zur Außerbetriebnahme einzel­ner Speicherkammern oder Druckerhöhungsanlagen um.

LF 1: Betriebsanweisungen

Sie nutzen technische Ausrüstung und Schutzkleidung zur Einhaltung von Arbeitsschutz- und Hygienevorgaben.

LF 1: Arbeitssicherheit

Die Schülerinnen und Schüler beachten bei der Begehung von Anla­gen mögliche Gefahren und Auswirkungen auf die Trinkwasser­qualität.

LF 9: Wasser aufbereiten

Sie inspizieren die außer Betrieb genommenen Anlagenteile und protokollieren Verschmutzungen, Schadbilder, Funktionsstörungen und sonstige Auffälligkeiten.

Die Schülerinnen und Schüler führen Wartungsarbeiten an Druck­erhöhungsanlagen und im Rohrnetz aus und tauschen Verschleißteile. 

Sie überprüfen nach der Ausführung die Funktion der Bauteile. Sie reinigen und desinfizieren Bereiche, welche mit Trinkwasser in Berührung kommen.

Wisch-/Sprüh-Desinfek­tion kleinerer Bereiche (Laufräder, Pumpen­kammer u. a.) mit Wasserstoffperoxid ohne anschließende Spülung und Probenahme 

Sie spülen Rohrleitungen, um Ablagerungen zu lösen und die Wasser­erneuerung zu gewährleisten. Sie führen bei Bedarf eine Leitungs­desinfektion durch:

Desinfektionsverfahren für Rohrleitungen, Spülung nach Desinfek­tion zwingend nötig, Probenahme empfohlen 

Standverfahren

Durchflussverfahren

Kreislaufverfahren

Die Schülerinnen und Schüler reinigen Speicherbauwerke von Sedi­mentschlamm und Verkrustungen mit Hochdruckreinigern und Spül­verfahren.

Sie beheben Fehler in der Beschichtung von Speicherkammern und reparieren Schäden an Einbauten. 

Nach Abschluss der Instandhaltungsarbeiten desinfizieren und spülen sie die Behälter und führen eine Erstbefüllung durch. 

Sprühdesinfektion von Behälterkammern mit Begehung im Vollschutz- Anzug und anschließen­der Spülung

Sie beproben das Wasser und nehmen erst nach Freigabe durch das Labor die Inbetriebnahme der Speicherkammer vor. Sie überprüfen deren Dichtheit.

Teilanfüllung und zwin­gende Probenahme, Abwarten auf Freigabe durch Labor

Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren alle durchgeführten Inspektions-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten.

unternehmensinterne Vorlagen

Sie veranlassen die Sicherung von Baustellen im öffentlichen Ver­kehrsbereich und überwachen die erforderlichen Tiefbauarbeiten.

Die Schülerinnen und Schüler beantragen die Einrichtung der Baustelle.

6 Ustd.

LF 8

Sie gewährleisten eine vorschriftsgemäße Sicherung von Baustellenbereichen.

Richtlinien zur Sicherung von Arbeitsstellen 

Sie führen Vorbereitungen für Tiefbauarbeiten aus und veranlassen eine geeignete Grabensicherung.

Sie berücksichtigen Vorschriften der Arbeitssicherheit im öffentlichen Verkehrsraum und in Rohrgräben.

Sie überprüfen und dokumentieren alle Arbeitsschritte.

Auch unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Vielfalt kommuni­zieren sie wertschätzend im Team und mit externen Partnern, auch in einer Fremdsprache.

Die Schülerinnen und Schüler beraten sich im Team miteinander und stimmen Arbeitsschritte aller Beteiligten aufeinander ab.

3 Ustd.

Sie diskutieren wertschätzend miteinander und agieren höflich, verständlich und fachsprachlich korrekt in deutscher und englischer Sprache. Sie beachten verschiedene Ebenen der Kommunikation.

berufsbezogenes Englisch

Sie berücksichtigen die Diversität des Teams und externer Partner.

Mit Hilfe von Datenanalysen, auch digital, hinterfragen sie Verbrauchs­bilanzen (Leckageortung), erken­nen Sanierungsbedarfe (Instand­haltungsstrategien) und dokumen­tieren ihre Ergebnisse unter Beach­tung der Vorschriften zum Daten­schutz und zur Datensicherheit.

Die Schülerinnen und Schüler protokollieren die Verbrauchswerte verschiedener Messstellen digital. 

6 Ustd.

Sie berechnen Verbrauchsbilanzen und ziehen Schlussfolgerungen hinsichtlich Abweichungen.

reale Wasserverluste

scheinbare Wasserverluste

Die Schülerinnen und Schüler überprüfen bei Auffälligkeiten die Leitungen auf Leckagen und orten Schadstellen.

Nullverbrauchsmessung

Geophon

Korrelationsverfahren

Tracergas-Messung

Kamerabefahrung

Sie dokumentieren die Prüfergebnisse und benennen konkrete Instandhaltungs- oder Sanierungsbedarfe.

Instandhaltungsstrategien

Sie gewährleisten die Einhaltung von Vorschriften zur Datensicherheit und zum Datenschutz.

DSGVO, BDSG

Die Schülerinnen und Schüler bewerten ihre erhobenen Daten und leiten gegebenenfalls mögliche Sanierungsmaßnahmen ab.

Die Schülerinnen und Schüler sichten und beurteilen alle erstellten Dokumente zu den durchgeführten Instandhaltungsarbeiten auf Vollständigkeit und hinsichtlich Auffälligkeiten bei der Inspektion.

6 Ustd.

Sie schätzen die Funktionstüchtigkeit der Anlagen anhand der gewonnenen Daten ein und zeigen nötige Sanierungsbedarfe auf.

Sie stellen verschiedene Sanierungsverfahren gegenüber, ziehen Schlussfolgerungen für den konkreten Fall und erstellen Handlungsempfehlungen:

Innensanierung von Rohrleitungen und Wasserspeichern

Erdvortriebs- und Zugverfahren zur Rohrsanierung

Austausch von Rohrleitungen in Grabenbauweise

Neubau von Anlagen der Wasserversorgung

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren den Arbeitsprozess und übertragen ihre gewonnenen Erkenntnisse auf eine nachhaltige Bewirtschaftung der Speicherung und Verteilung von Trinkwasser.

Die Schülerinnen und Schüler schätzen gegenseitig ihr Handeln während des gesamten Instandhaltungsprozesses ein und setzen sich mit Kritik auseinander.

3 Ustd.

Sie ziehen persönliche Schlussfolgerungen für künftige Instand­haltungsaufträge.

Die Schülerinnen und Schüler diskutieren zu den Anforderungen an eine nachhaltige Versorgungswirtschaft und thematisieren die Auswirkungen von Störfällen in der Wasserversorgung.

Lernfeld 11 Wasser speichern und verteilen
3. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 80 Ustd.
Lernsituationen
11.1
Wasserversorgungsnetz erweitern
28 Ustd.
11.2
Rohrnetz und Wasserspeicher warten
26 Ustd.
11.3
Leitungsnetze inspizieren und sanieren
26 Ustd.
Lernsituation
11.2
Rohrnetz und Wasserspeicher warten
26 Ustd.
Auftrag

In einem Ortsteil Ihres Versorgungsgebietes melden mehrere Anwohner leichte Verfärbungen an sanitären Einrichtungen und an der gewaschenen Wäsche. Weiterhin berichten sie von geschmacklichen Veränderungen des Trinkwassers. Aus anderen Ortsteilen gibt es keine solchen Meldungen, auch die chemisch-physi­kalischen Parameter des abgegebenen Reinwassers am Wasserwerk sind unauf­fällig. Eine allgemeine Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität kann damit aus­geschlossen werden und das Problem ist in dem betroffenen Ortsteil zu suchen. Sie werden beauftragt, die Ursache zu ermitteln, bei Bedarf die Versorgungsleitungen zu spülen sowie den örtlichen Wasserspeicher zu warten.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
11.2.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

12

Leitungskataster des betroffenen Versorgungsgebiets beschaffen

Betroffene Leitungsabschnitte, Apparate und Trinkwasserspeicher anhand der Kundenmeldungen ermitteln

Netzinformationssystem (NIS), Kataster

Netz- und Betriebsart vorhandener Trinkwasserspeicher bestimmen

Lernsituation (LS) 11.1

Hoch- oder Tiefbehälter

Durchlauf- oder Gegenbehälter

Betriebsarten hinsichtlich des mög­lichen Einflusses auf die gemeldete Störung der Wasser­qualität verglei­chen

LF 9: Wasserqualität

TrinkwV

Fließrichtungswechsel im Orts­netz

Druckverluste und -schwankun­gen

Wasseraustausch

Gefahr von Ablagerungen und Verkeimungen

Aktuelle und jüngste Betriebs­einstellungen und -daten beschaf­fen und auf Auffälligkeiten über­prüfen

Prozessleitsystem (PLS)

Löscheinsätze

Instandhaltungsarbeiten

Störungsmeldungen

Druck- und Verbrauchs­schwankungen

Wahrscheinlichste Ursachen für die Qualitätsbeeinträchtigungen im Team diskutieren und vor Ort über­prüfen

Technische Unterlagen der betrof­fenen Wasserspeicher recherchie­ren und Behälterart bestimmen

NIS

LS 11.1

Erdbehälter und Wasserturm

Rechteckbehälter

Rundbehälter und konzentri­scher Rundbehälter

Röhrenbehälter

Benötigte Informationen zu Behäl­terdimensionen, Einbauten, Leitun­gen und Apparaten zusammen­tragen

Betriebsinterne Vorgaben zur Instandhaltung von Leitungs­abschnitten, Apparaten und Wasserspeichern ermitteln und Arbeitsaufwand einschätzen

Lernfeld (LF) 1: Betriebsanweisungen

Außerbetriebnahme

Instandhaltungsaufgaben

Inbetriebnahme

Geräte- und Materialeinsatz abschätzen und Instandhaltung vorbereiten

Inspektion

Reinigung und Spülung

Reparatur

Desinfektion

Überprüfung

Hygienevorgaben beachten und persönliche Schutzausrüstung (PSA) sowie spezielle Schutz­ausrüstung bereitstellen

LF 1

Arbeitsschritte und zeitlichen Ablauf der Instandhaltung festlegen und mit betroffenen Stellen abstim­men

Leitwarte

Daten zum betroffenen Versor­gungsgebiet und zur Wasser­bedarfsbestimmung beschaffen

Einwohnerkennwerte

Art und Anzahl verschiedener Gewerbe

Brandschutzvorgaben

Bestimmungsvorgaben

Maximalen täglichen Wasserbedarf (Qdmax) des Versorgungsgebietes zur Gewährleistung der Versorgung bei Instandhaltungsaufgaben ermitteln

Versorgungssicherheit und Störfall­reserven bei der Außerbetrieb­nahme von Wasserspeicher­kammern und Leitungsabschnitten beachten

Außerbetriebnahmen und bei Bedarf Anwohnerinformationen und Ersatzwasserversorgung vorberei­ten

Deutsch/Kommunikation

11.2.2 Entscheiden/
Durchführen

Im betroffenen Leitungsnetz an verschiedenen Stellen die Trink­wasserqualität hinsichtlich der Störungsmitteilung überprüfen und Ursache lokalisieren

11

organoleptische Bestimmung von Verfärbung, Trübung und Geruch

photometrische Messung hin­sichtlich Trübung und Verfärbung

Verdachtsstellen inspizieren und auf Störungen überprüfen

Anlagen und Leitungsabschnitte bei Bedarf nach betrieblichen Vor­gaben außer Betrieb nehmen

Sicherstellung der Versorgung vor der Außerbetriebnahme gewähr­leisten und Freigabe von Leitwarte erfragen

Füllstand des Wasserspeichers

redundante Anlagen

Ersatzwasserversorgung

Außer Betrieb genommene Leitungsabschnitte auf Dichtheit überprüfen und von Ablagerungen und Verkrustungen befreien

LS 11.3: Inspektions­verfahren mit Kamera

Dichtheitsprüfung mittels Druck­probe

Normverfahren

Nullverbrauchsmessung

Schwallspülung

Spülkopfverfahren

Leitungsspülung 

Hygienespülung

Begehung außer Betrieb genom­mener Anlagen vorbereiten

LF 1

Freimessen und Belüften

Absturzsicherung

spezielle Schutzausrüstung

Anlagenteile unter Beachtung der Hygienevorschriften begehen und inspizieren

Auffälligkeiten protokollieren, zwingend notwendige Reparaturen vornehmen und weiteren Sanie­rungsbedarf an zuständige Stellen melden

Verschmutzungen, Schadbilder, Funktionsstörungen, Verschleißerscheinungen

Anlagen mechanisch und chemisch reinigen und desinfizieren

Nasssauger

Spülbürsten

Hochdruckreiniger

Reinigungslösungen

Sprühdesinfektion

Klarspülung

Anlagen mit Trinkwasser befüllen, auf Dichtheit überprüfen und in Betrieb nehmen

Wasserspeicherkammern anfüllen, beproben und erst nach Labor­freigabe wieder in Betrieb nehmen

Ausgeführte Tätigkeiten protokollie­ren

unternehmensinterne Vorlagen

11.2.3 Bewerten/
Reflektieren

Protokollierung kritisch prüfen und Feedback einholen

3

Vollständigkeit, Detailliert­heit

Funktionstüchtigkeit und Zustand der Anlagen anhand dokumentier­ter Daten beurteilen

Nötigen Sanierungsbedarf aufzei­gen und Handlungsempfehlungen erstellen

Vorgehen während der Erfüllung des Arbeitsauftrages einschätzen

Ursachensuche, Schadenlokalisierung, Außerbetriebnahme, Schadenbehebung, Inbetriebnahme, Arbeitsschutz und Hygiene

Persönliche Schlussfolgerungen für künftige Instandhaltungsaufträge ableiten

Berufsbezogenes Englisch mit Bezug zu
Lernfeld 11 Wasser speichern und verteilen

Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren mit externen Partnern mündlich (Telefongespräch, per­sönliches Gespräch, Smalltalk) oder schriftlich. Sie erfragen auftragsbezogen und adressatengerecht notwendige Informationen sowie Rahmenbedingungen und achten auf aktives Zuhören.

Situationsadäquate E-Mails formulieren sie entsprechend den unternehmensspezifischen Vorgaben. Sie weisen auf rechtliche Vorgaben und technische Gegebenheiten hin und klären über Kosten sowie Folgen der Instandhaltungsarbeiten auf. 

Bei der Kommunikation im Team achten sie auf zielführendes Agieren, deutliche Artikulation und  ein­deutige Wortwahl und Satzstruktur. Sie diskutieren wertschätzend miteinander, klären fachliche Problemstellungen kompetent und agieren höflich, verständlich und fachsprachlich korrekt. Sie beachten verschiedene Ebenen der Kommunikation, berücksichtigen die Diversität des Teams und zeigen Empa­thie für interkulturelle Unterschiede von Mitarbeitenden. In Konfliktsituationen reagieren sie angemessen und empathisch. 

Didaktisch-methodische Hinweise:

Anknüpfend an Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler können typische Gesprächssituationen im beruflichen Umfeld diskutiert und Konfliktsituationen in Rollenspielen nachgestellt werden. Neben dem Erwerb eines flexibel einsetzbaren Wortschatzes mit typischen Idioms sind die Aussprache und Inter­aktion besonders zu beachten. Es empfiehlt sich, wesentliche grammatische Strukturen wie Satz­stellung, Fragestellung, Zeitformen, Verneinung usw. nach Bedarf zu wiederholen, zu festigen und zu vertiefen.

Es wird angeregt, interkulturelles Wissen bezüglich notwendiger Höflichkeit und der Angemessenheit von Formulierungen zu vertiefen. Die Vermittlung interkultureller Kenntnisse, wie Verhalten oder Körper­sprache anderer Kulturen, ist auch in deutscher Sprache bzw. durch den Einsatz von Videos möglich.

Lernfeld 12: Wasserversorgungsanlagen steuern und regeln

Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, Wasserversorgungsanlagen zu steuern und zu regeln.

Kompetenz aus dem Lehrplan Berufliche Handlung Zeit-
richtwert
LS
Hinweise

Die Schülerinnen und Schüler ver­schaffen sich im Team einen Überblick über den Auftrag zur Überwachung wasserversorgungs­technischer Anlagen mit Hilfe von Fernwirk- und Prozessleittechnik (Rohrleitungs- und Instrumenten­fließbild, Aktoren, Sensoren, Schnittstellen).

Die Schülerinnen und Schüler analysieren Aufträge zur Überwachung von Wasserversorgunganlagen und leiten im Team konkrete Aufgaben ab.

9 Ustd.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Ziele der Über­wachung und Automatisierung von Wasserversorgungsanlagen.

Die Schülerinnen und Schüler eruieren Elemente zur Überwachung von Wasserversorgunganlagen:

Sensortechnik und Messgeräte

Signaltechnik und Signalverarbeitung

Prozessleittechnik mit Hard- und Software

Netzinformationssysteme

Steuer- und Regeleinrichtungen

Aktoren und Stellantriebe

Signalverarbeitungspläne, Rohrleitungs- und Instrumenten­fließbilder (R&I-Schemata)

Sie tragen Informationen zu den einzelnen Elementen zusammen und benennen deren Aufgaben.

Sie inspizieren technische Unterlagen und lokalisieren verzeichnete Elemente in den Anlagen.

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Möglichkeiten zur Auto­matisierung von Prozessen und heben die verschiedenen Wirkungs­wege hervor

Steuerstrecke

Regelkreis

Sie veranschaulichen die Aufgaben der einzelnen Elemente von Steuerstrecken und Regelkreisen in Wasserversorgsanlagen.

Sie stellen Vor- und Nachteile sowie die Aufgaben verschiedener Steuerungen und Regler gegenüber:

Ablaufsteuerungen

Verbindungsprogram­mierte Steuerungen (VPS)

speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS)

binäre Steuerungen, Logiksteuerungen

PID-Regler

stetige und unstetige Regler

PID-Regler

proportionale Regler, integrierende Regler und Differenzierer

Sie vergegenwärtigen sich die Aus­wirkungen auf den Bereitschafts­dienst.

Die Schülerinnen und Schüler heben die Aufgaben und Notwendigkeit einer vollumfänglichen Überwachung von Wasserversorgungsanlagen hervor.

3 Ustd.

rechtliche Vorgaben zur Eigenüberwachung

Betriebssicherheit technischer Anlagen

Rufbereitschaft bei Störfällen

Schichtdienst und Schichtpläne

Sie verinnerlichen die Erfordernis von Schicht- und Bereitschaftsdienst als wesentlichen Bestandteil ihres Berufsbildes zur kontinuierlichen Sicherstellung der Wasserversorgungwirtschaft und nehmen die Aus­wirkungen auf ihr außerberufliches Leben an.

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Bedeu­tung kritischer Infrastruktur und an die sich daraus ergebenen Anfor­derungen an die IT-Sicherheit (Schutzziele) bei der Steuerung und Regelung von Wasserversorgungs­anlagen. Sie nutzen digitale Me­dien, auch in einer Fremdsprache, zur Informationsgewinnung.

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren in digitalen Medien in deutscher und englischer Sprache zu Ereignissen von Fern­manipulation und Sabotage technischer Anlagen und leiten mögliche Gefahren ab. Sie positionieren sich im Team zu den Vorkommnissen und formulieren Maßnahmen zum Schutz technischer Anlagen. Sie beachten dabei die besondere Bedeutung kritischer Infrastruktur.

4 Ustd.

berufsbezogenes Englisch

Die Schülerinnen und Schüler tragen Anforderungen an die IT-Sicher­heit und die physische Sicherheit technischer Anlagen zusammen. Sie machen sie mit den Schutzzielen der IT-Sicherheit vertraut, systema­tisieren Schutzmaßnahmen und verinnerlichen diese:

Vertraulichkeit

Integrität

Verfügbarkeit

Die Schülerinnen und Schüler heben die Auswirkungen der Schutz­maßnahmen auf die Fernsteuerung technischer Anlagen und Automa­tisierung von Wasserversorgungsanlagen hervor.

Die Schülerinnen und Schüler planen die Bedienung, Kontrolle und Instandhaltung von Mess-, Steuerungs- und Regelungseinrich­tungen (Wirkungskette, Regel­kreis). Sie berücksichtigen die Verfahren zur Messung von Füllständen, Volumina, Durchflüssen und weiteren Qualitätsparametern.

Die Schülerinnen und Schüler beschaffen Betriebsanleitungen der zu überwachenden Mess-, Steuerungs- und Regelungseinrichtungen.

17 Ustd.

Sie legen Termine zur Kontrolle und Instandhaltung fest und berück­sichtigen Eichfristen und Wartungsintervalle von Einrichtungen der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.

Sie stellen Informationen und Handlungsabläufe zum Betrieb und zur Instandhaltung zusammen und bereiten Instandhaltungsarbeiten vor.

Sie beachten die Unterschiede der Automatisierungstechnik 

Steuerungen mit Wirkungsketten

Regelungen mit Regelkreisen

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden chemisch-physikalische Messprinzipien der Sensortechnik und gewährleisten geeignete Mess­bedingungen für

Lernfeld (LF) 4

Füllstand und Volumen

Durchfluss

chemische Parameter

Sie beachten die Trägheit mancher Messeinrichtungen und stimmen die Steuer- und Regeleinrichtungen darauf ab.

Die Schülerinnen und Schüler über­wachen Prozesse und Para­meter von Wasserversorgungsanla­gen. Sie nutzen Messverfahren (Ein­heitssignal), sowie Steuerungs- (Ablaufsteuerung, logische Ver­knüpfungen) und Regelungstechni­ken (stetig, unstetig). Sie prüfen die Funktionsfähigkeit der Steuerungen und Regelungen und nehmen not­wendige Einstellun­gen vor.

Die Schülerinnen und Schüler rufen Betriebsparameter im Prozess­leitsystem auf und überprüfen diese vor Ort an der Wasser­versorgungsanlage.

15 Ustd.

Sie dokumentieren aktuelle Messdaten und gleichen diese mit Betriebsbedingungen, üblichen Betriebsdaten und rechtlichen Vor­gaben ab.

Die Schülerinnen und Schüler betreiben Elemente der Automatisie­rungstechnik und berücksichtigen deren Besonderheiten:

Signalwandlung und -übertragung

Einheitssignale mit lebendigem und totem Nullpunkt

Ablaufsteuerungen, logische Steuerungen und speicher­programmbare Steuerungen (SPS)

Regelkreise mit stetigem und unstetigem Regelverhalten

Die Schülerinnen und Schüler erfassen die Bedieneinstellungen von Steuerungen und Reglern und legen Grenzwerte und Messbereiche fest.

Sie geben Grenzwerte und Daten im Prozessleitsystem ein und konfi­gurieren Elemente der Automatisierung vor Ort an der Wasser­versorgungsanlage.

Sie testen das Verhalten der Automatisierungs-

technik im laufenden Betrieb durch kurzzeitige Änderung von Einstellungen.

Die Schülerinnen und Schüler simulieren das Verhalten der Automa­tisierungs-

technik an Testanlagen bei kritischen Betriebssituationen.

Sie konzipieren anhand der aufgezeichneten Messdaten die not­wendigen Einstellungen von Steuerungen und Reglungen.

Sie stimmen alle Elemente der Steuerstrecke und der Regelkreise aufeinander ab.

Sie erkennen Störungen und behe­ben diese.

Die Schülerinnen und Schüler reagieren zeitnah auf Warn- und Stör­meldungen und ermitteln deren Ursache im Prozessleitsystem oder vor Ort an der Wasserversorgungsanlage.

6 Ustd.

Sie setzen betriebsinterne Handlungsanweisungen um.

Sie kontaktieren zur Rückfrage zuständige Stellen sowie Kolleginnen und Kollegen. Sie beraten gemeinsam zum weiteren Vorgehen.

Sie ändern Einstellungen an Elementen der Automatisierungstechnik und im Prozessleitsystem zur Behebung von Störungen und warten die Reaktion der Automatisierungstechnik ab. Sie beobachten rele­vante Messwerte und schätzen diese ein.

Sie nehmen Anlagen im Notfall außer Betrieb und ergreifen Maß­nahmen zur Herstellung eines normalen Betriebsverhaltens.

Die Schülerinnen und Schüler bewältigen Stresssituation mit vielen Warn- und Störmeldungen mit Ruhe und behalten auch alle anderen Parameter weiterhin im Blick.

Sie dokumentieren die Störungen und ergriffenen Maßnahmen.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren und bewerten die gewonnen Erkenntnisse zur Opti­mierung zukünftiger Vorgehens­weisen.

Die Schülerinnen und Schüler beurteilen die aktuellen Einstellungen der Automatisierungstechnik und formulieren Vorschläge, um weitere Warn- und Störfälle zu vermeiden.

2 Ustd.

Die Schülerinnen und Schüler hinterfragen ihre Reaktionen und ihre Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen bei der Behebung von Störungen.

Sie thematisieren das Vorgehen im Team und legen Handlungs­anweisungen beim Auftreten zukünftiger Störungen gemeinsam fest.

Sie hinterfragen die Auswirkungen von Verletzungen der IT-Sicherheit kritischer Infrastrukturen (Verarbei­tung und Speicherung von Infor­mationen).

Die Schülerinnen und Schüler stellen die Vor- und Nachteile intelligenter und vernetzter Automatisierungssysteme gegenüber. Sie ziehen Schlussfolgerungen für den Umgang mit diesen Systemen.

3 Ustd.

Datenspeicherung und Datenverarbeitung

Fernzugriffe und Fernwartung

Sie schätzen die Sicherheit von IT-Systemen im Unternehmen ein, benennen Probleme und Risiken. Sie diskutieren Alternativen und weitere Sicherheitsvorkehrungen.

begrenzte Zugriffsrechte von Personengruppen

begrenzte Vernetzung der Anlagensteuerung

redundante Auslegung der Automatisierungstechnik

Die Schülerinnen und Schüler bewerten ihre Vorgehensweise hinsichtlich der nachhaltigen Anla­genoptimierung und vergegenwär­tigen sich die Notwendigkeit lebens­langen Lernens, insbesondere vor dem Hintergrund der Digitalisierung und den damit verbundenen Verän­derungen.

Die Schülerinnen und Schüler schätzen ihr Verhalten im Umgang mit IT-Systemen und der Automatisierungstechnik selbst ein, holen sich Feedback und halten Kritik aus.

1 Ustd.

Sie formulieren Vorschläge

zum nachhaltigen Betrieb abwassertechnischer Anlagen 

zur Optimierung der Automatisierungstechnik

zur Vermeidung von Störfällen

zum Vorgehen bei Störfällen

Die Schülerinnen und Schüler thematisieren die Veränderungen durch die Digitalisierung der Arbeitswelt. Sie schätzen die Auswirkungen auf ihre betrieblichen Aufgaben ein und benennen persönliche Maßnahmen.

regelmäßige Schulungen und Fortbildungen zum Umgang mit digitalen Arbeits- und Hilfsmitteln

selbstverantwortliches Erlernen und Festigen der eigenen Medien- und Informationskompetenz

Lernfeld 12 Wasserversorgungsanlagen steuern und regeln
3. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 60 Ustd.
Lernsituationen
12.1
Wasserversorgungsanlagen überwachen
18 Ustd.
12.2
Mess-, Steuer- und Regeltechnik betreiben
20 Ustd.
12.3
Wasserversorgungsanlagen automatisieren
22 Ustd.
Lernsituation
12.1
Wasserversorgungsanlagen überwachen
18 Ustd.
Auftrag

Auf dem Betriebsgelände Ihres Unternehmens werden Bauarbeiten zur Installation einer modernen Glasfaseranbindung ausgeführt. Dazu ist eine zeitlich begrenzte Unterbrechung der Hauptstromversorgung zur Leitwarte nötig, welche mit Not­stromaggregaten überbrückt werden soll. Aufgrund von Problemen bei den Bau­arbeiten dauert die Unterbrechung der Stromversorgung länger als vorgesehen. Dadurch kommt es zum Komplettausfall des Prozessleitsystems und der digitalen Kommunikation auf dem Betriebsgelände. Sie erhalten den Auftrag, während der Ausfallzeit die wichtigsten Prozessparameter der Wasserversorgungsanlage vor Ort zu überwachen und die Mitarbeitenden der Leitwarte bei der Wiederinbetriebnahme des Prozessleitsystems zu unterstützen.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
12.1.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

10

Mitarbeitende der Leitwarte zum Vorgehen kontaktieren und Handlungsanweisungen beschaffen

Planungsunterlagen sichten

analoge oder digitale Pläne

R&I-Schemata

Signalverarbeitungspläne

Installationspläne

Informationen zu den installierten Elementen der Prozessleittechnik bereitstellen

Bedienungsanleitungen und Betriebsanweisungen

Sensortechnik und Messgeräte

Signaltechnik und Übertragungs­einrichtungen

lokale Anzeigen und Verbin­dungsmöglichkeiten

Aktoren und Stellantriebe

Chemisch-physikalische Mess­prinzipien der Sensortechnik unter­scheiden

Umstellmöglichkeiten auf manuel­len Betrieb prüfen

Von der Automatisierung über­wachte Betriebsparameter ermitteln 

Rechtliche Vorgaben zur Eigen­überwachung recherchieren und zwingend benötigte Parameter zum sicheren Betrieb der Wasser­versorgungsanlage bei den Mit­arbeitenden der Leitwarte erfragen

Füllstände und Volumina

Durchfluss und Druck

chemisch-physikalische Para­meter

Messbedingungen aus den Bedie­nungsanleitungen ableiten

Betriebsparameter für den Störfall priorisieren und benötigte Protokoll­vorlage beschaffen

Mit den diensthabenden Mitarbei­tenden der Leitwarte Absprachen zur Kommunikation während des Stör­falls vereinbaren

Diensttelefone, weitere im Unternehmen übliche Kom­munikationswege

Anforderungen an die IT-Sicherheit und physische Sicherheit zusam­mentragen

Schutzziele der IT-Sicherheit ver­innerlichen und Gefahren bei der Nutzung privater Endgeräte hervor­heben

12.1.2 Entscheiden/
Durchführen

Handlungsanweisungen befolgen 

7

Elemente der Prozessleittechnik mit den Planungsunterlagen vor Ort lokalisieren

Messdaten vor Ort bestimmen und dokumentieren

lokale Anzeigen

Auslesen der Daten über lokale Funk- und Kabelverbindungen mit zugelassenen Geräten 

Mitarbeitende der Leitwarte über Messdaten informieren und Kontakt für Rückfragen aufrechterhalten

Auf Anweisungen der Leitwarte zügig reagieren und weitere Ele­mente der Prozessleittechnik vor Ort bedienen

Bestimmen von Messdaten

Kontrolle von Verbindungen

Neustart und Konfiguration der Geräte

manuelles Betätigen von Arma­turen und Antrieben

im Notfall Außerbetriebnahmen von Anlagen

In stressigen Situationen die Ruhe bewahren und Fehler konzentriert beheben 

Mit anderen Mitarbeitenden zum weiteren Vorgehen beraten und parallel alle priorisierten Parameter überwachen

Nach Wiederinbetriebnahme vor Ort bestimmte Daten mit Werten des Prozessleitsystems abgleichen

Aufzeichnungen der Betriebspara­meter im Prozessleitsystem auf­rufen

Aufgrund der Störfallzeit fehlende Daten im Prozessleitsystem ergän­zen

Betriebsparameter während des Störfalls mit üblichen Betriebsdaten abgleichen und bei Auffälligkeiten dokumentieren

Alle Maßnahmen zur Behebung des Störfalls protokollieren

auch nicht zielführende Maßnahmen

12.1.3 Bewerten/
Reflektieren

Eigenes Handeln in stressigen Situationen selbstkritisch ein­schätzen 

1

Kommunikation mit den Mitarbei­tenden während der Störfallbehe­bung bei den Beteiligten erfragen

Zusammenarbeit im Team zur Behebung des Störfalls themati­sieren und gemeinsam Schluss­folgerungen festlegen

Überarbeitung der Handlungs­anweisungen

Kommunikationswege

Nutzung der Fachsprache

Umsetzung von Rückmeldungen aus der Leitwarte

Lernsituation
12.2
Mess-, Steuer- und Regeltechnik betreiben
20 Ustd.
Auftrag

Im Prozessleitsystem der Wasserversorgungsanlage wird der Ausfall der Regel­einrichtung zur automatisierten Spülung eines Filters gemeldet und auf manuellen Betrieb umgestellt, da die Regeleinrichtung keine Messwerte der Füllstandsensoren mehr empfängt. Der diensthabende Mitarbeitende der Leitwarte informiert Sie über das Problem und beauftragt Sie mit der Behebung der Störung. Darüber hinaus sollen Sie den manuellen Betrieb des Filters in der Filterhalle steuern.

Nr. Handlung Kompetenzentwicklung Ustd. Hinweise
12.2.1 Analysieren/
Informieren/
Planen

Arbeitsauftrag analysieren

10

Planungsunterlagen zur Automati­sierung der Filterspülung im betrieb­lichen Netzinformations­system beschaffen

Signalflussplan

Installationsschaltplan

Übersicht zum Regelkreis

Sich zu den Zielen der Automatisie­rung der Filter-Spülung informieren und Aufgaben der ein­zelnen Ele­mente ermitteln

Informationen zu den installierten Elementen der Prozessleittechnik zusammentragen

online und im

Netzinforma­tionssystem (NIS)

Sensortechnik

Datenübertragungstechnik

Aktoren und Stellantriebe

Firmware und Software

Unterlagen der Hersteller recher­chieren und relevante Information ableiten

Geräte- und Herstellerinforma­tionen

Bedienungsanleitungen

Wartungspläne

Protokolle der vergangenen War­tung einsehen und mit den vorge­schriebenen Wartungsintervallen und Anleitungen zur Inspektion vergleichen

Manuelle Bedienung der Filter­spülung vorbereiten

Handlungsablauf zur Störungs­behebung erstellen 

Benötigte Prüfgeräte, Werkzeuge und Materialien auswählen und zusammentragen

Mit den diensthabenden Mitarbei­tenden der Leitwarte das Vorgehen zur Störungsbehebung besprechen und Vereinbarungen zur Erreich­barkeit treffen

12.2.2 Entscheiden/
Durchführen

Filter bei Bedarf manuell spülen

8

Fehlerdiagnose im Prozessleit­system starten und auswerten

Störungsmeldungen

Datenaufzeichnungen

Besonderheiten der Signalübertra­gung beachten

Einheitssignale

Signalwandlung

Übertragungstechnik

Einstellungen in der Software prüfen

Messbereich

Grenzwerte

Elemente der Automatisierung vor Ort überprüfen

elektrische Messungen

Kabelverbindungen

Funktionstests der Hardware

Mitarbeitende der Leitwarte wäh­rend der Fehlersuche zu aktuellen Meldungen im Prozessleitsystem befragen

Support des Geräteherstellers bei Bedarf kontaktieren 

Ermittelte Fehler dokumentieren

Ersatzteile bei Bedarf beschaffen und diese nach Herstelleranleitung installieren

Hardwarefehler

Ersatzteile nach Installation in der Software registrieren und einrichten

Updates veranlassen und nach Anleitung eine Rekonfiguration durchführen

Softwarefehler

Im Kontakt mit der Leitwarte die Bedieneinstellungen der Automati­sie­rungstechnik prüfen 

Grenzwerte und Messbereiche festlegen

Funktionstüchtigkeit der Automati­sierung im laufenden Betrieb testen

Kurzzeitige Grenzwertänderungen vornehmen und Reaktion aller Ele­mente sowie Messdaten über­wachen

Nach erfolgreicher Fehlerbehebung die Automatisierung freigeben und alle Maßnahmen dokumentieren

12.2.3 Bewerten/
Reflektieren

Aktuelle Konfiguration der Automa­tisierungstechnik mit dem Ziel der Vermeidung künftiger Störungen beurteilen

2

Einbauort und -lage der Sensor­technik

Verlegung der Datenkabel

Funkanbindung von Geräten

Art der eingesetzten Aktoren und Stellantriebe

Grenzwerte in der Software

Einstellungen der Regler

Vorschläge zum nachhaltigen Betrieb der Anlagentechnik formu­lieren

Umgang mit der Hard- und Soft­ware der Automatisierungstechnik selbst einschätzen

Feedback von Mitarbeitenden einholen, Kritik aushalten und Schlussfolgerung für das eigene Verhalten ziehen

Berufsbezogenes Englisch mit Bezug zu
Lernfeld 12 Wasserversorgungsanlagen steuern und regeln

Zielformulierung:

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Funktionen und Bedeutung kritischer Infra­struktur. Sie benennen Bauteile und Baugruppen in Steuerungen und Regelungen von Wasser­versorgungsanlagen (Komponenten der Steuerungs- und Regelungstechnik, Sensoren, Aktoren, Bus­systeme) fachlich korrekt. 

Sie machen sich mit Aspekten der IT-Sicherheit in Netzen (Schutzziele) vertraut. Sie ordnen gängige Abkürzungen den fremdsprachlichen Begriffen zu.

Didaktisch-methodische Hinweise:

Für Steuerungen und Regelungen sollten das Erkennen und Einordnen üblicher Begriffe der fachspezi­fischen Steuerungs- und Regelungstechnik die Schwerpunkte bilden. 

Es wird empfohlen, englische Quellen, wie Zeitungs- und Fachartikel, Videos von Talkshows, Dokumen­tationen, Video- und Radioberichte in englischer Sprache, als Grundlage für die Informationsgewinnung zu nutzen. Fachwörterbücher sowie Internetquellen können ebenso dazu verwendet werden.

Das selbsterstellte Glossar kann ergänzt und als Hilfsmittel am Arbeitsplatz eingesetzt werden.

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