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Fortbildung im Detail

 

Die maximale Teilnehmerzahl ist noch nicht erreicht.B03799: "Marginalisierungsprozesse in der jüngsten Zeitgeschichte: Wahrnehmung und Deutung der Rolle der Kirchen am Ende der DDR"
vom 18.05.2017 bis 21.05.2017Anmeldeschluss: 18.04.2017  

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Ansprechpartner inhaltlich: Seiler, Maud; +49 3591 621-143
Ansprechpartner organisatorisch: Seiler, Maud; +49 3591 621-143

Beschreibung

Die Kirchen bildeten in der DDR und bilden auch in den neuen Bundesländern fast in allen Regionen eine Minderheit: Weniger als 25% Protestanten und weniger als 5% Katholiken leben in einer extremen Diasporasituation. Religionsunterricht findet vielerorts unter Sonderbedingungen statt, die für Lernende wie Lehrende belastend sind. Kirchliches Leben blühte und blüht immer noch hauptsächlich in den Nischen der Kirchengemeinden. In der öffentlichen Wahrnehmung dagegen sind die Christen, insbesondere die Katholiken, eine zu vernachlässigende Größe.

Wenn "die Gestaltung der Zukunft ohne die Kenntnis der Vergangenheit nicht denkbar ist" (Frank Schätzing), dann macht die Spurensuche zur eigenen Geschichte zukunftsfähig und selbstbewusst und entspricht damit einem bildungspolitischen Grundanliegen.

Es geht bei dieser Suche um die Strukturen, die den Kirchen die Existenz in einem atheistischen System ermöglichten, um die Ausbildung eines evangelischen bzw. katholischen Milieus in den Gemeinden, um Formen gelebter Ökumene zwischen Katholiken und Protestanten seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, mündend in die Ökumenische Versammlung 1988/89 mit wichtigen Impulsen für den innergesellschaftlichen Demokratisierungsprozess seit September 1989, um die Bedingungen und Grenzen gelebter Opposition und um den kirchlichen Beitrag zur friedlichen Revolution. Am Beispiel der Katholischen Kirche in der DDR sollen die Narrative der friedlichen Revolution und ihre Bedeutung auf die Marginalisierungsprozesse hin durchschaut werden, die Christen und insbesondere Katholikinnen zum Verstummen und zum Verschwinden brachten: Prozesse, die bis heute wirksam sind.


Ziele

Die Teilnehmer erschließen sich Grundlagen zeitgeschichtlicher Forschung anhand von Studien, Archivmaterial und Egoquellen mittels diverser methodischer Ansätze.

Sie durchschauen Exklusions- und Inklusionsstrategien, entwickeln ein multiperspektivisches Konzept von Kirchlichkeit in der DDR und reflektieren die derzeitige öffentliche Wahrnehmung ihrer Rolle in der Revolution.

Die Teilnehmer arbeiten mit Gender als Analysekriterium. Sie leiten unterrichtspraktische Schlussfolgerungen mit Blick auf existenzielle Fragen von Kindern und Jugendlichen ab.


Inhalte

  • Arbeit mittels ausgewählter zeitgeschichtlicher Studien
  • analytische Arbeit an Quellen und Archivmaterial: exemplarisch schriftliches, medial vermitteltes und autobiographisches Material
  • Anwendung der analytischen Kategorie Gender in zeitgeschichtlichen Fragestellungen
  • Konkretisierung für den Unterricht/Transfer

Zielgruppe

Lehrkräfte aller Schularten im Fach Katholische und Evangelische Religion, Kirchliche Lehrkräfte mit Gestellungsvertrag


Hinweise

Es ist ein Eigenanteil von 10,00 € vor Ort zu entrichten.

Bitte bringen Sie Fotos von Ihrer Taufe oder Erstkommunion oder Konfirmation / Firmung etc. und Schreibmaterial mit.

Vor Reiseantritt ist zur reisekostenrechtlicher Prüfung ein Fortbildungsantrag mit der Kopie der Zulassung bei der personalführenden Stelle der Sächsischen Bildungsagentur einzureichen.


Veranstaltungstermine

am von bis
18.05.2017 18:00 21:00
19.05.2017 09:00 19:00
20.05.2017 09:00 19:00
21.05.2017 09:00 12:00

Anmeldeschluss

18.04.2017

Dozenten

Name von
König PD Dr. theol., Hildegard TU Dresden
Lindemann Prof. Dr., Gerhard TU Dresden, Philosophische Fakultät, Dresden

Veranstaltungsort


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